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OFFF Festival Barcelona 2018: Drei Tage kreative Spielwiese

Gastbeitrag von Florian Greßhake

 

Im Frühjahr jeden Jahres entwickelt sich das eh schon lebendige Barcelona für einige Tage zum kreativen Hotspot der internationalen Design- und Kreativszene. Das architektonisch sehenswerte Designmuseum Museu del Disseny ist Austragungsort des OFFF-Festivals, das neben der Typo Berlin zu den Highlights im Veranstaltungskalender der europäischen Designfestivals gehört. Bereits zum 18. Mal fand vom 24. bis zum 26. Mai 2018 die legendäre Veranstaltung statt. Erstmals auf nun drei Stages erzählten illustre Künstlerinnen und Künstler den aus aller Welt angereisten mehreren tausend Teilnehmern von ihrem Werdegang und ihren Inspirationsquellen. Thematisch reichte die Bandbreite der Vorträge von Plakatgestaltung bis hin zu 3D-Motion-Design.

Der besondere Reiz des OFFF-Festivals liegt in der Mischung aus Konferenz und Urlaub. Neben den fast 60 Vorträgen und zahlreichen Workshops wird das OFFF nämlich vor allem durch die entspannte Atmosphäre im Außenbereich geprägt. Über eine Leinwand werden die Vorträge der Mainstage nach draußen gestreamt; direkt am Wasser sitzend mit einem Kaltgetränk in der Hand kommt eine unvergleichliche Stimmung auf. Die Food Trucks machen aus der Veranstaltung zugleich ein Open Air Festival – die Regenwahrscheinlichkeit ist in Barcelona zu dieser Jahreszeit eher gering.

Besonderer Andrang herrschte beim Abschlussvortrag von Stefan Sagmeister, der sein Filmvorprojekt “The Happy Film” vorstellte. Doch auch James White a.k.a. Signalnoise und Gavin Strange, die sich gegenseitig bei “Hustlemania” wie zwei Wrestler (inhaltlich und visuell) beharkten und von den Inspirationsquellen aus der Kindheit für ihre Arbeiten sprachen, sorgten für Begeisterung. Weitere Highlights waren die Vorträge von Jessica Hische und Malika Favre. Letztere erzählte vor allem davon, wie sie es geschafft hatte, weniger und zugleich inspirierter zu arbeiten. Der Aspekt der »besseren«, weil selbstbestimmteren Arbeit zog sich generell durch die meisten der Vorträge. Beispielhaft war das Statement des in Los Angeles beheimateten Motion Designers Patrick Clair (u.a. Main Titles zur Netflix-Serie “The Crown“), der das Ziel seiner Tätigkeit wie folgt beschrieb: “To be efficiently lazy as possible.“ Nach drei lauten und bunten Tagen OFFF nahm man genau diese Einstellung im Kopf mit nach Hause. Mal schauen, wie lange sie anhält.

Künstler:

Mr. Bingo, Stefan Sagmeister, Buff Monster, Usted, Giantstep, Boldtron, Ben Grandgenett, Paloma Rincon, Malika Favre, Pleid, Eleanor Harding with Twitter, Jordy van den Nieuwendijk, Presstube with James Paterson & Jeremy Felker, Albert Omoss, Querida, Pentagram with Luke Hayman, Jan de Coster, Pokras Lampas, Apply, Camille Walala, Wix.com, Sarah-Grace Mankarious with CNN, William Paterson, I Am Dive, James White, Gavin Strange, Dogstudio, Oriol Rosell, 1st Ave Machine, Elisava, Animade, James Victore, Amigo Total, The Design Kids, Christoffer Bjerre, Justin Maller, Facebook Design System, DBLG, Tiffani Jones Brown with Dropbox, Yoni Alter, Patrick Clair, Raoul Marks, Kate Bryan with Soho House, Brendan Dawes, Petra Eriksson, Mathery, Device, Tom Muller, Kirsten Lepore, Adobe & Marta Cerdà Alimbau, Rizon Parein, Yarza Twins, Mucho, It´s a Living, Echolab, Jeff Boddy with The Mill, Onur Senturk, Hector Monerris, Jessica Hische, Future Deluxe