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Tempo ist wieder da

10 Jahre nach der Einstellung wieder zurück

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Ich habe sie noch irgendwo, die erste Ausgabe von Tempo. Mann war das eine Revolution, damals, vor 20 Jahren! Und ich werde morgen an den Kiosk rennen, mehr aus Nostalgie als aus echter Überzeugung. Denn die Pressemitteilung von heute läßt eher Böses ahnen…
Morgen, Freitag, 8.12.2006, erscheint die einmalige Jubiläumsausgabe der Zeitschrift TEMPO. Sie hat einen Umfang von 388 Seiten und kostet Euro 4,50.

Das Heft ist in drei Teile gegliedert: Der Auftakt („Die letzten zehn Jahre in zehn Minuten“) ist eine kommentierende Rückschau im Zeitraffer. Der Hauptteil („33 unerbittliche und unverschämte Erkenntnisse über die Welt von heute“) bietet einen analytischen Querschnitt der Gegenwart. Im Finale („Die Gebrauchsanweisung für die nächsten zehn Jahre) wird erklärt, wie man fit für die Zukunft wird.

Chefredakteur der TEMPO-Jubiläumsausgabe ist Markus Peichl, der das Blatt 1986 gegründet und bis 1990 geleitet hat. Stellvertretende Chefredakteure sind Adriano Sack und Lucas Koch. Die beiden haben ihre journalistischen Karrieren bei TEMPO begonnen. Sack war später Kulturressortleiter der „Welt am Sonntag“ und an der Entwicklung von „Vanity Fair“ beteiligt. Koch ist derzeit in leitender Funktion bei der G+J-Entwicklung „Neues Deutschland“ tätig. Für die Gestaltung der TEMPO-Jubiläumsausgabe zeichnen die Art Direktoren Alexander Wiederin und Heiko Keinath verantwortlich. Wiederin ist Kreativdirektor der italienischen „Glamour“ und Mit-Herausgeber der amerikanischen Kult-Zeitschrift „Another Magazine“. Keinath arbeitete für „L´Officiel Hommes“, „Arena Hommes Plus“ und „Qvest“.

„Im ersten Teil des Heftes“, sagt TEMPO-Chefredakteur Peichl, „schliessen wir die Lücke zwischen 1996 und heute, also zwischen der Einstellung von TEMPO und seiner kurzen Wiedergeburt. Wir zeigen mit plakativen Mitteln, wie sich die Welt in den vergangenen zehn Jahren verändert hat. Im zweiten Teil befassen wir uns mit dem Hier und Heute. Wir beschreiben mit den typischen TEMPO-Mitteln die Jetzt-Zeit und das Jetzt-Gefühl. Im dritten Teil gibt es schliesslich einen Ausblick auf die nächsten zehn Jahre: 37 Autoren und Denker schreiben, was sich in der Zukunft ändern muss – ein Forderungskatalog an die Welt von morgen“.

Zu den Autoren des Jubiläumsheftes zählen Rainald Goetz, Frank Schirrmacher, Rufus Wainwright, Josef Joffe, Benjamin von Stuckrad-Barre, Ulf Poschardt, Andrian Kreye, Inga Humpe, Feridun Zaimoglu, Claudius Seidl, Marcel Reif, Johanna Adorján, Wolfgang Joop, Sven Michaelsen, Georg Diez, Marc Fischer und die ehemaligen TEMPO-Kolumnisten Maxim Biller, Uwe Kopf und Peter Glaser.

Aus dem Inhaltsverzeichnis:
Grönemeyer trifft Tokio Hotel  Deutschlands erfolgreichste Band beruhigt Deutschlands erfolgreichsten Sänger: Es ist scheißegal, wie alt ein Popstar ist.
Zum Schießen  Seit dem Amoklauf von Emsdetten fordert die Politik das Verbot von Gewalt-Computerspielen. TEMPO zeigt die Protagonisten der Gamer-Szene – eine Jugendkultur, die der Mainstream nicht wahrhaben und die Politik untersagen will.
Helden und Verräter  Niemand hat so leidenschaftlich gehasst und so bedingungslos geliebt wie TEMPO. Jetzt wird noch einmal abgerechnet: Was wurde aus unseren Idolen, während TEMPO nicht da war?
Wir sind Paparazzi  Fotohandys revolutionieren den Bildjournalismus. Wir machen bei der Revolution natürlich mit – und „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann zu unserem Leserreporter.
Die Slums von Europa  Die Dritte Welt beginnt gleich nebenan. Eine Reportage von den Orten der Schande – mitten in der EU.
Wa! Tempo-Redakteur Benjamin von Stuckrad-Barre begleitete Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit eine Woche lang. Sein Fazit: Die nächste Bundeskanzlerin ist ein Mann.
Im Körper meines Feindes  Eine Heuschrecke und ein Globalisierungskritiker tauschen für einen Tag ihr Leben.
Guten Abend, Arschlöcher!  Helge Timmerberg über das Rästel, warum immer noch 14 Millionen Deutsche „Wetten, dass…?“ gucken.
Klick mich  Der Internet-Sex-Check: Mit welcher Community kommt man am schnellsten zu einem One-Night-Stand?
Der Weltatlas des Sex  Was bringt Pakistani in Fahrt? Wer sucht besonders häufig nach Anal-Vibratoren? Die globale Erotik-Hitliste 2006.
Kinder an der Macht  Ob Bush oder Merkel: Uns regieren Politiker, die aussehen, als seien sie nie erwachsen geworden. Eine Gesichtskontrolle von Claudius Seidl.
Das Dröhnungs-Manifest  Drogen schaden. Drogen helfen. Wenn die Gesellschaft endlich eine wirklich entspannte Einstellung zu Drogen fände, wäre uns allen geholfen.
Gegen die Eigentlichkeit  Warum das große Ja-Aber die Ideologie des flexiblen Kapitalismus ist.
Denn sie wissen nicht, was sie sagen  Es gibt keinen Ort, an dem wir uns nicht selbst belügen: Ein Pater verrät, was ihm Menschen 40 Jahre lang beichteten.

 Optische Höhepunkte des Hefts sind darüberhinaus folgende Exklusivgeschichten:
– Kate Moss, fotografiert von ihrem Exfreund Mario Sorrenti
– ein Fotoessay über das Wahre im Schönen von Turner-Preisträger Wolfgang Tillmans
– Lukas Podolski, freizügig wie noch nie in Szene gesetzt von Bryan Adams
– Die 100 Mode-Looks des Augenblicks, auf der Straße fotografiert von Daniel Josefsohn

Peichls Resümee der TEMPO-Jubiläumsausgabe: „Das Heft ist der Schlussstrich unter die Vergangenheit und der Doppelpunkt vor der Zukunft.“