Adobe Hidden Treasures: Bauhaus Dessau / Teil 1: Joschmi & Xants

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Zum 100-jährigen Jubiläum des Bauhaus Dessau hat Adobe das schöne Projekt »Adobe Hidden Treasures – Bauhaus Dessau« ins Leben gerufen, bei dem fast vergessene, unvollendete Schriftentwürfe und Buchstaben-Skizzen legendärer Bauhaus-Meister aus den Archiven geholt und nun vervollständigt wurden.

 

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Bauhaus Dessau und Erik Spiekermann hat Adobe das Projekt realisiert und wird ab sofort sukzessive fünf neue Schriften auf Basis legendärer Bauhaus-Designs von Xanti Schawinsky, Joost Schmidt, Carl Marx (Juli 2018), Alfred Arndt (August 2018) und Reinhold Rossig (September 2018) veröffentlichen, die wir euch in einer vierteiligen Serie vorstellen werden.

 

Mit Hidden Treasures würdigt Adobe das Erbe des Bauhaus und das bevorstehende 100-jährige Jubiläum im nächsten Jahr. »Adobe hatte die großartige Idee, Schriftentwürfe neu zu interpretieren. Aktionen wie die Hidden Treasures-Kampagne zeigen ganz konkret wie aktuell und faszinierend das Bauhauserbe bis heute ist. Gerade auch für die junge Generation an Gestaltern«, sagt Dr. Claudia Perren, Direktorin am Bauhaus Dessau.

 

»Schrift ist für die Kultur, wie für uns die Luft zum Atmen. Ohne das Geschriebene gäbe es keine Kultur«, erklärt Erik Spiekermann. Er betreute ein Team aus Designexperten und Studierenden bei der Umwandlung der Fragmente in vollständige Typekit-Schriftsätze mit dem Ziel, nachzuvollziehen, wie die Meister ihre Entwürfe fertiggestellt hätten. 

 

Anhand dieser Daten vervollständigte und digitalisierte das Team die Schriftsätze: Die ersten beiden Schriften heißen Xants und Joschmi und wurden von Luca Pellegrini (ECAL Lausanne, CH) und Flavia Zimbardi (Type@Cooper, Cooper Union, US) gestaltet. Sie stehen ab sofort zur Installation via Typekit zur Verfügung.

 

Joschmi
Joost Schmidt’s (1893–1948) name is undoubtedly connected with monolinear condensed letters of geometric appearance – his unfinished draft of a stencil alphabet, constructed on grid paper in 1930, is much lesser known. These modular shapes simply consist of half circles, quarter circles and square strokes with half-round terminals. From just six original letterforms (a, b, c, d, e, g), Flavia Zimbardi (Type@Cooper, CooperUnion) completed Schmidt’s draft and extended it to a full character set for contemporary use, adding upper case letters and different figure sets including old-style. Joschmi overcomes legibility issues usually associated with this stencil style, with special attention to the design of white space. Zimbardi lends the face even more character by carefully adding round terminals in subtle spots of the alphabet, accessible through stylistic sets.

Xants
In 1932, Xanti Schawinsky (1904–1979) designed an alphabet that combines two styles: a neo-classic stroke contrast paired with characteristics of stencil lettering. This mix is a child of its time and seems to reflect the Swiss and Italian biography of Schawinski. Luca Pellegrini (ECAL Lausanne) took on the modern look and re-drew the letterforms, interrupted by subtle spaces where thick and thin strokes meet. Although Schawinsky had already designed a complete alphabet and figures in the early 1930s, Pellegrini took the character set to another level, adding currency signs, mathematical symbols and all kinds of punctuation – anything needed to set more than just headlines. Xants is a blend of Swiss elegance and exclusiveness with Italian charm and imperfection, a combination that never gets old.

 

Designwettbewerb:
Mit der Veröffentlichung der Schriften startet Adobe auch einen fünfteiligen Designwettbewerb, bei dem alle Kreativen dazu aufgerufen sind erstmals mit den neuen Schriften zu gestalten. Es gibt exklusive Preise zu gewinnen, darunter eine Reise zur Bauhaus Dessau Stiftung. Mehr Informationen zur Teilnahme hier. 

Livestream:
Zusätzlich gibt es von heute bis 14. Juni Livestreams, die ein paar Gestaltungsmöglichkeiten mit den neuen Schriften zeigen – Erik Spiekermann persönlich wird zu hören und sehen sein ;) Hier geht’s zur Anmeldung.

Creative Cloud Abo-Special:
Anlässlich des Projekts könnt ihr die Creative Cloud zum Sonderpreis für 1 Jahr abonnieren: Creative Cloud für nur 35,69 € (inkl. MwSt.) statt 59,49 € pro Monat. Hier bestellen.

Demnächst zu sehen:

Schrift 3: ab Juli 2018 - Gestaltet von Hidetaka Yamasaki, basierend auf der Arbeit von Bauhaus Meister Carl Marx
Schrift 4: ab August 2018 - Gestaltet von Celine Hurka, basierend auf der Arbeit von Bauhaus Meister Alfred Arndt
Schrift 5: ab September 2018 - Gestaltet von Elia Preuss, basierend auf der Arbeit von Bauhaus Meister Reinhold Rossig

Hintergrund:
Obwohl das Bauhaus nach seiner Eröffnung nur 14 Jahre aktiv war, gilt es noch heute als die bekannteste moderne Schule für Architektur, Design und Kunst der letzten 100 Jahre. 1932 beschließt der von der Nationalsozialistischen Partei dominierte Dessauer Gemeinderat die Auflösung der Bauhaus-Schule in Dessau. In den Archiven ruhten deshalb bis heute die unvollendeten Meisterwerke der Designer Xanti Schawinsky, Joost Schmidt, Carl Marx, Alfred Arndt und Reinhold Rossig. 
»Hidden Treasures of Creativity ist ein fortlaufendes Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, verlorengegangene kreative Geschichte wiederzubeleben, um aktuelle Generationen zu inspirieren. Im vergangenen Jahr arbeitete Adobe mit dem Munch Museum und dem weltweit führenden Experten für Photoshop-Pinsel, Kyle T. Webster, zusammen, um die Pinsel von Edvard Munch nachzubilden. Zehntausende Menschen haben die Pinsel heruntergeladen und sich vom alten Meister inspirieren lassen. Dieses Jahr würdigt Adobe den ungebrochenen Einfluss des Bauhaus, dessen Ziel es war die Zukunft neu zu denken, in alltägliche Kreativität zu entfalten, um die Moderne in allen ihren Anforderungen zu gestalten – dazu gehörte von Anfang an auch Typographie und Design, was uns bis heute zu Innovation antreibt. Wir hoffen, dass wir durch die Übertragung dieser verborgenen Schätze in die heutige Zeit viele Kreative damit inspirieren können«, erklärt Sabina Strasser, Head of Brand Marketing, EMEA bei Adobe.

 

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