Bis 5. September werden in Deutschland knapp 30 Millionen* der neuen, 388-seitigen Ikea-Hauptkataloge an die Haushalte verteilt sein. Voraussetzung: Man hat keinen »Bitte keine Werbung«-Aufkleber auf seinem Briefkasten. Neu ist neben dem kleineren und angeblich Handtaschen tauglichen Format, dass die bisherige Schriftfamilie Futura für die Verdana weichen musste; und dies nach etwa 60 Jahren.

Warum wurde dies gemacht? Scheinbar unter anderem wegen Einsparmaßnahmen und um den Print-Katalog dem Online-Katalog anzugleichen. Oder vielleicht auch einfach um, wie manch einer möglicherweise sagen mag, »zeitgemäßer« und leichter in andere Sprachen adaptierbar zu sein? Oder um Werte wie Kostenbewusstsein, Einfachheit oder Gemeinsamkeit noch besser transportieren zu können? In der vierseitigen Presseinformation des schwedischen Möbelhauses zu dem Katalog stand hierzu nichts. Jeder kann sich selbst ein Bild davon machen, seine Meinung bilden und für sich entscheiden, welche Variante einem besser gefällt. Am Erscheinungsbild ändern wird dies nichts. Sicher ist, dass Ikea damit wieder einmal mehr – neben den bekannten und viel zitierten Kampagnen – im Gespräch, speziell auch bei Designern und Typografen, ist und bleibt.

Es gab schon einige Berichte und Meldungen dazu, hier eine kleine Auswahl:
Süddeutsche
TIME
Fontblog
Typophile
Twitter: Ikea/Verdana
Twitter-Trends: Verdana

IKEA-Katalog 2009

IKEA-Katalog 2010

Wer, wie ich, normalerweise keine Werbung in seinem Briefkasten vorfinden möchte, hätte mittels eines Ikea-Aufklebers den man hier herunter laden kann, signalisieren können, dass er den Katalog doch eingeworfen haben möchte.

--
*(Die internationale Gesamtauflage beträgt 199 Mio. Stück).

Oli

Verdana? Wie kommt man darauf Verdana, welche als Bildschirmschrift konzipiert wurde, als Printschrift zu verwenden? Es gibt meiner Meinung nach keinen ersichtlichen Grund auf Verdana zu wechseln (ausser dass dadurch eventuell der digitale Publishing Workflow vereinfacht wird?).
Die Preise in Verdana sind ja wirklich so etwas von «hässlich»...

Gast

Ja, das ist wirklich eine Schande und absolut hirnrissig, vor allem, wenn man auf der oben verlinkten Fontblog-Seite in dem Kommentar von 'Tobias' (Kommantar #34) die Begründung nachlesen kann:

"Dann werde ich mal etwas aus dem Nähkästchen plaudern:
Ich hatte das Glück während einer Studienexkursion nach Schweden Anfang Juni IKEA Communications in Älmhult zu besuchen. ICOM ist für die Katalogproduktion und alle Kommunikationsmittel zuständig.

Der “Head of Graphics Design” informierte uns schon damals über den Wechsel von der Futura zu einer angepassten Verdana. Und auch er schlug die Hände über dem Kopf zusammen.

Laut ihm ist jemandem aus der Führungsetage plötzlich aufgefallen, dass für Print und Internet unterschiedliche Schriften verwendet werden. Geht ja mal gar nicht… Und so war’s dann um die schöne Futura geschehen…
ICOM hat versucht gegenzulenken, aber das war eine rein konzernpolitische Entscheidung und nichts mehr daran zu rütteln. Wenigstens haben sie versucht das beste aus der Verdana zu machen…

Ich sehe noch heute das resignierte Gesicht dieses Mannes und das blanke Entsetzen auf dem Gesicht unseres Typo-Profs… "

typonauten

Entdecke die Unmöglichkeiten – willkommen im typografischen Dilettantenland

IKEA wirft durch den Schriftwechsel ein super-markantes Identitätsmerkmal - ohne Not - über Bord. Warum muss das Printmedium den anachronistisch anmutenden Zwängen des Internets (begrenzte Schriftwahl) unterworfen werden?

Man mag über die Lesbarkeit der Futura streiten, sie steht aber im absoluten Einklang zur Philosophie von IKEA: einfache und klare geometrische Formengebung mit einer guten Portion Pioniergeist. Die Verdana ist primär eine Bildschirmschrift aber weder ein Corporate- noch ein Headline-Font.

Das Argument, dass dadurch der Internetauftritt und der Printauftritt besser angeglichen würden, ist hanebüchen. Welcher Laie vergleicht die Schriften aus Katalog und Onlineauftritt – bzw. wird sich daran stören, dass sie unterschiedlich sind? Wenn der Schriftwechsel nun auch im gesamten IKEA-Auftritt umgesetzt wird – was nur konsequent wäre – dann aber nimmt auch der Laie die Veränderung wahr. Eine Verdana in 9 pt ist gut lesbar und optisch ausgeglichen. Ab 100 pt auf einer Beschilderung ist sie aber sehr hässlich. Das sieht dann so aus, als hätte der Filialleiter mal auf die Schnelle was selbst am PC gemacht.

Viel besser wäre es gewesen, man hätte die Futura-Variante um ein paar Schnitte für Fließtext erweitert und den Zeichensatz aufgepeppt.

typonauten

Abgesehen davon finde ich, dass die Katalog-Cover von Jahr zu Jahr schlechter werden ...

Thomas

ich verstehe das auch nicht vor dem hintergrund, dass die ikea-futura bereits eine starke überarbeitung als hausschrift für das unternehmen erfahren hat. das große und kleine 's', oder die einläufe an buchstaben wie 'n' oder 'h', wurden bereits aus dem typisch geometrischen futura-duktus herausgenommen. ich denke, das war sicher eine maßnahme in richtung optimierter lesbarkeit – gleichzeitig aber auch eine etwas am zeitgeist ausgerichtete verjüngungskur.

however, die ikea-futura hatte funktional, formal und bezüglich der anmutung all das, was eine typo für ein junges einrichtungshaus braucht. von dem bereits angesprochenen wiedererkennungswert durch den konsequenten einsatz im printbereich ganz abgesehen. aber nun setzt das unternehmen an ihrer stelle eine allerwelts bildschirmschrift ein, die allenfalls eines kommuniziert: „wir sind billig!” ganz, als sei mit einem futura-derivat als hausschrift, die exklusivitäts-latte schon zu hoch gelegt worden … so ein blödsinn!

blogferatus

Schlechte Image für schlechte Produkte!!!

typonauten

Eigentlich sollte man eine Unterschriftenaktion starten und den Herren aus der Führungsetage schicken ... ist da vielleicht schon was in Arbeit? Ein entsprechendes Presseecho gab es ja schon ...

THOMANN

Jetzt geht wieder das Geheule der ewiggestrigen Futura- und Helveticaanhänger los. Dabei darf man beide Schriften spätestens seit Adrian Frutiger als überholt bezeichnen. Ich möchte nicht die Schönheit der Futura in Frage stellen, aber sie hat mit 80 Jahren wohl die beste Zeit hinter sich. IKEA lebt konsequent im Hier und Heute und betont Werte wie Effizienz und Nachhaltigkeit. Aus heutiger Sicht lebt IKEA die Ansichten des Designs der späten 20er-Jahre besser als es damals getan wurde, indem das Design immer auf der Funktionalität gründet. Das einzige Problem ist doch, dass das Gewohnheitstier Mensch wieder etwas umdenken muss.

ronald

hm,
ich finde ja nichts schlimmes daran. Ich finde es sogar konsequent. Jetzt ist halt die Typo wie das Produktdesign.

incu

typonauten: "Viel besser wäre es gewesen, man hätte die Futura-Variante um ein paar Schnitte für Fließtext erweitert und den Zeichensatz aufgepeppt."

Auf jeden Fall. Dadurch würde auch das Problem behoben werden, dass der bisherigen IKEA Sans ein paar Zeichen fürs Ausland gefehlt haben, die die Verdana hat.

Nichtdestotrotz ist es sehr schwer ein CD zu schaffen, dass für Web, digitale Dokumente und Print gleichmäßig aussieht. Es gibt meiner Meinung nach einfach zu wenige Printschriften, die auch als Screenversion verfügbar sind und obendrein Systemfonts sind. Das ist einfach ein riesen Problem für ein ganzheitliches Branding eines Unternehmens, bei dem die digitale Kommunikation immer wichtiger wird.

Thomas

@THOMANN
lieber THOMANN, seit frutiger ist die schriftenwelt tatsächlich reicher, aber selbst der hat sich mit entwürfen wie univers oder avenir ausdrücklich auf schriften bezogen, die du gerade als 'überholt' bezeichnet hast. ich gebe dir recht, das es nicht gerade fortschrittlich anmutet, im x-ten cd mit klassikern wie helvetica oder futura aufzuwarten, aber dann bitteschön nicht mit einem screenfont, der von seinem designer, matthew carter, gezielt für die darstellung von texten am bildschirm entworfen wurde. soviel zu design, das auf funktionalität gründet …

deine these, ikea lebe ansichten der späten 20er jahre besser als es damals getan wurde, klingt interessant. jetzt würde ich nur noch gerne ein paar schlüssige argumente lesen, die das untermauern.

@incu
ich bin kein technik freak, aber ist eine lösung dieses problems nicht überfällig? ich meine, wie viele unternehmen sollen denn noch ihr erscheinungsbild auf irgendwelche, teilweise selbst schon jahrzehnte alte systemschriften umstellen, um eine konsistente typo in web und print zu erreichen? und ist das so wichtig, das man gut eingeführte cd-typo einfach liquidiert?

typonauten

Zum Thema Schriftdarstellung im Internet:

Ich hoffe, in den nächsten Jahren hat sich dieses Problem endlich erübrigt und es gibt eine einheitliche Browserlösung, bei der alle Schriften im Textformat beim Enduser angezeigt werden, er aber dafür nicht die jeweilige Schriftlizenz besitzen muss. Eine Lösung, die Enduser, Schriften- und Softwarehersteller gleichermaßen zufrieden stellt. Es ist eigentlich lächerlich, dass man für dieses Problem immer noch auf Website-Gestaltung à la Flash zurückgreifen oder Gif-Textzeilen erstellen muss.

thestereo

warum stehen in dem katalog eigentlich überall macs rum? is ja schon fast unverschämt.

THOMANN

genau mit den von dir genannten schriftentwürfen hat frutiger die jeweiligen vorbilder überholt. warum benutzt noch irgendeiner futura, wenn es doch die avenir gibt, die alle vorteile der futura besitzt ohne deren nachteile zu haben? hätte ikea sich für einen wechsel von futura zur avenir entschieden wäre das geschrei genau so groß gewesen.

zu meiner zweiten these: das bauhaus war eine bewegung, welche gutes design für die masse verfügbar machen wollte. weg vom luxusgut zum "volksdesign". die form sollte durch die funktionalität und preisgünstige produktionsweise bestimmt werden. die futura folgt dieser philosophie nicht. sie wird fälschlich dem bauhaus zugeordnet, weil sie mit den selben formmerkmalen wie die bauhausarchitektur spielt. würde sie der funktionalität folgen müsste sie (ist ist immerhin eine schrift) extrem gut lesbar sein.
die futura passt m.e. eher in einen späten jugendstil wie man ihn aus glasgow kennt.

bei der verdana wurde diese extrem gute lesbarkeit stärker gewertet als die eleganz der formgebung und das ist für mich konsequente funktionalität.
das problem beim ikeakatalog sehe ich weniger in der wahl der schrift, ich finde viel schlimmer wie dilettantisch sie teilweise gesetzt wurde.

ich denke auch, dass wir uns langsam davon verabschieden müssen, dass web immernoch die adaption von print ist. früher oder später wird wohl das web zum leitmedium und print nur noch zur adaption.

Gast

weiß jemand, ob die verdana nun auch die beipackzettel/aufbauhilfe der möbel schmückt?

Oli

naja, es geht wohl nicht darum ob ikea nachhaltig und effizient ist oder am puls der zeit und des trends. es geht meiner meinung nach einzig und alleine darum, schriften richtig einzusetzen, sprich mediengerecht.

interessant dass du sagst dass das gewohnheitstier mensch umdenken muss und aber gleichzeitig erwartest dass man sich nun einfach an verdana als print schrift gewöhnen soll. ich muss ehrlich sagen dass ich meinen beruf als grafikdesigner und typografen in frage gestellt sehe bei solchen antworten... im stil von: der sohn meiner schwester kann auch grafik machen, er hat auch so ein grafikprogramm auf dem computer.

Oli

@thomann:

«…früher oder später wird wohl das web zum leitmedium und print nur noch zur adaption.» naja, von solchen aussagen ist wohl eher wenig zu halten: carson hat damals auch schon das «end of print» geschrien ;-) elektronische reader gibt's – interessiert niemanden. die elektronische zeitung? naja, in minority report aktuell, geht noch ein bisschen bis wir die haben. und wenn wir sie haben, dann wird wohl kaum in verdana gesetzt...

THOMANN

lieber oli, ich möchte hier nicht den niedergang der drucksachen verkünden, auch in zukunft wird es noch printmedien geben, jedoch darf man das gedruckte design nicht mehr als ausgangspunkt für die anderen kommunikationskanäle betrachten. web und print sind mittlerweile absolut gleichwertige partner und zukunftsfähiges design muss universell sein, da helfen engstirnige grenzen nicht weiter. ausserdem erschließt sich mir nicht warum im handel druckerschriften von der verdana angeboten werden, wenn man sie nicht drucken soll?

für mich persönlich gibt es viele schriften, welche ich schöner finde als die verdana, aber ich kann die entscheidung nachvollziehen und finde sie nicht falsch. die aufgabe eines designers liegt hier nun darin die verdana gekonnt einzusetzten und ggf. für den printeinsatz zu optimieren. aber leider schreien alle nach dem einfacheren weg und wollen die futura zurück. design wird nicht automatisch gut, bloß weil man diese oder jene schrift benutzt.

Thomas

» aber leider schreien alle nach dem einfacheren weg und wollen die futura zurück. design wird nicht automatisch gut, bloß weil man diese oder jene schrift benutzt.«
aber der einfachste weg wurde doch bereits begangen: wir nehmen 'einfach' eine systemschrift.

»genau mit den von dir genannten schriftentwürfen hat frutiger die jeweiligen vorbilder überholt. warum benutzt noch irgendeiner futura, wenn es doch die avenir gibt, die alle vorteile der futura besitzt ohne deren nachteile zu haben? hätte ikea sich für einen wechsel von futura zur avenir entschieden wäre das geschrei genau so groß gewesen.«
die avenir hat sich klar von dem geometrischen duktus der futura abgewandt. damit ist sie anders, aber nicht in jedem fall besser geworden. die ikea-futura passt insofern besser, weil sie bei den 'kritischen' buchstaben (mein erster kommentar, s.o.) bezüglich copytext optimiert wurde, und weil sie sich durch ihre klare architektur sowohl gut in einem vielteiligen kataloglayout behauptet, als auch gut zum ikea möbelstil passt, der – die bauhaus-parallele ist nicht von der hand zu weisen – oft der rationellen produktionsweise und klareren (oder einfacheren) formen den vorzug gibt.

die futura ist keine bauhaus-schrift und ist, wie du schon richtig angemerkt hast, eher traditionellen mustern verpflichtet. dem hat sie vermutlich auch ihren breiten erfolg zu verdanken, denn das bauhaus selbst hat in sachen typo eher konzeptionell und formal experimentiert, als 'gute gebrauchsschriften' hervor zu bringen.
aber dein anspruch an funktionalität in der typografie, der sich hier in 'extrem guter lesbarkeit' erschöpft, hat leider wenig mit dem zu tun, was typo darüber hinaus alles leistet!

im übrigen ist es nicht so, dass ich die entscheidung für verdana nicht verstehe; ich finde sie nur zu simpel und in gewisser weise 'arm'. angenommen, sie würde nun von super layoutern gut typografiert? das könnte auch nicht darüber hinwegtäuschen, das es eine schrift für screen-typo ist (die sich natürlich drucken lässt, damit sie auch auf dem papier rezipiert werden kann).

p.s.
ich finde nicht wirklich, das ikea so etwas wie die konsequentere umsetzung des damaligen bauhaus-gedankens ist. dafür werden in ihrem möbelprogramm zu viele konzessionen an kitsch und (klein)bürgerlichen status gemacht (was freilich bei anderen einrichtungshäusern meistens viel schlimmer ist). … ich fände es andererseits wirklich schön, wenn ikea oder irgendeine neugründung den bauhaus-gedanken mal aufgreifen und konsequent funktionale, qualitativ gut entworfene und dabei erschwingliche möbel anbieten würde. gutes design sollte ja idealer weise produkte nicht teurer, sondern bezogen auf den einsatz an energie und material, günstiger machen. die typo dazu sei dann bitteschön wie die möbel ein N E U E N T W U R F … :)

THOMANN

@ Thomas: du triffst den nagel auf den kopf. ikea arbeitet für die masse und denen gefallen diese »kleinbürgerlichen« möbel. ikea will so vielen menschen wie möglich möbel verkaufen die ihnen gefallen und dass zum günstigst möglichen preis. das was designer immer als herausragend bezeichnen gefällt rund 85 % der bevölkerung gar nicht. jeder weiß wahrscheinlich wie schrecklich das jungvonmatt-durchschnitts-wohnzimmer aussieht.

fakt ist also: wie gleiche ich effizient print- und webdesign an ohne geld für typografen etc. auszugeben? die antwort: genau!

b.t.w. die kostenlose pr die ikea mit dieser diskussion erhalten hat ist sensationell. wäre zu überlegen ob man das auch geplant erzeugen kann...

Gast

Hallo Zusammen,

wahrscheinlich bin ich hier wieder nicht richtig, aber ich hab schon überall gesucht, nun möchte ich das hier nicht unversucht lassen.

Ich bin auf der Suche nach dem Song aus der Ikea-TV-Werbung, in der der Katalog 2010 vorgestellt wird. Kann jemand von euch helfen?

Lieben Dank im Voraus.

Janina

Gast

Die Diskussion ist wirklich albern. Es kommt nicht darauf an, wie schön eine Schrift ist oder ob sie nur für Print oder nur Web konzipiert wurde, sondern was man damit macht. Die meisten Schriftsetzer haben eh kein Gespür für korrekte Spationierung mehr, für Proportionen von Headline, Subline zu Copytext, Zeilenabständen, Blockbreiten. Flattersatz ist ein Fremdwort, die Rechtschreibung ist in Deutschland seit der Rechtschreibreform sowieso mangelhaft. Kein anderes europäisches Land hat sich eine derart dümmliche Schreibweise angewöhnt, wo man jetzt statt »desweiteren« »Des Weiteren« schreiben soll oder statt »aufgrund« »Auf Grund« zu lesen bekommt. Es fehlen plötzlich allerorten Kommas, Worte die zusammengehören werden getrennt und verfälschen die Aussage. Dann sehen viele Satzkonstruktionen sehen aus, als ob sie dem Bildzeitungsdeutsch entsprungen, also angehäuft mit Bindestrich-Trennungen (wo man früher Bindestrichtrennungen schrieb).

Und dann über den Austausch dieses altbackenen Rennerfonts aufregen. Ich finde, daß ICOM aus der Verdana viel herausgeholt hat. Und das ist genau der Punkt, wo die Expertise zählt – wenn die Anforderungen steigen, wenn es darum geht, aus weniger mehr zu machen. Insofern sollte jeder mal zuhause hingehen und mit einer Comic Sans und mit der Arial nebst Arial Condensed und Black versuchen, interessante Broschüren zu entwerfen. Das schärft den Verstand. Herb Lubalin ist auch hingegangen und hat mit der Cooper Black, von der er sagte, daß sie eine häßliche sei, und hat ein Jazzplakat konzipiert. Unerreicht. Bis heute. Weil auch der Inhalt überzeugte.

Thomas

mag sein, dass lubalin mit der cooper black damals überzeugte, ICOM überzeugt mich mit der verdana eben nicht. da kannst du noch so viel für deren low-budget-typo trommeln … :]

p.s.
ich finde es nicht gut, dass im betreff der kommentare nicht mehr die überschrift des threads steht. das macht den blog nur unübersichtlich und bringt an informationsgehalt rein garnichts. wenn jemand den betreff ändern möchte, kann er ja die überschrift überschreiben (übrigens eine gute möglichkeit den kommentar heraus zu stellen).
und warum stehen die letzten kommentare nun oben unter dem artikel? das fände ich interessant zu wissen, warum ihr euch dazu entschlossen habt.

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