Itamar Daube im Interview

Illustration aus Tel Aviv

Autor: Heinrich Raatschen

In dieser Serie mit Illustratoren und Illustratorinnen aus Tel Aviv stellen wir euch die spannendsten israelischen Kreativen im Bereich Grafikdesign, Animation und Illustration vor. Der Start war ein Interview mit der Comic-Zeichnerin Rutu Modan. Weitere folgen.

Itamar Daube ist Creative Director bei BabyFirst, einem internationalen Fernsehsender für Kleinkinder. Außerdem ist er Illustrator und Karikaturist bei Yedioth Ahronoth, einer führenden liberalen Zeitung Israels. Darüber hinaus ist er Leiter für Illustration und Animation in der Abteilung für visuelle Kommunikation am Shenkar College of Engineering, Design and Art in Ramat Gan. Wir trafen uns in seiner Mittagspause in einem Straßencafé in Tel Aviv, nahe dem Büro des Fernsehkanals, bei dem er arbeitet. Er ist Anfang Vierzig, verheiratet und hat drei Kinder. Er absolvierte die renommierte Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem.

Du machst so viele verschiedene Dinge. Lass uns damit beginnen, über deine politischen Karikaturen zu sprechen.

Es ist wahr. Als Illustrator in Israel muss man mehr als eine Sache machen und mit drei Kindern muss man auch Geld verdienen. Als politischer Karikaturist arbeite ich für eine gedruckte Zeitung, Yedioth Ahronoth, sie ist Anti-Netanyahu, liberal, aber nicht links. Ich glaube, ich wurde für meinen Stil und meinen Animationshintergrund ausgewählt, die Zeitung will den neuen Trends in der Illustration nahe sein. Ich bekomme mein wöchentliches Briefing vom Redakteur und der Journalistin, die die Kolumne schreibt. Die Fristen sind kurz, meistens zwei bis drei Stunden. 15 Minuten war die kürzeste Deadline, die ich hatte. Politische Porträts sind die Art, die mir am besten gefällt.

Du machst Animation für einen amerikanischen Fernsehsender. Würdest du dir vorstellen, Illustration auch im internationalen Kontext zu machen?

Ich würde gerne eine internationale Karriere haben. Du musst nicht ins Ausland ziehen, um das zu tun. Es ist einfach, hier zu leben und international zu arbeiten, so wie ich es bei BabyFirst tue, einer Fernsehkette mit Sitz in Los Angeles. Das Web macht vieles möglich.

Auf welche der vielen Dinge, die du tust, würdest du nicht verzichten?

Ich bin zuerst Illustrator, dann Animator und Designer. Die Lehrtätigkeit am Shenkar College zwingt mich, zu erklären, was ich tue. Es gibt dir die enorme Chance, das, was du tust, zu strukturieren. Und die Studenten dort sind sehr aufmerksam.

Erzähl uns ein wenig über die Stile, die dir gefallen.

Ich schaue mir viele Trickfilmproduktionen aus den 60ern an, die klassischen Pink Panther Trickfilme. Die Musik der Zeit ist auch toll. Charles Mingus sagt: »Das Einfache kompliziert zu machen ist normal; das Komplizierte einfach zu machen, sehr einfach, das ist kreativ.« Das ist es, was ich auch zu tun versuche.

Mehr über Itamar Daube:
itamardaube.com
instagram.com/itamardaube

Bildquellen: Maariv, Globes, Yedioth Ahronoth

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