Wie jedes Jahr gibt es ein Buch, in dem die Gewinnerarbeiten des Wettbewerbs »100 beste Plakate« abgebildet sind. In diesem Jahr gibt es außerdem noch zwei redaktionelle Beiträge, die das Thema Wildwechsel untermalen.
Der »Försterlook« ist gut gelungen: Munken Print im Innenteil, Brillianta und Khepera Madera außen. Das passt.
Noch bis 25.07. kann man sich die Ausstellung in Berlin ansehen, dnaach geht die Tour weiter nach Essen, Dornbirn, Luzern und Wien.
Pressetext:
Es wird wild! Der Wettbewerb um die 100 besten Plakate hat sich in den letzten Jahren vom Geheimtipp unter Avantgarde-Designern zum Trendsetter entwickelt. Der letzte Katalog war nach einem halben Jahr vergriffen und im Wettbewerb „Deutschland – Land der Ideen“ sicherten sich die 100 besten Plakate souverän einen Platz unter den ausgewählten Orten.
Da steigt die Spannung auf die 100 besten Plakate des Jahres 2009 aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Jury hat getagt, Trix Barmettler, Günther Karl Bose, Flavia Cocchi, René Grohnert und Reinhold Luger hatten die Qual der Wahl unter 1600 eingereichten Arbeiten. Ein Drittel übrigens von Studierenden eingereicht – vielleicht ist das einer der Gründe für die Ideenfrische.
Jetzt wird im Zeughaus in Feldkirch wie wild daran gearbeitet, wieder einen ganz besonderen Katalog zu gestalten. Thema des redaktionellen Beitrags von Peter Klinger ist diesmal wildes Plakatieren, Wildwechsel heißt deshalb das Buch und das Holzcover verspricht ein Qualitätserzeugnis aus dem Zeughaus.
Die Ausstellung in Berlin wird am 24. Juni eröffnet. Wer sich nicht auf den Weg nach Berlin machen kann, ist mit dem Katalog alles andere als auf dem Holzweg. Die Ausstellung tourt dann über Essen und Luzern nach Dornbirn und Wien, das Buch können.
100 beste Plakate 09
Deutschland - Österreich - Schweiz
Thema: Wild
Tex: deutsch, englisch
Umfang: ca. 240 Seiten mit ca. 220 farbigen Abbildungen
Format: 21 x 24 cm
Ausführung: Festeinband, Halbleinen mit Holzimitat-Cover und Prägung
ISBN: 978-3-87439-803-9













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peter p.
Wer glaubt denn diese großartige Farce noch? Bis auf ein paar wenige Ausnahmen sehen die prämierten Plakate so aus wie die Plakate der letzen Jahre dieses Wettbewerbs. Mal ganz abgesehen davon, das wirklich jedes Jahr ca. 1/4 der Plakate von den immer gleichen Gestaltern prämiert sind. Sicher, diese Personen gehören zweifelsohne in die Topriege der Designer, aber doch bitte nicht jedes Jahr das selbe, und bitte nicht mit teils peinlichen Beiträgen.
Ich kann und will nicht glauben, dass aus drei Ländern immer die selben mit dabei sind, und das sie sich dann noch tatsächlich gegen die Heerscharen von fähigen Designern aus drei Ländern (ja, ich wiederhole mich hier sehr gerne) durchsetzen können.
Man muss die Jury aber auch ein wenig in Schutz nehmen, es ist nicht immer leicht – trotz anonymer Teilnahme einen typischen Loesch, einen sofort erkennbaren Troxler, bei Plakaten sich immer selbst treu bleibenden cyans, den lockeren naiven Stil Hickmanns, etc. – unvoreingenommen zu sein, zählen diese Herrschaften doch zum sogenannten Urgestein der Plakatgestaltung.
Der »Rest« wird dann mit Plakaten gefüllt auf denen bekannte Namen zu lesen sind, oder durch die Bank weg nur von Kunst und Kultur handeln.
Leute, glaubt ihr den Schmarn tatsächlich noch? Oder bin ich einer der wenigen »Aussenstehenden« der sich noch für den Wettbewerb interessiert und sieht, das schon seit langem immer nur den selben gehuldigt wird.
Es ist wirklich schade um diese großartige Idee.
Bernie
Es ist a) Die Unfähigkeit vieler Designer, schöne, klare und grafisch hervorragende Plakate zu gestalten.
Es ist b) die Unfähigkeit der Jury, Stop zu sagen, denn die Arbeiten sehen seit Jahren immer gleich aus. Somit widerspricht sich ein Wettbewerb, wenn der keinen Richtlinien mehr folgt, und keinen Wert drauflegt, gewisse Umbrüche einzufordern. Es ist ein gedackel, gegenseitiges in-den-Arsch-kriechen, und wenn darauf hinweist, wird als Spalter deklariert, aber dann immer von denen, die selbst nichts wirklich aufregendes publizieren.
Daraus folgt, dass ein Troxler oder Loesch als einzige fähig sind, gute (mehr oder weniger) Plakate zu machen, die Preise und damit auch die folgenden Aufträge, abzuräumen.
Sicherlich hängt da auch etwas Eitelkeit mit drin, aber Fakt ist unterm Strich, dass diese Altmeister keine Konkurrenz zu fürchten haben.
Warum? Weil in ihren Arbeitren eine Idee drinsteckt, weil sie einfach gehalten ist, weil sie die zu bewerbende Information klar und deutlich transportieren. Aber seit Herr Sagmeister seine Klopapierrollen auf dem Fußboden ausrollte, meint jeder, das gleiche tun zu müssen. Aber mit Klopapier wischt man sich den Arsch ab (Blöder österreichische Humor).
Ich würde heute keinem Nachwüchsler einen Großauftrag für die Gestaltung einer Werbekampagne geben, wenn ich sehe, dass die sich nur auf Photoshopfilter und Graffiti verlassen, herumspinnen, und sich nichts sagen lassen wollen.
Die verkaufen später Ihre Poster zu 100 Euro und danach sich selbst als Verkäufer an C&A.
Ich bin jedoch der Meinung, dass der Nachwuchs mehr kann, doch er muss lernen, auch mit den Mitteln der Altmeister zu arbeiten. Denn für Graffiti interessiert sich der Großteil der Menschheit eher wenig. Auch nicht für Studentenarbeiten, die sich mit Bierbuden beschäftigen.
e.va
Gähhhhhn! 'ne andere langweilige Geschichte ist…
Dass Troxloeschs bei dem Wettbewerb gewinnen ist aber ebenso vorprogrammiert wie die Kritiker, die sich nach dem Erscheinen des Buches über eben diesen Fakt aufregen.
Teufelskreis.
peter p.
Und jedesmal wenn die "Hater" kommen, kommen die belehrenden, die einem sagen, das die "Hater" da waren. Wie war das mit dem Teufelskreis?
e.va
Peter p., ich gebe dir völlig Recht, davon kann ich mich nicht freisprechen!
Bernie
Liebe Eva, ein Teufelskreis ist auch die momentane Rückkopplung in der Grafikdesignszene:
Grafiker A baut ein Werk, Grafiker B lässt sich davon inspirieren und baut es nach. Grafiker A wiederum lässt sich dann von diesem Werk inspirieren; und baut es nach.
Deswegen kommen die Troxlers, Loeschs und Sagmeisters so schnell nach vorn. Denn Ihre Werke sind Unikate bzw. Absendergekennzeichnet. Auch wenn sie sich, wie Troxler, oft selbst „zitieren“, bleibt diese Herkunft klar erkennbar.
Das mit „Hating“ und „Belehren“ nichts zu tun. Wenn man nicht ab und an darauf hinweist, bleibt es immer beim gleichen Schmu, egal, ob's Grafik- oder Produktdesign ist. Man muss abundzu mit gewissen Stilen brechen, sonst verkommt das Genre zur Farce.
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