17. Apr 2009 2384

Between the folds

Europa-Premiere im Walhalla-Theater Wiesbaden


Gestern Abend fand im Rahmen der Designtage Wiesbaden, welche unter dem Motto »Access All Areas« stehen, die Europa-Premiere des vielfach ausgezeichneten Dokumentationsfilms über Origami »Between the Folds« statt.


Ein paar kurze Fakten zum Abend: organisiert von Q GmbH Wiesbaden, moderiert vom Geschäftsführer Thilo von Debschitz, ausverkauft und mit Ehrengästen wie der Regisseurin Vanessa Gould (und ihrem Vater, die extra dafür aus den USA angereist waren) sowie dem Origami-Künstler Sipho Mabona aus Luzern (ein Interview mit ihm folgt in der Juni-Ausgabe des Slanted Magazins #8).


All diejenigen, welche eine Karte ergattern konnten, durften sich gleich zu Beginn der Veranstaltung über ein Gespräch mit Sipho Mabona freuen, welcher als Origami-Künstler am mehrfach ausgzeichneten Asics Werbespot "Pursuit of Perfection" mitwirken durfte.

Nach einer kurzen Pause, in der man sich für »Between the Folds« auf Englisch (im Theatersaal) oder auf Englisch mit deutschem Untertitel (in einem kleinen, gemütlichen Kino im Untergeschoss) entscheiden konnte, begann die Filmvorführung. Selten hat mich eine Dokumentation so inspiriert und verblüfft. Origami war für mich immer der Papierkranich, welcher oft als Sinnbild für die Kunst des Papierfaltens eingesetzt wird. Ich wusste bis gestern Abend nicht, wieviele verschiedene Arten von Origami es wirklich gibt – und dies keinesfalls nur im fernen Osten, sondern auch in Frankreich, den USA, Israel ...

Die verschiedenen Künstler im Film, hatten trotz sehr unterschiedlicher Herangehensweisen, alle etwas gemeinsam: Sie lieben Papier und zeigen durch ihre Kunst sehr persönliche Emotionen. Manche falten ausschließlich Personen, deren Gesichtsausdruck mehr sagt, als 1000 Worte, andere entwerfen Krokodile, die knapp 2 Meter lang sind – und dies alles aus einem Stück Papier nur durch Falten. Es gibt durchaus Künstler, die eine ganz andere Richtung einschlagen: Origamiskulpturen, die nur aus einem einzigen Faltschritt bestehen oder basierend auf Origami komplexe physikalisch-mathematische Erkenntnisse ziehen. Selbst unsere DNA ist gefaltet.



Eine stiller Beigeschmack der Künstler war ebenfalls herauszuhören: Nehmt Origami als Kunst wahr, nicht als sinnloses Falten!


Leider muss ich diejenigen (vorerst) enttäuschen, die sich den Film gerne ansehen möchten. Vanessa, die nach dem Film ebenfalls zu einem Gespräch gebeten wurde, verriet, dass der Film vorerst nicht in die deutschen Kinos kommen werde, aber man sei an der Planung für die Veröffentlichung auf DVD. Ich bin gespannt.

Nächstes Jahr wird Q, welche 2007 auch Filmvorführung des Helvetica Films veranstalteten, wieder etwas Ähnliches auf die Beine stellen – dann vielleicht (der anwesende Oberbürgermeister hat schon fast zugestimmt) im großen Saal des Walhalla Theaters, der 1000 Interessierten Platz bietet!

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Pressetext (Greenfuse Films)

GREEN FUSE FILMS' award-winning documentary Between The Folds chronicles the stories of ten fine artists and intrepid theoretical scientists who have abandoned careers and scoffed at hard-earned graduate degrees - all to forge unconventional lives as modern-day paperfolders. 

As they converge on the unlikely medium of origami, they reinterpret the world in paper, and bring forth a fascinating mix of sensibilities towards art, expressiveness, creativity and meaning. And, together these offbeat and provocative minds demonstrate the innumerable ways that art and science come to bear as we struggle to understand and honor the world around us - as artists, scientists, creators, collaborators, preservers, and simply curious beings.
"Luminously photographed", with a "haunting" original score which features the Budapest Symphony Orchestra, the film paints an arresting portrait of the mysterious creative threads that bind us all - fusing science and sculpture, form and function, ancient and new.

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17. April 2009 - 17:38 – Julia | Kommentare (1)

Kommentare

Between the folds

Der Abend war sogar besser organisiert, technisch reibungsloser und inhaltlich interessanter als die see-Conference. Und das trotz sicher viel kleinerem Aufwand, weniger Sprechern, ohne coolen Trailer etc. Meiner Meinung nach jedenfalls ;)

20. April 2009 - 9:36 – Gast (nicht überprüft)

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