Im Rahmen der Typo Berlin 2008 wurde auch das COLORSNOTEBOOK vorgestellt. Wer die Blanco-Heftchen bekommt, die Grundlage für diese Buchbände sind, kann sie füllen wie auch immer er will. Seit 2006 werden Tausende davon regelmäßig in alle Welt verschickt, um jenen Menschen eine Stimme zu geben, die niemand hören will. Jedes Exemplar, das an COLORS zurückgeschickt wird, ist einzigartig.
Einige der COLORSNOTEBOOKS wurden für ein Medienprojekt ausgewählt. So entstanden zwei Buchbände, „Faces“ und „Violence“, die seit Anfang Juni 2008 im Verlag Birkhäuser erhältlich sind. Der Preis pro Band liegt bei 25,90 Euro.
Zu dem Projekt allgemein:
Es ist ein Projekt, das 2006 auf Initiative von COLORS Magazine – für das FABRICA, das Researchzentrum für Kommunikation der Benetton Group verantwortlich zeichnet - in Zusammenarbeit mit dem Centre Pompidou und Reporter ohne Grenzen gestartet wurde. COLORSNOTEBOOK ist eine „Sondernummer“ von COLORS, die 50 leere Seiten enthält.
VIOLENCE
In “Violence” sind Werke gesammelt, die aus aller Welt eingegangen sind. Sie sind eine Anklage gegen Gewalt und berichten von den Ungerechtigkeiten in der heutigen Gesellschaft. Für den Großteil der Teilnehmer an diesem Projekt wurde Notebook zum Sprachrohr ihrer Verzweiflung, Trauer und Furcht vor Krieg, Gewalt und ihren Auswirkungen.





FACES
Die Seiten in “Faces” enthalten eine Sammlung von Porträts und Selbstporträts, die aus den Werken Tausender Menschen aus der ganzen Welt ausgewählt wurden, die die Seiten ihres Notebook mit ihren Gedanken und Gefühlen zum Thema “Gesichter” gefüllt und an COLORS zurückgeschickt haben. Einige Ausdrucksweisen sind sehr persönlich, andere grausam politisch.






Credits: Fabrica
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Bernie
Die Idee finde ich wirklich gut und lässt auf spannende Ergebnisse hoffen. Doch wenn das da oben das Endresultat darstellt, weiss ich wirklich nicht, ob ich nicht doch lieber meinem Bauchgefühl folgen soll. Es ist entweder gutgemeinte Amateurkunst oder einfach nur pseudokünstlerische Schmiererei. Je nach Tagesform entscheidbar. Doch jedesmal, wenn ich auf Slanted schalte und diese Titelbilder sehe, ganz besonders das linke, wird mir schlecht. Also: Durchgefallen.
Tanja
Bernie und an die anderen, noch ein paar erläuternde Worte zum Verständnis:
"Gutgemeinte Amateurkunst" ist wohl treffender. Denn die "Designer", die da mitmachen, sind beispielsweise chinesische Gefangene, geistig verwirrte Menschen, südafrikanische Kinder, Künstler, Astronauten, aber auch ganz normale Durchschnittsmenschen. Diese Menschen sind unterschiedlich und doch gleich. Sie drücken in ihren Botschaften ihre Kreativität, Fantasie, Verzweiflung, Angst oder Bedrückung aus.
Bei den Einsendungen gibt es keinen Filter, keine Redaktion oder Zensur. In den Ausgaben kann jeder seine eigene Geschichte erzählen, mit Worten, Zeichnungen oder Fotos Botschaften in die Welt senden. Eben eine andere Art, um „dem Rest der Welt“ eine wirkliche Stimme zu geben. Das ist die Idee, die Du auch ganz gut fandest. Und ich denke, darum geht es in erster Linie und nicht, ob das nun "erstklassiges Design" ist.
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