Cristóbal Schmal wurde 1977 in der nordchilenischen Küstenstadt Arica geboren und studierte 1996 bis 2001 an der Universität von Valparaíso Graphikdesign. Cristóbal gestaltet Poster, Zeitungsillustrationen und Buchumschläge. In den letzten vier Jahren machte er ein Dutzend Zeichnungen für die Neue Zürcher Zeitung und doppelt so viele für die New York Times und die International Herald Tribune. Für das Londoner TimeOut Magazin illustrierte er zuletzt eine Stadtkarte mit Sehenswürdigkeiten. Nach dem Studium war Cristóbal einige Jahre Graphikdesigner bei Agenturen in Barcelona; seit 2008 lebt er in Berlin und arbeitet als freier Illustrator.

Illustration für Neue Zürcher Zeitung, 2013

Cristóbals Illustrationen sind meist großflächig, farbig, haben klare, reduzierte Motive, manchmal bringen ausgeschnittene Musterpapiere Texturen ins Bild. Viele der Grafiken verbreiten einen Touch 60er Jahre Revival, gepaart mit einer nur scheinbar groben Ausführung der Formen. Insgesamt ein Stil der persönlich ist, freundlich und elegant, und der von den Art Direktoren internationaler Zeitungen gerne gebucht wird. Ein Beispiel ist die Stadtkarte von London, die das TimeOut Veranstaltungsmagazin für ein Festival beauftragte, das im Verlauf des Jahres 2014 die drei Londoner Königspaläste der hannoveraner Könige zur Attraktion macht (“The Glorious Georges”).  

Illustration für TimeOut London, 2014

Für das Trickfilmfestival FIDA 2010 in Valparaíso gestaltete er Poster, für das Dokumentarfilmfestival in Barcelona kreierte er Poster, Katalogillustrationen und den animierten Video-Trailer. Die Leitmotive sind ein Mann und eine Frau; ihr Blick auf die Welt strahlt wie ein Filmprojektor. Das Motiv funktioniert in drei Metern Größe für die Außenwerbung genauso gut wie als Vignette im Programmheft. Seit dem Wechsel nach Berlin sieht man Cristóbals Arbeiten auch in Berlin – zunächst sein Poster für eine Neurotitan-Ausstellung 2010 und seither Blätter für den neuen, auf Grafik und Design spezialisierten Ausstellungsort Raum Italic.

 

Illustration für TimeOut London, 2014

Bücher sind das letzte Standbein von Cristóbals Produktion. Für den Verlag der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich lieferte er Cover und Text-Illustrationen zu einem architekturtheoretischen Buch. Thema sind große Baukomplexe welche nach Auffassung der Autorinnen das Stadtbild zerstören. Nach zahlreichen Vorschlägen und drei Monaten Kooperation wurde eine Lösung gefunden. Cristóbal gestaltete eine überzeugende Idee, nämlich eine Überlagerung von Bildflächen, so dass das Motiv eines großen Multifunktions-Baukomplexes die kleineren Motive des städtischen Umfelds überdeckt. Durch die bildliche Reduktion wird die Aussage des Buches unaufdringlich transportiert. 

Illustration für New York Times

Seine persönlichen Arbeiten, die man auf seiner neu lancierten Webseite sieht, sind oft Schwarz-Weiß sowie thematisch vielfältiger und beunruhigender. Beispiel ist «Klang», ein ziemlich existenzieller Kurzfilm. Daneben findet Cristóbal auch Platz für eine Band (“Labot Narrow”, bislang zwei veröffentlichte Aufnahmen) und andere kreative Projekte. Bei so viel Möglichkeiten - was wird Cristóbal in zehn Jahren tun? Vielleicht wird er Filme machen, oder er nimmt im Studio Musik auf, oder er macht weiter hervorragende Grafik und Illustration. Wir sind gespannt.

Poster für Dokumentarfilmfestival Barcelona, 2011

Poster für Dokumentarfilmfestival Barcelona, 2011

Poster für Trickfilmfestival in Valparaíso, 2010

Buchumschlag für GTA Verlag, 2014

Serie für Neurotitan Galerie, 2010

Illustration für Neue Zürcher Zeitung, 2013

Titelbild: Illustration für Paula Magazin, Chile

Rechte der Illustrationen bei Cristóbal Schmal

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