‚Mit der Ästhetik ist es wie mit dem ersten Eindruck, entweder man entscheidet sich in den ersten Sekunden dafür oder dagegen‘.

Esthers Plakate sind bewusst kein weiteres Produkt der Vektor-Generation, sondern wollen durch Ihre Fülle an Details den Betrachter einen Moment länger fesseln als üblich. Bestenfalls sollen die surrealen Kompositionen seine Neugierde und den Ehrgeiz wecken, noch mehr Elemente und Verbindungen entdecken zu wollen.

Entsprechend der komischen Oper, die gerne eine Spielzeit von 3 und mehr Stunden hat, sind Esthers Plakate auch kein Sekundenprodukt. Die Oper an sich ist opulent, gehaltsvoll und oftmals nicht besonders eindeutig. Deshalb hat sie lange entsprechendes Material gesucht, was sie auf Flohmärkten, in Läden und auf Straßen in Deutschland, Holland und Belgien zusammengetragen hat.

In aufwendigster Kleinstarbeit, hat sie dann das gefundene Material mit eigenen Zeichnungen und Malereien komponiert und digitalisiert.

Mit den Plakaten verhält es sich so wie mit der Architektur – gerät auch nur ein Baustein ins Wanken, muss er entweder gerichtet werden oder ein anderer gleicht es aus, geschieht dies nicht, droht das Bauwerk zu zerfallen. Jedes Plakat ist somit das Endprodukt dieses Gleichgewicht-Spiels zwischen leicht und schwer, groß und klein, banal und surreal, Komplexität und Einfachheit.

Wichtig war Esther, eben diese Einfachheit trotz der vielen Elemente zu zeigen. So sieht der Betrachter zum Beispiel als erstes einen Kopf im Profil, angelehnt an die Werke von Arcimboldi, und kann dann langsam die weiteren Details wahrnehmen, ohne von der Fülle überfordert zu sein.

UMFANG: 10 A1-Plakate, cmyk, Digitaldruck

Ein Auszug der Plakate könnt Ihr hier betrachten!



kai

beim anblick der plakate sprang mir sofort das sledgehammer-peter gabriel-video in den kopf, das sich ja natürlich auch nur der stilmittel der letzten 500 jahre bedient......

generell gefällt mir diese überladene ästehtik, finde jedoch die typhografie nicht gut eingesetzt....das passt für mein gefühl nicht zusammen....!

Bernie

Oh ja, die Typo passt nicht.
Aber das macht ja nichts. Bildmotive sind wirklich gut!

Man sollte mal schauen, was Uwe Loesch mit Typo macht
www.uweloesch.de

Man kann Typo zurückhaltend, weiß, einsetzen (Helvetica condensed)
Dann vielleicht das Plakat "einschneiden" und die Typo lugt untendrunter hervor.
Oder semitransparente Streifen drüberlegen, und darauf den Text.
Bisschen verschieben und so.

Ausserdem braucht es Oldschoolschriften – Helvetica, Futura, etc.
Und bloß keine Filter (Schatten, Embose, etc.). Die entwerten das Bild.

Gast

gerade die typo ist dabei gelungen und "ungesehen". was will man auf so einem plakat mit sattgesehenen schriften wie futura, helvetica etc. da rennt man eher vorbei weil man denkt »schon gesehen.«

dertobi

interessante Motive – wenn auch aus der Photoshop-Generation mit zu weicher Auswahlkante – aber die Typo müsste einen Kontrast zum Rest bieten können. Beim ersten Plakate habe ich zuerst nur »Nische von Rave« gelesen …

Gast

Wahnsinn,

selten so etwas gesehen! Endlich mal was anderes!

Gast

nichts für ungut - aber..

..ich verfolge jetzt schon seit ein paar monaten mehr oder weniger regelmässig die artikel auf dieser seite und fand die meisten interessant bis hilfreich! insgesamt ist das hier sehr gelungen finde ich! aber als ich das erste bild dieser reihe gesehen habe dachte ich erst, es wäre ein aufschrei gegen die "-Generation mit zu weicher Auswahlkante" (danke)..

das mit der typo wurde ja schon mehrmals gesagt, ich möchte es aber nochmal unterstreichen, weil es für mich den gesamteindruck einfach nur nochmal bestätigt und der ist klar, dass hier jemand noch nicht wirklich per-du mit PS ist, auch wenn ofensichtlich viel zeit und arbeit investiert wurde! ich bin selbst noch student (grafik&industrie) und sehe viele wischi-waschi-layouts bei denen dank weicher kanten einfach x-sachen übereinander gepackt werden.

das hauptproblem dabei ist, wie bei erstem bild gut zu erkennen, dass meist die perspektive der einzelnen elemente nicht übereinstimmt, was aber durch extra weiche übergänge "behoben" wird.. so leid es mir tut, dass ich mich hier so negativ über die arbeit einer person auslasse die ich garnicht kenne - das niveau dieser anzeigen ist absolut nicht diplom-würdig.

__

oder hab ich was übersehen?

Gast

Ich denke hier scheiden sich die Geister ...
entweder man mags oder nicht, wie die Diplomandin vorangestellt hat.

Weiche Übergänge und ein Verzerren der Perspektive scheinen hier das Prinzip zu sein und kein Ausdruck von Nichtkönnen! Mir persönlich gefällt es sehr gut und auch bei der Typo kann ich nicht meckern. Bis auf das letzte Plakat hier, finde ich sie äußerst gelungen. Ich finde, das ist eine ausgezeichnete Arbeit und ich kann deinen Standpunkt nicht nachvollziehen.

Ansichtssache eben!

Ansonsten sehen die Arbeiten hier sehr gleich aus. Diese hebt sich davon ab.

Gast

ansichtssache? sicher! und mein, zugegeben etwas harte urteil, ist ja auch nur mein senf zu diesem artikel.. was mir fehlt ist einfach ein klare sprache, etwas das sich durch die serie hindurch wiederfindet. andererseits bleiben viele fragen offen. so zb: warum hat das plakat für die komische oper einen gelben rahmen und die anderen, hier gezeigten, nicht? warum ist der fächer im ersten plakat nicht sauber freigestellt, sondern wieder weich radiert, einmal in die kontur rein, ein andermal ist noch etwas ausserhalb stehengeblieben.. details wie dieses wirken auf mich einfach etwas unsauber, was, für mich, in konsquenz die ganze philosophie dieses stils in frage stellt.

ich möchte allerdings noch betonen, dass ich davon überzeugt bin, dass in den plakaten eine menge arbeit und auch herz steckt und dass es wohl letzten endes tatsächlich geschmackssache bleibt, insofern ist das einleitende zitat sehr treffend!

Gast

Phantasievoll, interessant, ästhetisch und ungesehen! Kompliment, muss ja nicht immer der Minimalismus sein!! Ich finde die Typo passt ganz gut -

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