Ellen McFadden (1968); Designer Unknown (2007)

Dieser Link wird schon seit ein paar Wochen per Twitter in Umlauf gebracht, ich wollte es trotzdem hier nochmals rein stellen, vielleicht kennen ihn ja noch nicht alle. Hier wurden extreme Beispiele zusammen getragen, die den Umgang mit Urheberrecht, der ja auch gerade in der Literatur durch Helene Hegemann wieder neu entfacht wurde, wieder mal in den Fokus rücken. Und die üblichen Fragen tauchen auf ... Zitat, Absicht, Kopie? Wirklich gewusst was man hier nachmacht? – oder schlicht drauf gehofft, dass es schon keiner merkt. Wie mein Kollege heute sagte, man hat schon mal den Eindruck, dass Inspiration mit Nachmachen verwechselt wird. In diesem Sinne wünsche ich ein schönes WE und gute Ideen.

Christoph

... ich würde mal behaupten, dass mindestens die hälfte davon gewollte ironische zitate des originals sind, meist in kulturellem zusammenhang. Insofern ist die Diskussion an der Stelle nicht immer nachvollziehbar... Ein paar sind bestimmt einfach geklaut, andere Zufall.

CHris S

was war zuerst da, das ei oder das huhn?

debruehe

Also die meisten sind doch mit Sicherheit Zitate im Zuge des Retro-Trends. Man kann natürlich drüber diskutieren, ob es Sinn macht, die Sachen fast 1:1 zu übernehmen. Aber in böser Absicht die Idee als die eigene zu verkaufen, glaube ich, haben die wenigsten da gehandelt.

Gast

da ist santed selbst aber auch kein unbeschriebenes blatt.... ich erinnere mich an die plagiate, was war das naochmalß ich glaube das design einer tüte wurde abgekupfert....

sven

schon ziemlich arm. sowas könnte ich nie in den druck geben.. dann würde ich mir scheisse vorkommen. das plakat oben finde ich schon sehr peinlich.

Gast

Bei den ganzen Plattencover oder Konzertplakate wird ja generell mit dem Plagiat bewusst gespielt.

Gast

Ich sehe dieses Thema sehr kritisch und bin der Meinung, dass es Pflicht sein müsste, genau wie bei Texten jedes Zitat, auch die indirekten, also auch die nicht 100%igen Kopien kenntlich zu machen. Der Urheber des Originals sollte immer klein irgendwo auf dem Plakat usw. genannt werden. Sollte der Urheber nicht genannt werden, handelt es sich dann um ein Plagiat. Ich finde sogar, dass man nach Möglichkeit den Urheber informieren und ggf. um Erlaubnis bitten sollte, aber das könnte bei sehr beliebten Motiven für den Urheber auch stressig werden. Ein bewusster Umgang mit dieser Thematik ist sehr wichtig für den Respekt vor unserer aller Arbeit.

Gast

seh ich genau wie debruehe, fast jedes beispiel ist ein zitat oder eine hommage.
find ich nicht so spannend. wann macht endlich jemand mal eine sammlung von dreiecken im weltall? das fänd ich spannender und »aufklärender«, zu zeigen wieviele designer sich derselben formen bedienen um »visuelle kommunikation« zu betreiben.

Gast

kopieren = kapieren

Gast

„Ein Bild, wo jemand sich die Mühe macht, es zu kopieren, muß was wert sein.“

Frei nach Salvador Dali

hans schumacher

Mist, die Verdrängung hat bisher gut funktioniert, aber jetzt fällt mir meine Paraphrase auf das Woodstock-Motiv wieder ein (key visual für ein event, das unter dem Motto Flower Power stand, sic, garantiert retro) Seinerzeit wurde die Vorlage aus der Jugend des verantwortlichen Eventmanagers dezent über den Tisch geschoben, und – passt ja – eine grosse Anzahl der Beispiele scheint für den Veranstaltungsbereich äh, geschaffen, worden zu sein. Siehe auch unsere schöne Diskussion http://www.slanted.de/eintrag/face-face-9-la-france-meets-deutschland

Ob es daran liegt, dass die Verantwortlichen im Vorfeld einer Party zu euphorisch/berauscht agieren und damit unter eingeschränkter Kritikfähigkeit leiden? oder die Kombination aus Geld- und Zeitmangel eine Leckt mich Haltung hervorbringt (you dont give a shit, i dont give a shit either) who knows. Anspielungen auf Bekanntes sollen vielleicht einfach auch nur den garantierten Konsens schaffen.

Das Wilko Tourplakat nach dem Graphis-Cover ist dabei doch ganz witzig– also im Sinne einer weitergeführten Idee. Ansonsten sind Zitate dann soo cool doch eher auch nicht »Hey Wahnsinn, das Müller-Brockmann Sample in deinem/eurem Poster« und die Gleichung kopieren = kapieren führt im Umkehrschluss bestimmt nicht in logischer Folge zum Style Dictator, soviel ist doch sicher.

Gast

Nothing is original. Steal from anywhere that resonates with inspiration or fuels your imagination. Devour old films, new films, music, books, paintings, photographs, poems, dreams, random conversations, architecture, bridges, street signs, trees, clouds, bodies of water, light and shadows. Select only things to steal from that speak directly to your soul. If you do this, your work (and theft) will be authentic. Authenticity is invaluable; originality is nonexistent. And don’t bother concealing your thievery—celebrate it if you feel like it. In any case, always remember what Jean-Luc Godard said: “It’s not where you take things from—it’s where you take them to.” — Jim Jarmusch

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