»Grotesk«, ein vernichtendes Urteil über die Schriftentwerfer des 19. Jahrhunderts, die etwas völlig Undenkbares, noch nie Gesehenes gemacht hatten: Schriften ohne Serifen! Ein schrecklicher Anblick! Wer wird so etwas Hässliches verwenden? – So ändern sich die Zeiten. Serifenlose Schriften haben sich nicht nur zu einem Standard entwickelt, sie stehen für Modernität und weisen eine enorme Bandbreite von Sachlichkeit bis Experimentierfreude auf. Derartige neue Ideen brauchen aber nicht nur Mut und Beharrlichkeit, sondern auch die Möglichkeit für Austausch und Entwicklung.
Einen Blick über den Tellerrand bieten die diesjährigen Tage der Typografie mit Workshops und Vorträgen unter anderem zu Magazingestaltung, Schriftdesign und Typografie.

Namhafte Referenten und spannende Workshops bilden auch in diesem Jahr das Herzstück der Tage der Typografie:
Prof. Susanna Stammbach, die in Basel seit 1991 ihr eigenes Atelier mit Schwerpunkt Info- und Leitsysteme führt und einen Lehrstuhl an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Luzern hat, leitet einen Workshop, der von Buchstabenproportionen bis zur Entwicklung einer eigenen Schrift ein breites typografisches Spektrum umfasst.
In die Grundlagen der Magazingestaltung führen Tanja Huckenbeck und Peter Reichard aus Offenbach/Main, Designer, Herausgeber des »spatium – Magazin für Typografie«, Autoren und Dozenten für Typografie in ihrem gemeinsam geführten Workshop unter dem Motto »Magazin grotesk« ein.
Alessio Leonardi lebt und arbeitet als Designer, Schriftentwerfer und Buchautor in Berlin. Zusammen mit Imme Leonardi leitet er das Design-Studio Lion&Bee. Seit 2001 ist er Landesdelegierter für Italien bei der ATypI. Seine Schriften werden von FontShop, Linotype und seit 2002 auch von seinem eigenen Label und Online-Shop BuyMyFonts.com vertrieben. In dem von ihm geleiteten Workshop soll das Alphabet vergessen und mit Bilden Lesen und Schreiben gelernt werden.
Eine alternative Schrift für die Fußball-Weltmeisterschaft zu entwickeln, darum geht es im Workshop von Stefan Claudius, Mitbegründer der in Essen beheimateten Cape Arcona Type Foundry und Mitveranstalter des Typoforum 33pt an der FH Dortmund.
Neben den eher praxisorientierten Workshops finden auch Vorträge statt: Im Eröffnungsvortrag referiert Indra Kupferschmid von kupferschrift unter dem Motto »Serifenloselinearantiquamitklassizistischemcharakter« über die -Groteskheit der Schriftklassifikationsgruppenbegriffe. Simone Wolf, Mitbegründerin von Typevents referiert über Event-Design anhand von Beispielen wie der ATypI oder Temporary Type.
Die Tage der Typografie bieten wie jedes Jahr ein umfangreiches Weiterbildungs-Angebot rund um (Schrift-)Gestaltung und stellen somit eine interessante Möglichkeit dar, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und gleichzeitig Neues zu lernen. Organisiert wird dieses außergewöhnliche Event vom Institut für Medien, Bildung und Kunst, mit Unterstützung von Typosition – Botschaft für Typografie und Gestaltung aus Offenbach sowie Typevents aus London.
Weitere Informationen, das komplette Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung findet man unter www.tagedertypografie.de .

alberto

Ich finde die gestaltung für diese Tagung ein bißchen
peinlich. Was hat den diese Typografie mit Grotesk Schriften
zu tun. Ich dachte immer das Gestaltung auf das Thema neugierig machen sollte. Statt dessen wird mit so einem auswechselbaren modischen Auftritt geworben...und das bei einer Typografietagung!

designmacherei Peter Reichard

Hallo Alberto,

»Was hat den diese Typografie mit Grotesk Schriften
zu tun« NICHTS.

Grotesk hat ja eine doppelte Wordbedeutung. Wir haben ganz bewußt für den Auftritt eine Schrift und grafische Elemente genutzt, die eben nicht aus der Welt der Serifenlosen stammen. das wäre ja auch wohl etwas zu einfach.

Wir haben gerade beabsichtigt dass man darüber stolpert und nachdenkt, was »grotesk« denn eigentlich bedeutet, dass es meher als eine Bezeichnung für Serifenlose Schriften ist. Denn die Workshops sind thematisch auch vielfältiger als nur dieses eine scheinbar offensichtliche Thema.

tschau
Peter

Heinrich

der witz ist doch ziemlich klar, gerade in der typoszenne sollte es gut verstanden werden, ich finde es sehr nett, die unterzeile hätte ich vielleicht in kapitälchen gesetzt aber darum geht es nicht.

Heinrich

der witz ist doch ziemlich klar, gerade in der typoszenne sollte es gut verstanden werden, ich finde es sehr nett, die unterzeile hätte ich vielleicht in kapitälchen gesetzt aber darum geht es nicht.

CHR15

spiekermann rennt ja auch mit nem WEIDEMANN-t-shirt rum.

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