Herzchen ist eine neue, gut ausgebaute, serifenlose Schrift. Die schwungvollen Buchstabenformen erinnern ein wenig an Serifenschriften, bei genauerem Hinsehen jedoch eher an aufrechte Kursive. Verspielte Details geben dem Schriftbild Charme und machen Herzchen lebhaft und unverwechselbar. Mit vier Schnitten eignet sich die Schrift für einfache Corporate- und Editorial Design Projekte. Für individuelle Gestaltungen sind im Expert-Schnitt viele Ligaturen abgelegt.
www.font-o-rama.com

Sharif

Eine schöne Schrift. Bis ins Detail. Auch für den Ligaturen-Liebhaber wird einiges geboten.

Der bin ich allerdings nicht und werde es auch nicht mehr.

Diese ursprünglich mal aus Gründen der Gewinnmaximierung erfundene "Arbeitserleichterung" für den Handsetzer (einen oder mehrere Griffe in den Setzkasten gespart), wirkt heute für mich völlig unzeitgemäß. Irgendwie hat das was "geschmäcklerisches" dieses ganze Getue mit den Ligaturen ...

"Wo ist denn der i-Punkt?" fragt mich gerade der Korrektor.

Thomas

shimun, du sprichst mir aus der seele.
mich wundert es immer wieder, wie solche kleinkarierten typotrends widerspruchslos auf einen sockel gestellt werden.

Thomas

nein, nicht shimun … sorry: Sharif!

CHR15

wo ist das problem?
wer ligaturen braucht,
wer sie liebt,
wer will –
der verwendet sie.
wer nicht,
der lässt es sein.
--
was ist daran unzeitgemäß oder überhöht?
eigentlich höchstens die diskussion darüber, oder?

Thomas

ach chr15, natürlich kann jeder wie er will und ich bin kein ausgewiesener gegner von ligaturen. das problem ist, das manche ihrer verehrer daher reden, als seien sie das höchste. Sharif hat doch astrein rübergebracht, das es eigentlich keinen grund mehr für ihren einsatz gibt. abgesehen davon sind ligaturen je nach schriftstil sowas von panne … oder hättest du sie gerne standardmäßig in so modernen klassikern wie helvetica, univers oder frutiger? stell dir vor, die haben keine ligaturen und das ist *gut* so.

> was ist daran unzeitgemäß oder überhöht?
eigentlich höchstens die diskussion darüber, oder?

das kann einem heute tatsächlich sowas von egal sein, da gebe ich dir durchaus recht.
in der postmodernen sophisterei, ist man unzeitgemäß, wenn man sich an etwas unzeitgemäßen stört? bin ich halt in deinen augen von gestern …

CHR15

ligaturen haben heute nur noch reinen gestaltungs- bzw. liebhaberaspekt. genau deswegen halt ich sie ja NICHT für unzeitgemäss.
und warum du in meinen augen von gestern sein sollst, bleibt für mich ewiglich ein geheimnis der postmodernen sophisterei.

Thomas

> ligaturen haben heute nur noch reinen gestaltungs- bzw. liebhaberaspekt. genau deswegen halt ich sie ja NICHT für unzeitgemäss.

ausschließlich genial!

> und warum du in meinen augen von gestern sein sollst, bleibt für mich ewiglich ein geheimnis der postmodernen sophisterei.

hihi! ich lach mich schief – ehrlich!

CHR15

was ist eigentlich los?

Thomas

nein 'ehrlich' ist ein doofes wort. ich meine 'wirklich'. und eigentlich gehört hier nicht 'schief' hin, sondern 'slanted'. jawohl!

Thomas

CHR15, ich bin nur albern und habe jetzt feierabend. so long!

steff

ich weiss nicht was an ligaturen unzeitgemäß sein soll. ich finde es nun mal nicht schön wenn einzelne ziffern sich unglücklich überschneiden - wie in beliebigen büchern beliebiger verlage zum beispeil f und i das tun.

warum soll es also keinen grund mehr zum einsatz von ligaturen geben? von "typotrend" zu sprechen finde ich zudem äußerst gewagt, denn bevor ligaturen in metall gegossen wurden, waren sie über jahrhunderte lang bei handschriftlichen dokumenten schon gang und gebe.

topic: irgendwie würde ich ungern eine schrift verwenden, die "herzchen" getauft wurde. obwohl, der nächste muttertag kommt bestimmt ... ;-)

unnamedguy

also diese diskussion ist mal wieder typisch: ich find das doof, das macht ja keinen sinn, trallala…

bitte liefert doch mal argumente die nicht lediglich auf schönheit und liebhaberei hinauslaufen…

ligaturen sollen helfen das schriftbild zu verbessern/verdeutlichen. gerade nach der neuen rechtschreibung macht es sinn ligaturen – oder auch bedingte ligaturen – zu nutzen. schifffahrt sieht einfach scheußlich aus und auch sehr holprig, eine trennung der drei f finde ich hier sinnvoll, schiff mit ff-ligatur und fahrt hinten dran macht deutlich wie es gesprochen wird.

eine st-ligatur ist auch sehr praktisch bei dem guten beispiel aus der detailtypographie: wachstube? eine intelligent gesetzte bedingte st-ligatur macht daraus eine wach-stube und ohne ist es eher die wachs-tube. natürlich wäre hier das lange-s unschlagbar.

schon erwähnt wurde das unglückliche aufeinanderreffen des f mit dem i-punkt, das gilt auch für f mit den restlichen akzenten, die lgaturen sollen nicht die buchstaben zum unleserlichen verschmelzen, sondern unglückliche konstellationen säubern – und damit die lesbarkeit erhöhen.

ligaturen können auch sehr schön sein, meist beleben sie das schrifbild ungemein, aber sie müssen logisch gesetzt sein. eine bickham script pro oder zapfino ohne ligaturen? wie laaaangweilig.

CHR15

SG CH DCH!

robertmichael

ich schließe mich voll und ganz sharifs meinung an. ligaturen sind typomode mittlerweile müssen sie in jeder neuen schrift sein. ich bin sicherlich kein gegner von ligaturen, setze sie jedoch nur dort ein wo sie das schriftbild und die lesbarkeit nicht zerstören.

> bitte liefert doch mal argumente die nicht lediglich auf schönheit und liebhaberei hinauslaufen…
>eine st-ligatur ist auch sehr praktisch bei dem guten beispiel aus der detailtypographie: wachstube?

finde ich nicht. die st-ligatur ist meines erachtens zu weit hergeholt, zu erzwungen, sie stört beim lesen. der nicht typografische leser fragt sich: "wieso ist hier so ein häckchen über dem s" natürlich kommt es immer auf die schrift an. die fi-ligatur in der dolly ist z. b. ganz gut gewurden, weil sie den verschwundenen i-punkt in den anstrich des f hineinnimmt. andere haben das nicht gut gelöst, dort liegt der anstrich vom f zuweit links. noch interessanter wird es bei der ff din, dort gibt es eine fi-ligatur mit i-punkt, der abstand zwischen f und i wurde minimalst verringert und der i-punkt etwas verkleinert.
in der bello sind einige ligaturen die aussehen als wären es buchstabenmutanten, dort finde ich die übergänge viel zu fett, die ligaturen stechen zu weit hervor.

ich verwende ligaturen nur noch wenn sie unauffällig sind, nein anders – wenn sie die lesbarkeit nicht zerstören. im fließtext eigentlich kaum. eher in headlines, wenn man einer headline oder einem schriftzug einen eigenen charakter verpassen will.

--
das herzchen sehe ich mir jetzt an.

unnamedguy

>> bitte liefert doch mal argumente die nicht lediglich auf
>>schönheit und liebhaberei hinauslaufen…
>>eine st-ligatur ist auch sehr praktisch bei dem guten beispiel
>>aus der detailtypographie: wachstube?

>finde ich nicht. die st-ligatur ist meines erachtens zu weit
>hergeholt, zu erzwungen, sie stört beim lesen. der nicht
>typografische leser fragt sich: "wieso ist hier so ein häckchen >über dem s" natürlich kommt es immer auf die schrift an.

du sagst es, nicht jede bedingte ligatur ist der lesbarkeit dienlich. bei schreibschriften ist es meiner ansicht nach – ohne probleme möglich – gute bedingte ligaturen zu gestalten, sicherlich auch bei kursiven. bei serifenlosen wird es eher dekorativ und dementsprechend unsinnig.

ich stimme dir zu das es je nach schrift variiert und auf den einsatz ankommt, aber die behauptung ligaturen seien unnütz und eine modeerscheinung finde ich nicht im geringsten gerechtfertigt.

hans schumacher

danke für die anregung: hab ich jetzt auch mal gemacht, das herzchen angesehen.
herzchen hat zb eine schöne ch-ligatur. es kommt ja eher vom handschriftlichen, die buchstaben zu verschleifen, ob es nun optisch notwendig ist oder nicht. bei einer schrift, die als 'aufrechte italic' gestaltet ist, kann es gerne eine ligatur mehr sein als die sinnstiftenden fi-, ff-, st-ligaturen etc.

(bei der ff-din zb kann man sich doch die ligaturen sparen – wozu eine schablonenhafte schrift auf teufel komm raus optisch optimieren;-)

Thomas

> (bei der ff-din zb kann man sich doch die ligaturen sparen – wozu eine schablonenhafte schrift auf teufel komm raus optisch optimieren;-)

der seitenhieb auf die ff-din hat aber gesessen, uiuiui! ob die sich davon wieder erholt? kann ihr eigentlich ebenfalls egal sein, denn sie ist ja eine kommerziellere interpretation der echten din, und somit ohnehin schon „ihrer würde beraubt“. ;-)

bezüglich ligaturen, möchte ich den kommentatoren danken, denn so manchen gesichtspunkt sollte ich beherzigen. ich bin allerdings schon der meinung, das ligaturen in der typoszene ein hype/(mode)trend sind. schon allein deshalb, weil open type – wieder mal eine technologie – die automatisierung von ligaturen ermöglicht. das steht natürlich dem argument entgegen, das mit ligaturen bewusst verfahren werden sollte, denn mit automatisierung geht alles schneller und läuft damit auch schnell aus dem ruder.

gehe ich richtig in der annahme, das es hier wieder mal um eine stilfrage geht? um die frage, „welcher stil ist der beste“?

ich arbeite dran …

zum topic: ich finde, 'herzchen' verträgt ligaturen, ohne frage.

nora

...ich finde, 'herzchen' verträgt ligaturen...

aber wer verträgt – herzchen –?

Thomas

der name ist kompromisslos, das gefällt mir an ihm.

wie so oft, herzchen ist das was wir daraus machen …

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