Legacy / Family Package bei ITC

in

Die ITC Legacy ist jetzt als vollständiges Family Package erhältlich.
Basierend auf einer der ältesten romanischen Schriften steht die Legacy als Ergebnis von zwei unterschiedlichen Designansätzen (Serif und Sans) und einer 10-jährigen durchführenden Arbeit da.
ITC9254f.gif
13690.gif
Ich hatte das Vergnügen, vor 8 Jahren zwei Quarter bei Ronald Arnholm an der University of Georgia zu studieren – Teile der Familie waren bereits fertiggestellt. Neben wertvollem Unterricht in Typography im Allgemeinen waren für mich Einblicke in eben diese Arbeit eine wichtige Erfahrung.
Grundsätzlich wird die Legacy in Europa als sehr schöne Antiqua mit humanistischer Sans-Variante relativ selten verwendet. Ob das an einem geringen Bekanntheitsgrad oder am vor allen US-amerikanischen Faible für Old-World-History liegt (welches man der Schrift durchaus ansieht) wäre zu diskutieren. Die Legacy stellt jedenfalls einen bemerkenswert kohärenten, umfangreichen und gelungenen Einsatz im überschaubaren Feld ernstzunehmender Serif-/Sans-Familien dar.


www.itcfonts.com

www.linotype.com


About ITC Legacy® Font Family
Designer Ronald Arnholm, 1992
ITC Legacy® was designed by American Ronald Arnholm, who was first inspired to develop the typeface when he was a graduate student at Yale. In a type history class, he studied the 1470 book by Eusebius that was printed in the roman type of Nicolas Jenson. Arnholm worked for years to create his own interpretation of the Jenson roman, and he succeeded in capturing much of its beauty and character. As Jenson did not include a companion italic, Arnholm turned to the sixteenth-century types of Claude Garamond for inspiration for the italics of ITC Legacy. Arnholm was so taken by the strength and integrity of these oldstyle seriffed forms that he used their essential skeletal structures to develop a full set of sans serif faces. ITC Legacy includes a complete family of weights from book to ultra, with oldstyle figures and small caps, making this a good choice for detailed book typography or multi-faceted graphic design projects.
In 1458, Charles VII sent the Frenchman Nicolas Jenson to learn the craft of movable type in Mainz, the city where Gutenberg was working. Jenson was supposed to return to France with his newly learned skills, but instead he traveled to Italy, as did other itinerant printers of the time. From 1468 on, he was in Venice, where he flourished as a punchcutter, printer and publisher. He was probably the first non-German printer of movable type, and he produced about 150 editions. Though his punches have vanished, his books have not, and those produced from about 1470 until his death in 1480 have served as a source of inspiration for type designers over centuries. His Roman type is often called the "first true Roman." Notable in almost all Jensonian Romans is the angled crossbar on the lowercase e, which is known as the "Venetian Oldstyle e."

thomas

also rein vom anfühlen her ist diese familie sehr klassisch mit einem dezenten modernen touch (okay, die sans variante spricht da für sich).
die tatsache, das sie sich in europa nicht weiter verbreitet hat, kann 1. mit der vermarktung zu tun haben und 2. könnte sein, das sie vielen eine spur zu elegant ist. hört sich vielleicht paradox an, aber ist meines erachtens garnicht so abwegig. die gelegenheiten eine solch fein gearbeitete und gewisser maßen historisierende schrift adäquat einzusetzen, bietet sich den meisten grafikern nicht so oft und für die 'gebrauchsgrafik' fühlt sie sich ggf. zu kostbar an. das ist jetzt aber reine hypothese. sollte vielleicht mal ausgetestet werden ...

flo

da würde ich dir recht geben, thomas.

dabei muss ich daran denken, dass manche schriften (etwa adobe garamond) unabhängig von historie und "sophistication" über einen gebrauch an zwei bis drei prominenten oder überraschenden stellen (zeit-redesign, purple) auf einmal konjunktur bekommen. es scheinen sich über einen bestimmten look, der entweder den zeitgeist trifft, oder als moderner einsatz durchgeht, in der folge eine menge nachahmer, besser auch-verwender zu finden.
und dann ist sie überall zu sehen.
brand eins wäre auch son beispiel für ein modisches renaissance-antiqua-revival.
hiesse, die legacy bräuchte wohl so einen griffigen anschub, um in breite fuss zu fassen.

da hier immer mal wieder und zuletzt moniert wurde, es gehe zu wenig um typografie und t-design, und es fände kein wirklicher austausch statt wäre es interessant, hier einige
d a r a n interessierte stimmen zu hören. und sich etwas weniger über überflüssige und einfach doofe wohlfühlnationalismen aufzuregen.

Boris

Mir gefällt die Legacy sehr gut, ich habe sie 2001 als Textschrift in meiner Diplomarbeit verwendet. Als sehr fein ausgearbeitete, klassisch anmutende Schrift passte sie sehr gut zu den rauhen, groben Headlines in meiner Arbeit. Sie ist sehr gut lesbar und ergibt ein gleichmäßiges, ruhiges Schriftbild.

Thomas, Du hast absolut recht: sie wirkt klassisch und trotzdem sehr modern. Also ich kann sie nur wärmstens weiterempfehlen!

JackieTreehorn

Ich warte auch nur noch auf eine passende Gelegenheit. Die Sans -- gerade auch kombiniert mit der Serif -- ist zu unrecht relativ unbeachtet; was sie allerdings eher noch interessanter macht ...

Dein Kommentar

Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht.

Der Inhalt des Formulars wird durch einen externen Dienst (Mollom) auf Spaminhalte überprüft (Datenschutzrichtlinien)

Verwandter Artikel

Alegria type family

Alegria is a font family for joyful communication. Designed by Ricardo Esteves and his Outras Fontes foundry. ...

in

Nächster Artikel

Neues T-Shirt bei Typotheque

Der Sommer ist fast vorbei, doch für die wärmeren Herbsttage bietet typotheque ein T-Shirt an, das einen daran ...

in 1 Kommentar

Vorheriger Artikel

Erik vs. Goleo

WM 2006

DPA Goleo: Stumpfe Zehennägel? Hamburg - Erik Spiekermann, der unter anderem Logos für Audi und VW entwarf, kennt ...

in 9 Kommentare