Jetzt geht das „rückblicken" wieder los und ich widme mich nicht den subjektiv besehen „besten" Schriften, sondern den eigenartigen und merkwürdigen Schriften – im wahrsten Wortsinn dieser beiden Adjektive –, die mir in dem merkwürdigen Retrojahr 2009 über den Weg gelaufen sind. Natürlich gab es noch viel, viel, viel mehr davon, aber irgendeine Auswahl muss ich ja treffen. All jene, die sich hier vermissen werden bestimmt an anderer Stelle noch erwähnt werden!
Marlene Pro
Nikola Djurek
2009
available at Typonine

Geogrotesque Stencil
2009
Eduardo Manso - Emtype
available at Fontshop

Klimax
Ondrej Job
2009
available at Typotheque

Museo Sans
2008
Jos Buivenga
available at Myfonts

Hannah
2009
Travis Stearns
available at youworkforthem

Dez Squeeze Fat
2009
Chris E. Lozos
available at Myfonts

Danke Kurt
2010
Giuseppe Vitucci
available soon at Volcano

Jeanne Moderno
2009
Steve Mehallo
available at Myfonts

Stigmate
2007
Jack Usine
Freefont available at Smeltery
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Ivo
Gute Idee, sich dem Best-of-Trend entgegenzustemmen.
nora
Was machst du denn um 6 Uhr schon hier ;-) Tja, was heißt schon Best-Of ... Gut sind für mich Schriften einfach immer, wenn es der Visualisierung einer bestimmten Idee dient oder diese unterstützt. Das können dann schon auch mal Schriften sein, die bei einer Best-Of-Liste definitiv rausfallen müssten. Aber das ist ja immer auch sehr subjektiv und wir wissen beide, wie sehr man über die Kriterien streiten kann. Aber das ist auch hier gar nicht das Ansinnen. Gegen deine wunderbare und umfangreiche Fontwerk-Best-of-2009-Liste will und kann sie gar nicht ankommen;-)
flo
wunderbare liste, nora, vielen dank!
vielleicht passen auch eigenwillig und bemerkenswert ganz gut .. jedenfalls ausdrucksstark.
was stört dich denn so an der diagnose »retro«?
oder sind diese tendenzen in den besseren fällen nicht vielmehr historische reflexion bzw. ausdifferenzierung? retro finde ich eher = tun, als ob es aus einer anderen epoche wäre – irgendwo fake.
schwingt in dem »schalen« gefühl nicht auch eine sehnsucht nach dem »neuen«, originellen mit, diesen alten mythen der moderne? oder nach dem zeitlosen?
dazu (ausdifferenzierung) würde m. e. sehr gut die theinhardt (2009) von françois rappo passen (www.optimo.ch), in deine liste vielleicht die beans (1973/2008) von dieter zembsch / charles grant) oder replica (2008/2009) von norm (beide www.lineto.com)?
nora
@flo: Der Begriff „Retro" wurde – in meinen Augen – in 2009 einfach gnadenlos überstrapaziert und wenn man sieht, wie viel alter Wein in neuen Schläuchen verkauft wird, der dadurch nicht wirklich besser wird, seufze ich eben ein wenig rum. Das liegt wahrscheinlich erstens am Alter, zweitens an der üblichen Jahresanfangsdepression ;-)) Aber ich kann mich schon manchmal des Eindrucks nicht erwehren, dass Worte wie „Historische Reflexion" und „Ausdifferenzierung" im Designvokabular nicht mehr so häufig vorkommen – um das noch milde freundlich auszudrücken.
Theinhardt – zum Thema Ausdifferenzierung ein wunderbares Beispiel von dir. Und dieses wahnsinnige Light, Thin, Ultralight und Hairline-Paket dabei ... das ist schon eine Super-Familie.
Gast
Hat der Danke Kurt-Font etwas mit dem Cube-Font von FontFabric zu tun? Sieht dem recht ähnlich.
lars
Nach stag sans hat Christian Schwatrz für ESQUIRE die Stag Sans Round entworfen. Verglichen zu den anderen Schnitten der Familie (Sans und Stencil) wirkt die Round wie ein fader Bonbon. Merkwürdige Schriften, diese abgerundeten Fonts...VAG Rounded/Creative Alliance, Sauna/Underware, FFBlur/Neville Brody.
http://christianschwartz.com/stagsansround.shtml
Nora, dir einen guten Start ohne Jahresanfangsdepression ;-)
nora
@Gast: die „Danke Kurt" ist im Rahmen eines Typo-Kurses in Krefeld entstanden und basiert auf einem uralten Entwurf von ... tja, weg ist der Name ... eines gewissen Kurt XY - ehemaliger Bauhaus Student. Ich habe Giuseppe gebeten sich hier mal zu melden. Er muss es ja wissen.
@Lars: Danke für die guten Wünsche ;-) Und ja – genau das war es auch noch, was das Retrofass zum Überlaufen bringt, dieses Revival dieser ganzen VAG-Wurstschriften geht mir wirklich einfach auf den Senkel ...
lars
in der aktuellen Newsletter von MyFonts
http://new.myfonts.com/newsletters/sp/201001.html
wird eine Übersicht der Top 10 gegeben. Erstaunlich viele Schreibschriften! Freut uns für Hubert Jocham, dass seine Narziss dabei ist!
Giuseppe
Hallo Gast,
die Schrift basiert auf einer Entwurfsskizze von Kurt Kranz, er war Bauhausstudent. Entstehungsjahr 1930/1931.
StefanB
Besten Dank für die Hintergrundinformationen.
(Ich bin der Gast. Ich hatte vergessen, mich anzumelden.)
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