Die Fachpresse kann sich offenbar nicht entscheiden, ob die Biennale in Venedig, die Documenta 12 oder vielleicht doch die Art Basel der grösste aller Reinfälle dieses Sommers sein soll.
Wie dem auch sei, hier noch ein paar persönliche Eindrücke von mir als Nachschlag zum Thread Anfang Juli.






Verwandter Artikel
dOCUMENTA (13)
Schreibweise statt formale Fixierung
Die kommende documenta hat ein neues Logozeichen. Jürgen Siebert hat darüber bereits gestern auf www.fontblog.de ...von flo am 22.04.2010
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Amelia’s Magazine
Issue 07
Die siebte und 242 Seiten umfassende Ausgabe des Magazins liegt gerade auf meinem Tisch - mit einem ...von Tanja am 06.08.2007
in Magazine






bunti
grober fehler crhis: es ist die documenta 12 ;)
CHR15
da hast du ein ziemlich starkes argument vorgebracht, bunti …
danke. geändert. gruss.
Bernie
Fehler?? Inwiefern?
nora
CHR15: Und wie ist deine Meinung über die documenta?
CHR15
ja, gute frage. muss dazu sagen, dass ich eh bei ausstellungen sehr schnell überfordert bin. mir ist da quantitativ zuviel zu durchdringen und ich habe eigentlich den anspruch alles zumindest im ansatz verstehen zu wollen. insofern muss ich mich meist auf die werke verlassen, die mich unmittelbar packen bevor ich mich fragen kann, wa sich eigentlich darüber denke. dies vorausgeschickt zogen 85% der dokumenta an mir vorüber. saadane afif, trisha brown, tseng yu-chin und ein paar mehr haben mir was gegeben.
worüber ich mich geärgert habe: kann man es bei einer ausstellung dieser dimension nicht schaffen, in der neuen galerie und den oberen étagen des fridericianums zumindest einigermassen erträgliche luft vorhanden ist?
generell ist mir das alles eher suspekt.
nora
Ja, da hast du sicher Recht. Diese Großveranstaltungen sind einfach schwierig, da man visuell völlig überreizt ist. Es ist ja nicht nur ein „Zuviel" an Kunst, sondern geht meist einher mit einem „Zuviel" an Menschen. Ich finde das auch immer persönlich sehr schwer, da etwas wirklich zu betrachten und zu verstehen. Ähnlich ist das ja auch mit Typo-Events, wie der Typo-Berlin – es ist sooo viel Interessantes und meist ärgere ich mich, dass so wenig hängenbleibt in der Einnerung. Ich glaube es ist wichtig, nicht alles sehen zu „wollen" – dann findet das, was zu einem passt, schneller zu einem selbst. Und dann einfach aufhören nach dem „Mehr" zu suchen und heimgehen ;-) Ist aber nicht so einfach ...
CHR15
[img:poster.jpg]
[img:latz.jpg]
was hat dieses zeichen eigentlich zu bedeuten? ist das ein 4/5-code?
warum taucht es sowohl auf der documenta als auch für ein jubiläum oder projekt des HfG offenbach auf?
weiss jemand etwas dazu?
Gast
das zeichen ist die outline des raute-zeichens. so wie ich es einschätze, eher ornamental-floral zu verstehen.
CHR15
das kann gut sein, trotzdem interessant, dass man es in diesen unterschiedlichen anwendungen gleich einsetzt. glaube schon, dass die jungs von 4/5 sich etwas dabei gedacht haben.
bernie
Vielleicht eine Signatur?
Ein eher unscheinbar gehaltenes Symbol als Wiedererkennungsmarke bei den verschiedenen Aufträgen?
lars
mir blieb bei der letzten dokumenta die skater-skulptur am besten in erinnerung. tolles holzwerk, schöne geräusche, bewegung, spaß und kinder + jugentliche...
lange davor ... die baumaktion von beuys. war irgendwann in den spät 70ern, oder früh 80ern...und dieser stab aus kupfer der irgendwie 1000 von metern in den boden getrieben wurde und von dem man nur den kopf sieht, ca ø 8 cm. ein besucher fand das total doof und hat eine tomate daneben gelegt auf einem bierdeckel. in der tomate steckte eine ausgedrückte zigarette und ein streichholz. auf dem bierdeckel ein empörter satz.
erinnerungen...aber ganz deutliche an ein paar ganz wenige momente.
nora
Der „vertikale Erdkilometer" ist von Walter de Maria aus dem Jahr 1977. Bei meiner New York-Reise, die auch schon wieder 8 Jahre zurück liegt, ging ich zufälligerweise in eine Galerie am West Broadway, die ein Ableger der Dia Art Foundation ist. Durch einen Gang hindurchgehend erreicht man einen großen relativ dunklen Raum, und dort liegt als Dauerinstallation der „Broken Kilometre" von Walter de Maria. Das war der atemberaubendste Kunstmoment in meinem bisherigen Leben. Wer die Gelegenheit hat sich das anzusehen, sollte es sich nicht entgehen lassen. Im nachfolgenden Link ein Bild und eine Kurzbeschreibung: http://www.brokenkilometer.org/ (Das Bild ist übrigens völlig enttäuschend und gibt die reale Raumerfahrung nicht wieder.) Im Sommer jedoch scheint dieser Raum geschlossen zu sein. Genaue Öffnungszeiten konnte ich nicht finden.
hans schumacher
mir ist von der letzten documenta (da war ich mal da) noch am besten in erinnerung die fish stories/seemannsgarn genannte installation von allan sekula (muss zugeben, dass ich mir das ins gedächtnis googeln musste, weil mir nur noch der titel präsent war) eigentlich eine fotoausstellung, kombiniert mit texttafeln, formal sehr konventionell. die ausgedehnte recherche um shipyard workers und das allgemeine globalisierte geschäft der seefahrt hatte jedenfalls eine nachhaltige wirkung, und so ein paar einzelbilder oder eben 'stories' sind hängengeblieben, wie der bericht von einem 'museum' das auf einem containerfrachter oder sonst einem riesenschiff, nagelneu aus korea kommend, von mannschaftsmitgliedern aus steinzeitlich wirkenden selbstgemachten werkzeugen, die sie im schiffbauch fanden, bestückt wurde – dokumente der arbeitsbedingungen, unter denen das schiff gebaut wurde und eine art ehrenbezeugung der mannschaft für die unbekannten erbauer ihres schiffs.
nicht viel für so eine riesenschau – aber zumindest hat diese documenta für mich den abstrakten begriff globalisierung mit emotionalen momenten verbunden. und respekt für die leistung der teilnehmenden künstler das zu erreichen.
Dein Kommentar