032c, 14. Ausgabe Winter 07/08
Gequetschte Schriften

Auf Slanted wurde 032c schon vorgestellt (http://www.slanted.de/node/1239), nun ist die neue Ausgabe frisch am Kiosk und das Magazin unter der Art Direction von Mike Meiré präsentiert sich weiterhin sehr polarisierend.

Materialmix (im Anhang ganz im Esprit von Slanted Magazin ein Wechsel auf farbigem Papier), gequetschte Fonts, ein deutsches Editorial (kryptisch!) zu einem sonst durchwegs englischem Magazin, extrem wenig Anzeigen (wie wird das finanziert???). Auf mich wirkt die Gestaltung so: Mike probiert ein bißchen aus, was so geht. Traut sich nicht wirklich (darf er vielleicht auch nicht). Vielleicht liegt ja in dieser Gestaltung mit angezogener Handbremse der ganze Reiz: die kleinen, schmerzhaften Angelhaken an denen das Auge kleben bleibt drängen sich einem nicht auf. Schelte gab es jedenfalls genug, wie in zahlreichen Blogs zu lesen:

hier (http://www.creativereview.co.uk/crblog/the-provocative-mr-meire/) z.B. ein Interview mit Mike zum redesign von 032c

Auf Mike´s site kann man das Magazin durchblättern: http://www.meireundmeire.de/projects/project/032c_14th_issue/

Auf dem Blog Designobserver schlagen die Glocken Alarm: http://www.designobserver.com/archives/027719.html

Der coole Blog von Jeremy Leslie www.magCulture.com ist auch schon am Start: http://magculture.com/blog/index.php?s=032c

Lob zu Ausgabe #13 gibt es hier: http://fartguide.blogspot.com/2007/05/032c-13th-issue-berlin-summer-2007...







berrrrrniieee

Ah ja, das ist also die Arbeit Mike Meirés (Meeeiik!)

Frage an Slanted: Warum. Macht. Ihr immer. So ein. Riesen. Fass auf. ?.
I don't see no Polarisation.
WTF?

Die Arbeit ist gottseidank besser als http://www.slanted.de/node/1542
(Die gehören übers Knie gelegt); ansonsten genauso Brot und Butter wie jedes "gute" Magazinlayout. Aber wir suchen ja die Polarisation. Also los.

Die typografische Ausrichtung erinnert an "du" (-die zeitschrift der kultur); aber Mike (Meeiiikk!) geht hin und setzt einen druff: Er quetscht diesen Vektorschrott (Umwort für "billische Typo") zusammen (er macht mal!!) Na, polarisiert das jetzt?

Bilder? Always the same sh**. Nix polarisiert.

Raster? Wie gesagt: du.
Typowahl: dito.

Und, und, und. Die Ausrichtung? Polarisiert die?

Ich sehe eine Heftmittefixierung. Ja, eine richtige Heftmittefixierung. Diese Heftmitte, die zieht mich magisch an. Alles scheint auf Heftmitte ausgelegt. Kooles Konzept. Weil die Mitte, ist die Stelle, an der alles zusammenläuft … öhhder? … weil man da aufklappt, und zuklappt, und weglegt, ins Regal; und dann sehe ich den Rücken der Heftmitte ... kratz, kratz ,,,, oder eine Art Spiegelung? gnulegeipS trA enie redO? Meeeiikk!!!!

Mal das Mikro an Hans: "Hans, wohnt Mike in Berlin? In Mitte?"

Ich werd einfach nicht schlau aus diesem Werk.
Was hat sich Mike (…) nur gedacht?


Oh, mein Wireless Keyboard sprüht Funken … werd ich grad getasert?

Silke

Vor einigen Wochen erschien ein interessantes Portrait über 032c Magazine in der INTERNATIONAL HERALD TRIBUNE:
http://www.iht.com/articles/2007/08/20/style/fberlin.php

Gast

aber sonst gehts dir schon noch gut...

Gast

also ich mag solche schrägen ansätze mit der typo...oh mann,,,einige kapieren überhaupt nix...ist vielleicht neid...

hans schumacher

hey! marc in schöneberg, mike in mitte, könnte schon passen … mittefixierung? also das ist doch aber quatsch …

Manuel

Ich find das ist zum Teil Pseudo-Kunst.
Ein fader Abklatsch dessen, wie viele Künstler mit Typographie umgehen.

(freundlicher) Gast

was bitte ist pseudo-kunst? kann man das lernen?
scheinbar polarisiert meiré doch mal wieder. und es gibt nicht wirklich viele leute die von sich behaupten können so frei arbeiten zu können/dürfen. sowas muss man sich erstmal erarbeiten...und ich finde es erheblich besser in einem gewissen "no-go"-rahmen zu experimentieren, als einfach sein erprobtes erfolgsrezept bis zum tode durchzuführen.

worte eines ungeprüften gastes mit freundlichem umgangston.

bernie

Ja, Ja. Wenn heutzutage ein bisschen Typocrunching als "polarisierend" durchgeht, dann sieht es echt arm aus für die Designszene.

Übrings: Was Meiré hier aufgreift ist kein geniale Formgebungsidee sondern typografischer Diletantismus aus den 80ern, als die ersten Desktopsysteme auftauchten und die Herren Schriftsetzer anfingen, Buchstaben nach Herzenslust zu verschmälern und zu strecken und damit die eigentliche Form einer Schrift gewissermassen mutwillig zerstörten.

Es ist keine Reflexion von Können sondern von Ideenlosigkeit und Gewissenlosigkeit. Von Unwissenheit gegenüber seinem Arbeitsmaterial. Und das sieht man leider viel zu oft. Es wird auf Werken herumgetrampelt, weil die angeblich "uncool" seien. Nur die, die das so toll finden, sind auch die, die ihr Fähnchen alsbald ganz schnell in den nächsten Wind hängen, sollte sich der Trend ändern.

Man kann übrings jeden Misthaufen schönreden. Man kann auch Butter in die Zimmerecke schmieren, einen Kuhschädel in Formaldehyd einlegen und seine Zahnpastatube mit Ketchup auffüllen und dies als "Protest gegen kapitalistische Ausbeutersysteme" deklarieren. Macht sich immer gut auf einer Champagnerparty. Schön flach. Kann ein jeder drüber quaken.

Ich bin ziemlich sicher, sollte Meiré anfangen mit Bodoni zu setzen, sollte er sich wirklich Mühe machen, und nicht einfach "nur mal so machen", man würde auch das goutieren, wie toll historisch und vergangenheitsbezogen er doch sei. Bis zur nächsten "Idee".

Gast

bernie, du regst dich doch darüber auf? also ist es kein design das dir schmeichelt..über den sinn und unsinn in der kunst zu diskutieren ist sehr müßig, egal ob man dazu champagner oder bier trinkt. hier mit stereotypen und gängigen kunstklischees (schampus, kunst=antikapitalismus etc.) zu argumentieren ist nicht wirklich konstruktiv und hat auch nichts mit der magazingestaltung zu tun.

der unterschied ist doch der, daß meiré den von dir genannten "typografischen Diletantismus aus den 80ern" ganz bewußt einsetzt, nicht weil er es nicht besser könnte.

stilmittel müssen nicht immer korrekt, glatt und schön sein, aber wem sag ich das?

"Es ist keine Reflexion von Können sondern von Ideenlosigkeit und Gewissenlosigkeit. "
Du bist sehr schnell mit deinem urteil, hast du das Heft denn auch mal in der hand gehabt? ist etwas ideenlos, weil dem betrachter sich die idee nicht direkt erschließt? oder ist das alles unsinn und du hast recht?

es gibt sicherlich sehr viele magazine die erheblich "schöner" und richtiger gestaltet sind, aber ist das in der heutigen flut von output auch gleichzeitg interessanter?

luis

was ist denn reich, in der designszene, bernie, wenn das arm ist?
du weisst doch immer bescheid und alles am besten?

Matze

Meiré zitiert in einem interview im Blog der creative review ein Zitat von Kippenberger:
Es gibt nur den Dreck und die Schönheit im Dreck.

Aber hey, ich empfehle jedem,

man gehe auf m2web.de,
besuche dort den portfolioauszug zum letzten O32C und verkoste die linkrezensionen. Da gibt's spannende interviews, ebenfalls polarisierende Meinung etc.
Die Diskussion hier verläuft ähnlich wie die zuletzt diskutierte Ausgabe. Offenbar sind wir noch keinen Schritt weiter, schade!
Auch wenn die Typo für ein flammendes Typografenherz einen Missbrauch perversesten Ausmaßes darstellt, so besteht doch ein unzweifelbar kausaler Zusammenhang zwischen dieser Art der Typografierung und der Darstellungsform des Inhaltes. O32C kulturmultiples Magazin, ein wenig Underground, Fashion, Kunst…

Passt doch.

Und jetzt, her mit den
Ja, abers….

Manuel

Typo quetschen lässt doch nicht Kunst sondern ein Unverständnis von Typografie assoziieren. Sowas machen 15 jährige Photoshopkiddies die ihre effektbeladenen Partyflyer zusammenballern.

Tabubruch hin oder her, das sieht einfach nur dilettantisch und billig aus.

Eine Missachtung des jeweiligen Typografen der die Schrift entworfen hat ist es auch.
Kein Typograf wird sich darüber freuen wenn man an seiner Schrift "rummanipuliert".

Was würden die Künstler aus dem Heft wohl sagen wenn man Ihre Bilder im Layout unproportional verzerrt? Der Tilman freut sich bestimmt auch nicht wenn man seine Fotos quetscht.

Daher Pseudokunst ...

bernie

Ja, man kann sicher über Sinn und Unsinn künstlerischerem Outputs diskutieren, denn jeder will ein Künstler sein. Vier 5 als grosses Bsp. ist wahnsinnig polarisierend, weil die ein simples Grundprinzip, die Antithese, zum Stilmittel emporheben. Unglaublich, wie die das durchgezogen haben, doch meineserachtens auch gefährlich, da es in der Multiplikation eine Sackgasse darstellen kann. Die müssten sich unbedingt neuerfinden. Und ich hab immer den Drang, deren Werk korrigieren zu wollen, aber das kann man nicht, dann wäre es nicht Vier 5. Das ist mutig, denn sie genauso damit auf Schnauze fallen können.

Man kann auch sagen, dass es eine Bereicherung darstellt, Luis, denn ein Output wie der von Meiré, oder wie genannt Vier 5, stellt die notwendige Rotationsenergie auf andere Sichtweisen zur Verfügung. Meineserachtens kokettieren sie jedoch nur unter einem Mantel von künstlerischem Ego, was genährt wird von einer Kabal Schreiberlinge, deren tagtäglich Brot ja die Berichterstattung desses darstellt, und auf die ohne dieses keiner reagieren würde. Von Interesse würde ich erstmal gar nicht sprechen. Eher von "Reaktion". Doch der erste Eindruck sitzt meist immer. Und so vergeht der Reiz oft zu schnell, wenn Substanz fehlt.

Wenn BMW als marktbeherrschendes Automobilunternehmen anfängt hässliche Autos zu bauen und ihm genehme Journalisten findet, die dieses Treiben hofieren, anstatt die Kisten als zu deklarieren als was sie sind – ist das Polarisation? Oder einfach nur Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung? Wer kauft denn BMW? Manager – die können es von der Steuer absetzen. Ein Grossteil deutscher Mittelklassewagen werden von Firmen gefahren. Die Kosten werden abgesetzt. Und die zahlt der Steuerzahler.

Was ich damit sagen will: Diese Art von Polarisation dient der Befriedigung von Ego, sie dient materiellen Zwängen, oftmals nicht dem Leser. Der Leser wird angefixt, man macht ihm weiss, er wäre etwas gehobeneres, etwas nobleres, würde er diesem Stil frönen. Das ist doch immer schon so gewesen.

Ohne dieses "Typocrunching", wie ich ja polemisch bereits anfragte, hätte dieses Heft überhaupt nichts auffälliges. Und als mutig empfinde ich es auch nicht.

Aber das zu entscheiden, überlasse ich jedem selbst.

Peter

Öde selbstreflexiv und nebenbei komplett irrelevanter Pups in der Historie des Grafikdesigns. Luxus-Problemchen für möchtegernphilosophische Art-Direktoren, die stets den Drang haben, irgendwie wichtiger als die Autoren sein zu müssen. Natürlich trotzdem toll, dass es 032C gibt.

Gast

also ich finde, es fehlt manchmal etwas an respekt an unkonventionellen gestaltungsansätzen...die leute die solche typo experimente kritisieren verstehen nicht, daß hier bewusst dieses stilmittel eingesetzt wird. ich finde es richtig und gut, daß es solche ansätze gibt. hier geht es um das »brechen« von dogmen ... ach, was solls...wem es nicht gefällt der soll das heft einfach nicht kaufen...fertisch...

M I C H A E L

flo

uh, künstlerische egos, «typocrunching», polarisieren .. uffa.

leider sind die threats bzw. meine postings plus kommentare zu 032c #13 über unsere systemumstellung irgendwohin verschwunden, jedenfalls hier nicht mehr einsehbar – schade! kann man da was machen, maintenance?

wenn sich jemand im feld bewegt ruft das ja mal schnell irgendwelche schiesswut auf den
plan, die das dann gleich wieder zurückbefördern wollen, auf null und stillstand.

mike meire unternimmt jedenfalls nichts anderes als ein redesign (vorsicht,
nicht bewegen!), und das wiederaufgreifen von quetschtypo aus den achzigern
mag vielen als vergewaltigung (wie damals schon ..) oder irrelevant vorkommen bzw.
als zumindest gefährlich für schwangere bis kulturbeflissene.

oder – wie mir – als demonstrative abkehr von einem «feuiletonistischen» (antiqua-
und minimal-look), der überfällig erscheinen mag (kulturell exponierte personen –künstlerinnen? – zeigen sich nun mal). was weiter? immerhin traut sich mm etwas, was etlichen nörglerInnen hier tendenziell abgeht – den versuch, etwas weiterzuentwickeln, und produktiv zu machen. gelungen oder nicht, um polarisierung gehts höchstens soweit, insofern 032c im «neuen» look eine art punkhaltung darstellen könnte, natürlich in einem weit verbreiteten magazin. ist das dann selbstverliebte bis -reflexive kacke? aufgesetzt? nö. zuschauen, besser können und lästern tut doch eh jeder, auch beim daimler-redesign.

in der historie des grafikdesigns wirds schon alleine deswegen einen punkt machen,
weil wiederaufführung bis wiederholung eine der wesentlichsten ästhetiken unserer
gegenwart darstellen – und das vollkommen zu recht (ärgerlich, nicht?). geschichtsanführern, die zeitgeistimmun auf originalität beharren geht einfach jedes historische bewusstsein (vor allem für gegenwart) ab, von offensichtlicher ignoranz gegenüber sensibilität, feinheit oder rigidität mal ganz abzusehen. luxusdiagnose, ach. gestern, gähn.

scheiss der hund drauf. öde (selbstverliebte) kommentare gibts hier zuhauf, insofern ..
mm hat einen (letztlich kontroversen, aber konstruktiven) versuchsballon gestartet, warum denn nicht? geht euch eigentlich berichterstattung ab, wird das über (frustrierte) kommentare kompensiert? hauptsache dissen? geht noch was relevanteres?

nur zu.

Hmm

Ich finde (Und ich schreibe bewusst "ich finde"), dass in diesem Falle alle in sich stimmige Argumentationen darbieten.
Darum ist es 100% polarisierend was MM tat.
Und deshalb ist es gut.
Polarisation regt, wie man sieht, an, jeden für sich. Spannende Gedanken über Gestaltung. Und ob nun gut oder schlecht – scheissegal. Denn:
Stellt Euch vor, er mit seiner Medienwirksamkeit, hätte es so gesetzt, dass es geil ausschaut; wie das Lowdown mit der 10% metrisch nach links geneigten Futura. Hier bei Slanted besprochen (www.slanted.de/node/1327).
Viele würden in Betracht ziehen, dass das der neuste Hit ist (die letzte Bastion gebrochen blub blub … ).

MM dagegen: Er macht es ungewohnt unangenehm und seltsam aussehend, gar richtig schlecht aussehend (nicht so schlecht, dass es schon wieder gut ist, nein, schlecht). Habe in all den Threads worldwide von niemandem gelesen, dass es doch "sehr schön aussehe und was denn alle haben". MM schützt 032c damit davor bald zum Mainstream kopiert zu werden (keiner ohne den hierbei glücklichen Umstand von Renommee des Designers und extremem Kunden wird sich das trauen) und tut dem (ausgesprochen guten Magazin) eine Dienst, der vollkommen im Sinne des Kommunikationsdesigners als Dienstleister steht: 032c wird bekannter. Das ist wichtig!
Gleichzeitig peppt er sein Ego und rührt die Gestaltergesellschaft auf, tut ihm sicher gut wenn er allein im Büro ausm Fenster schaut. Das ist auch wichtig! Denn nächstes mal wird er wieder versuchen neue Wege zu gehen, weil es diesmal auch wieder geklappt hat.

Was er gemacht hat war schlau und da 032c schon einige Redesigns hinter sich hat, wird auch das nächste Redesign geschehen, es gehört zum Magazinkonzept. Die Ausgaben jetzt, gehen auf eine bestimmte Art in die Geschichte ein, gut verkauft werden sie sicherlich (Weil der Bekanntheitsgrad bei potentiellen Käufern nun sicher höher ist als zuvor), und uns ist der Weg geebnet, bewusst (und mit Vorsicht im Nacken) Experimente wie Lodown zu betreiben, die dann vielleicht auch fett aussehen, zweckdienlich funktionieren und glücklich realisiert werden.

Das wichtigste bei der Sache: Durch die kontrovers diskutierte, medienwirksame Alleinstellung von 032c mit seinem neuen Scheiss-Style, sind wir womöglich davor sicher, dass ab jetzt der Freibrief zum grobe Fehler machen zum Download bereit liegt. Erst wenn es jemand toll "verbricht" wie Lodown, aber in "höheren" Gefilden.

Am Beispiel Vier5: So "falsch" wie die, machts ja auch keiner nach oder? Plakate, die keine sind, Logos, die keine sind … ALLES falsch eben. Aber dennoch hat ein leichter Trend Einzug gehalten, Fonts aus Klebeband zu machen, und einiges hat ja auch passabel gut geklappt.
Die Gefahr ist entweder so auszusehen wie Vier5 (wäre Kopie und peinlich) oder in Probleme zu geraten wie Tim, nämlich dass ihm keiner glaubt, dass der unbearbeitete Blocksatz in seiner Diplomarbeit "Absicht" war. Macht man auch kein zweites Mal.

Notiz: Die womöglich letzte Bastion: Bilder verbiegen. Halleluja.
Interessant, dass es mit Typo leichter fällt, auch wenn, wie weiter oben gesagt, ja eigentlich kein Unterschied besteht.

Manuel

Ich habe nichts gegen das Brechen von Regeln und gestalterische Provokation. Doch gegen was wird hier provoziert? Gegen gute und saubere Typografie? Als wenn das schon Gewohnheit wäre ...

Wir sind umgeben von schlechter Gestaltung und einer Masse an Typoverbrechen. Ich brauch nur den Briefkasten aufmachen und schon werde ich angesprungen von verzerrter und entstellter Typografie. Im TV, auf der Straße und in der U-Bahn, überall in dieser Werbeflut werden typografische Regel zuhauf gebrochen.

Und jetzt auch in einem Kunstmagazin von einem renommierten Designbüro... Wahnsinnig aufregend. Als ob das noch nie dagewesen wäre.

Sicher, Kunst muss nicht immer schön aussehen. Dann sollte sich dieser ästhetisch fehlende Part auf der visuellen Oberfläche, wenigstens im Konzept und in der Idee widerspiegeln.
Wenn die aber auch nur imitiert und schon verbraucht ist, dann hat das wenig mit Kunst zu tun.

CMYK

… alles «schön und gut»! Nur einer sich wiederholenden Annahme muss ich wiedersprechen:

Neu sind diese Methoden der «Verunstaltung» keinesfalls – der Gestalter hat das Fanzine-Zitat auch n i c h t a l s E r s t e r angewandt. Wer die Augen offen hält hätte diese formalen Bezüge bereits vor einiger Zeit in den Strasse Amsterdams, Londons oder Zürichs entdecken können.

Mike Meiré hat sich (erneut) im Untergrund bedient und eine sperrige Ästhetik in das kommerzielle Licht gerückt, wo sie natürlich grössere Wellen schlägt (s. oben). Die Avantgarde setzt sich derweil schon mit der nächsten «Provokation» auseinander (haben die Fragen der Endgültigkeit längst überwunden), überlässt die Reaktion der Masse und lächelt noch nicht mal über deren verletzt-anmutende Kommentare.

Olaf

Heute im GUARDIAN:

"..."It's become a litmus test," says editor Jörg Koch of the new design. "You can see what side people are on. But it's interesting what this debate implies about graphic design - that it's actually a very conservative discipline. Who says what you're allowed to do or not? We'd got to this stage in magazines where 'good taste' typography meant you could have the most banal content and still make it look good. We did the complete opposite - our content is interesting enough without having to dress it up."

Already, 032c's approach is beginning to be picked up in the more style-conscious biannual magazines, which suggests all those earnest bloggers doth protest too much."

http://blogs.guardian.co.uk/art/2007/12/catch_of_the_day_032c.html

Bernie

Der Vollständigkeit halber:
http://www.creativereview.co.uk/crblog/the-provocative-mr-meire

Hier sieht man ein paar wirklich bessere Beispiele aus dem Heft.

Wirklich.

Gast

hallo,
wo kann ich mir das magazin kaufen?
danke im voraus

Tanja

Diese Bezugsmöglichkeiten standen im Newsletter von 032c:

http://www.032c.com

Available internationally in selected newsstands, art bookstores, and
fashion boutiques. You can order by fax (credit card) or by email (paypal)
directly from 032c workshop. More information available on request.

lars

http://www.leadacademy.de/2008/preistraeger.html

LEADMAGAZIN des Jahres
Gold: „032c“, 032c Workshop
Silber: „AD - Architectural Digest“, Condé Nast
Bronze: „Stern“, Gruner + Jahr

Glückwunsch!

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