O.K. Festival / Der erste Tag in Arnheim

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Gestern morgen startete das O.K. Festival in der Villa Sonsbeek in Arnheim. Neben Vorträgen, Diskussionen und einem Workshop gibt es eine Independent Magazine Ausstellung, die sehr interessant ist.

Nachdem Joost van der Steen und William van Giessen von O.K. Parking (Veranstalter des Festivals) die zahlreichen Gäste begrüßten, ging es in guter Atmosphäre los.

Max Bruinsma (Editor-in-chief) vom Items Magazine (http://www.items.nl/) und früher beim Eye Magazine, startet die Vortragsrunde zum Thema "Editor vs. Designer". Inwieweit muss der Designer dem Konzept/den Vorgaben des Editors entgegenkommen und umgekehrt. Der Designer müsse immer mit visuellen Argumenten arbeiten damit die Gestaltung nicht beliebig wird. Es Der Vortrag erinnerte mich ein wenig an die letzte Translations in Mainz, welche unter dem Thema "Autorenschaft im Design" stand.

Weiter ging es mit dem Vortrag: Crowdsourcing magazines & social media. Die Jungs von O.K. Parking (http://www.ok-parking.nl) erläuterten dabei ihr Konzept der O.K. Periodicals (heute Abend wird die 4te Ausgabe unter dem Titel "Curiosities" veröffentlicht). Wie kommen sie an Material für's Magazin, wie gehen sie damit um und wie schließt sich der Kreis zum Blog (O.K. Blog), Büro und Festival. Ihr Schlusswort "We are small but have big plans!".

Danach folgten zwei 20-minütige Magazin Präsentationen (Glamcult / http://www.glamcult.nl und De Optimist / http://www.deoptimist.net). Zur nachfolgenden Diskussion "Surviving in print" kam leider nicht wie angekündigt Simon Esterson (Eye Magazine, http://www.eyemagazine.com) und Alex Bec (It's nice that, http://www.itsnicethat.com), da durch den Vulkanausbruch in Island alle Flüge gecancelled wurden. Schade, aber es war für Ersatz gesorgt: Mike Koedinger (Nico Magazine, Colophon etc / http://www.mikekoedinger.com/.) und Phil Barbor (Cannon Magazine / http://www.cannonmagazine.com/) diskutierten mit Joost van der Steen über die Zunkunft von gedruckten Medien. Resümee: 1) Printpublikationen werden immer günstiger werden. 2) Solange es Rituale gibt (Am Morgen lesen zum Kaffee, in der Bahn etc.), gibt es Printpublikationen. 3) Don't care about technology, care about content. 4) Viele Publikationen werden auf Print on Demand umsteigen.

Es folgten wieder 2 Magazin Präsentationen: MAEB is een magazine (http://www.maebiseenmagazine.nl/) und Cannon Magazine (http://www.cannonmagazine.com/), die beide vorallem literarischen Content wiedergeben.

Der letzte Vortrag am Freitag war von Underware (http://www.underware.nl), die vorallem für ihre Schriften wie Sauna, Fakir, Dolly etc. bekannt sind. Sie sprachen über Workshops und Self-publishing, das sich vorallem in den "Specimen" ihrer schriften zeigt. Das Heft zu ihrer Schrift Sauna z.B. wird teilweise erst bei Temperaturen von mind. 80°C lesbar. Gerade arbeiten sie mit einem Autor an einem Buch, das komplett in der Fakir gesetzt ist. Der Clou: Das Buch wird mit dem Blut des Autors gedruckt. Hierfür zapften Sie einen halben Liter Blut ab und pulverisierten es im Labor, um es später für den Offsetdruck verfügbar zu machen. Ich bin gespannt.

Den Abschluss bildete die Debatte "On the value of independet magazines", die aber leider nicht in Englisch, sondern auf Niederländisch stattgefunden hat - ich kann euch deshalb nichts darüber berichten.

Das ganze Festival wird gefilmt und kann auf Facebookverfolgt werden.

Einige Impressionen vom ersten Tag.

Mike Koedinger

Zu "Surviving in Print",ich stimme dem Résumee so nicht zu ; - ) Es gab diverse Aussagen, auch aus dem Publikum was sehr zu schätzen ist, allerdings möchte ich nochmal wiederholen:

1) Technologie ist nur ein Mittel zum Zweg
2) Print bleibt bestehen wenn das Produkt qualitativ ist und...
3) ...wenn das Print-Magazin eine starke Marke bildet aus Print / Web / Mobile / Social Media / Events / Services, etc. ...
4) ... das Print-Magazin das Prestigeobjekt der Marke ist und bleibt, Geld aber auch anderswo verdient wird

Und wie Luis Mendo bei seinem Vortrag richtig meinte: "Let's get rid of the waste" - all die schlechten Print-Produkte können ruhig verschwinden.

Julia

Hallo Mike,

Danke für die Ergänzung zur Diskussion. Ich finde, dass diese Diskussion für alle sehr interessant war. War schön, dich mal wieder zu treffen.

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