PORT Magazin 2011 / UmWege

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Jeden Tag begegnen einem neue, verblüffende und geniale Arbeiten im Internet. Das Scrollrad wird Verschleißteil, die Wahrnehmung nach der dritten Seite am Tag diffus. Für nur wenige Sekunden bleibt das Bild im Kopf, bevor es von einem neuen, noch beeindruckenderem aus dem Kurzzeitgedächtnis verdrängt wird. Eine tiefgründige Auseinandersetzung mit den Ansätzen hinter den Arbeiten findet selten statt.

Genau das will die PORT, das fakultätsübergreifende und studentische Magazin an der Bauhaus-Universität Weimar, nachvollziehbar machen. Es geht UmWege — welche Schritte haben die Autoren im Prozess zu ihren fertigen Arbeiten zurückgelegt, welche Ansätze wurden verworfen und welche haben sich im Nachhinein als Umwege erwiesen. Umwege sind Teile eines Weges, die um ein Hindernis herumführen, welches auf dem kürzesten Weg von A nach B liegt. Sie erschweren damit das Vorankommen durch mehr Arbeitsaufwand, höhere Kosten oder Zeitverzug. Man nimmt Umwege immer dann in Kauf, wenn man eingeschliffene Pfade verlässt und stattdessen unbekannte einschlägt. Umwege haben kein erkennbares Resultat und führen sogar zeitweise vom Ziel weg. Trotzdem liegt in ihnen das Potential der diesjährigen PORT.

Die ausgewählten Arbeiten geben zum großen Teil Einblick in ihren Entstehungsweg und stellen sich damit der Kritik der Leser. Sie haben überzeugt, weil sie neben ihrer Qualität bekannte Fragen neu denken oder neue Fragen stellen und damit sowohl gedankliche als auch handwerkliche Umwege gegangen sind.

Auch die Umsetzung des Heftes, welches eher Katalog als Magazin ist, macht das Thema der Umwege erlebbar. Der Leser blättert durch die japanisch gebundenen Seiten und wird einzig mit Prozessbildern konfrontiert. Möchte er die Ergebnisse und weiterführende Texte bzw. Interviews entdecken, so ist er aufgefordert die Seiten an der Perforation zu öffnen. Hinzu kommt, dass alle 25 präsentierten Projekte als gleichwertig wahrgenommen werden sollen, weshalb es 25 verschiedene Reihenfolgen und somit 25 verschiedene Cover gibt.

Das PORT Magazin kann ab sofort auf der Website bestellt werden.

PORT Magazin 2011
UmWege

Gestaltung: Konrad Angermüller, Patrick Martin, Adrian Palko, Katharina Staniok
Herausgeber: Studentische Initiative PORT / Bauhaus-Universität Weimar

Veröffentlichung: Juli 2011

Umfang: 120
Seiten
Format: 300 x 235 mm
Verarbeitung: japanische Bindung, halbes Cover mit Prägung, rotes Fälzelband
Sprache: Deutsch

Preis: 7 € inkl. Porto & Verpackung

crime

Wow, endlich nochmal ein Mag das so aussieht. Also so langsam wird`s echt peinlich wie sich hier alle gegenseitig kopieren und das auch noch gut finden. Lernt man heutzutage im Studium nichts anderes mehr? Sieht jedenfalls ganz so aus.

Julia

Ich sehe: Guten Flattersatz, gekonnter Umgang mit Fläche und Weißraum, gut gewählte Farbegebung - einzig und allein die Trennung der ein oder anderen Überschrift find eich etwas schwierig. Schöne Arbeit! Freu mich schon auf ein gedrucktes Exemplar...

Gast

ich sehe: total langweilige gestaltung die ich schon seit drei jahren sehe(n muss). guter flattersatz? der interessiert mich herzlich wenig wenn der rest aussieht wie die 20000ste
kopie von diesem hedonistischen rietveld gedöns.

Gast

kannst du denn ein paar positive beispiele nennen?

flo

oh ja, die inzwischen immer wieder eingeforderte originalität … welche originalität eigentlich, heute? wieso 20.000? wieso rietveld? und vor allem wieso hedonistisch?

Gast

eingeforderte originalität? es dürfte nicht so schwer sein etwas originelleres zu machen als das hier. ich kann dir auf anhieb locker 10 websites nennen, wo alles genau so aussieht wie oben. alles kopiert, keiner macht mehr was eigenes. und rietveld.. guck dir halt mal die website an. du scheinst nicht sonderlich informiert zu sein.

teo

Nachdem ich mir nun ein echtes Exemplar angeschaut habe (und nicht meine Meinung nur aufgrund von einigen Vorschaubildern zum Besten/Schlechtesten gebe), muss ich sagen, dass ich positiv überrascht bin von der Auswahl der Arbeiten. Vorrangig Experimentelle und Konzeptionelle Arbeiten sind mit drin. Nichts leicht Konsumierbares. Das ist im Grafikdesign nicht unbedingt Standard. Die Texte sind gut geschrieben. Für eine rein studentische Arbeit wirklich gut. Die Kritiker verstehe ich nicht. Eine Werkschau sah in meinen Augen selten so aus. Kein klassischer Raster, kein klassisches Cover, keine feste Reihenfolge. Wirklich unkonventionell.
Man muss sich natürlich drauf einlassen.

Gast

die gestaltung erinnert mich an berlin-neukölln 2011. jeder denkt er wäre unglaublich individuell und abgefahren aber im endeffekt sehen alle aus wie aus dem katalog.

Gast

Naja. Man kann Positives und Negatives daran finden.

Natürlich ist der Gesamtlook definitiv nicht neu. In jederlei Hinsicht - von Fonts, Farben, Unterstreichungen und Spielereien ist - das muss man sagen - alles geklaut (oder wenn man es weniger böse ausdrückt: Es ist dem gegenwärtigen Trend nachgelaufen). Das ist leider ein wenig traurig für Gestaltungsstudenten.

Aber man muss denke ich unterstreichen, dass das Heft sehr gut gemacht ist. Diesen Look über mehr als 100 Seiten durchzuziehen (wenn man sich das Ganze mal auf Issuu ansieht) und es zu schaffen, dass wirklich jede Seite in sich gestalterisch stimmig ist, mit dem Weißraum gut umgegangen wird, mit der Fläche... das muss man erst mal schaffen. Es ist doch wesentlich schwieriger jede einzelne Seite in einem freien Layout überzeugend hin zu bekommen als wenn man ein festes Raster hat.

Es bleibt also zwiespältig für mich. Schön gemacht, definitiv, aber ausgelutscht.

Gast

Hast du mal den Link bei Issuu?

Phil

Danke für den Link.

Kann die Kritik zum Teil verstehen, aber warum wird hier eigentlich so getan, als hätten die Leute unbewusst den Stil gewählt? Ist doch eine gut gestaltete Publikation, die sich nicht zum Anspruch gestellt hatte, mit irgendeinem Stil zu brechen. Das ist völlig legitim und im Prozess einer Findung und Entwicklung von Gestaltung bei Studenten sogar noch legitimer, als wenn es eine kommerzielle Publikation von alteingesessenen Menschen gewesen wäre. Obwohl das Heft von der Qualität her kommerziellen Publikationen (siehe Zeitschriftenladen) ja wohl um längen voraus ist.

Des weiteren ist es ja nicht das erste Port-Heft. Ich hab hier irgendwo auch noch ein alte rumfliegen und fand das damals ganz interessant.

Die Positivbeispiele ist einer der Kritiker aber hier noch schuldig. Fänd ich zumindest interessant.

Weitermachen!

Gast-FFM

Bin eher zufällig hier gelandet.. Hatte bei Google nach Fälzelbindung gesucht.. ;)
Ich verstehe die Kritik hier ehrlich gesagt auch nicht.. Man muss doch nicht immer das Rad neu erfinden. Mich würde ja mal die Arbeit der Kritiker interessieren, die hier so rumkotzen. Macht es doch erst einmal besser. Ich studiere übrigens auch Grafik-Design und so eine Broschüre zu erstellen macht man nicht mal eben so mit links.. Mir gefällt sie gut! Daumen hoch!

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