Trinkst du gerne Tee und weißt gutes Design zu schätzen? Ja? - Dann bist du hier genau richtig! Denn die Tees von samova sind nicht nur lecker, sie kommen auch noch wunderschön gestaltet daher.
Nein, ich werde nicht bezahlt, um samova anzupreisen. Doch ich trinke gerne Tee und weiß gutes Design zu schätzen. Alles klar?
Was ist nun so außergewöhnlich an samova? Schlicht und schön strahlt das Design doch zum Tee passende Gemütlichkeit aus. Selten bekommt man so gutes Produktdesign zu sehen. Selbst die Namen der leckeren Tees sowie die Texte im Katalog und auf der Webseite sind genial. Respekt! Hier ist wirklich alles von vorne bis hinten perfekt gestylt.
samova - die Dachmarke des stilwerk Hamburg - wurde also nicht von ungefähr mit mehreren Preisen ausgezeichnet. U.a. erhielten sie den Red Dot Award des Design Zentrum Nordrhein-Westfalen und den Deutschen Designpreis 2004.
Das Rezept: eine Medienentwicklerin, ein Vermarktungsprofi und zwei Designer mit einem jungen, professionellen Tea-Taster mischen. Umrühren und ziehen lassen. Heraus kommen Tees nach höchsten Qualitätsmaßstäben - sowohl das Produkt selbst als auch das Design betreffend.
Vierzehn Tee-Sorten sind unter den Decknamen "Black", "Pop" und "Relax" erhältlich. Hinter diesen Kategorien verbergen sich Schwarztees, natürlich aromatisierte Sorten und wohltuende Kräutermischungen.
Mein geschmacklicher Favorit bisher: Green Chill. Istanbul Nights kommt bei uns auch sehr gut an.
Die dazu erhältlichen Accessoires wie Teegläser, Holzbox, Tea-Shirt und Teekanne sprechen mich persönlich weniger an. Zu clean? Zu unpassend? Oder zu wenig ausgefeilt? Hm. Wahrscheinlich bin ich in der Hinsicht doch eher Old School – ich trinke Tee lieber aus meiner guten alten Porzellantasse. Die ist zwar nicht so stylish, dafür weckt sie das Gefühl von Behaglichkeit in mir. Auch ein Kriterium, das man nicht unterschätzen darf.
Wer dies noch nicht weiß: Ein Samowar ist ein Gerät zum Kochen und Warmhalten von Tee. Damit wird ein Teekonzentrat hergestellt, das zum Trinken mit Wasser verdünnt wird.
Jetzt bleibt mir nur noch eins zu sagen: Zum Wohl!
Der Katalog:







Tamim

ist schön gemacht. erinnert mich sehr an http://www.tazo.com/

Teetrinker

Also ich hab mir mal so eine Dose gekauft. Sieht zwar schön aus, aber von dem Tee habe ich immer Kopfschmerzen bekommen. Meine Freundin übrigends auch.

nike

das ist jetzt aber ziehmlich alt.

CHR15

ist echt schon ziemlich alt; von den mutabor-backen, wenn mich nicht alles täuscht...

Kwotes

"we believe in friendship and hot tasty water"
"a drinkable lifestyle accessoire"

- beides Slogans von Samova - sind gute Beispiele für den Understatement-Manierismus in Werbetexten zu Lifestyle-Themen; mit der, vor allem in der englischsprachigen Verwendung, gut beobachtbaren Tendenz zum Unerträglichen.

Mich wundert immer wieder mit welchen seichten Sätzen man eine, wie auch immer geartete, Qualität suggerieren will - und wer auf solchen Mist wirklich anspricht. Ich vermute: genau jene, die nichts davon (in diesem Falle von Tee) verstehen, denen die Teekultur (sei es die englische, indische, asiatische oder osmanische) und deren Eigenheiten unbekannt ist und denen man dann eben einige parfümierte Schwarztees zu überteuerten Preisen unterjubeln kann (o.k., o.k. um als Konsument an einem der Trends (in diesem Falle dem Designfuzzie-Lifestyle) teilnehmen zu können, muß man eben investieren wollen, sonst gehört man nicht dazu (und mit dem letztjährigen Trendprodukt, der Designer-Schuhcreme - die mit den tollen braunen Tuben meine ich - kann man unter seinesgleichen nicht mehr punkten, oder?).

M-I-R

die designer ham´wohl zu lang gezogen ... ;)))

CHR15

kwotes, eine wohltat! ein fest! du sprichst mir aus der seele.

erst wenn der letzte proll seinen jamba-klingelton furzt,
der letzte geschmacksnerv durch glutamat getötet,
die letzte oberfläche ihren putz verloren,
werdet ihr merken, dass 'design' von innen nach aussen kommt.

thomas

ist ja gut und schön, aber jetzt würde mich mal interessieren wie ihr für samova 'von innen nach aussen' gestalten und werben würdet ... ivh weiß, eine hypothetische frage, aber sie steht nunmal im raum.

CHR15

völlig berechtigte frage, thomas. die stelle ich mir testweise auch des öfteren. im fall von samova stellt es sich für mich folgendermaßen dar: trotz aller detailverliebtheit und wirklich wunderschöner, harmonischer typografie etc. wird dieses lebensmittel gerade dadurch völlig austauschbar!

das design haut exakt in die kerbe der STILgruppe. man kann es aber gleichzeitig auch auf eine haarpflege-serie ausweiten etc. im katalog tauchen ja auch die entsprechenden begrifflichkeiten wie 'lifestyle' und 'accessoires' auf.

'von innen heraus' gestalten heisst für mich in diesem fall nichts anderes, als oben genanntes stilgruppenadäquates-design (--> von aussen) zu vermeiden. im idealfall eine grafische sprache zu sprechen, die design nicht zum selbstzweck macht, sondern die signalisiert: 'hände weg, lifestyle-fetischisten! hier ist richtig geiler tee drinne!' ob das design des endergebnisses nun auf einen tdc-award abzielt oder nicht, sollte völlig ausser acht gelassen werden...

thomas

sehr interessante analyse. setzt aber voraus, das der tee in der packung auch richtig geil ist! nicht wahr herr 'teetrinker'?

lifestyle hin oder her, die verpackungslinie die mutabor hier entworfen hat ist schon sehr schön. und wenn der inhalt noch stimmt, warum nicht? ich bin bestimmt kein lifestyle-fuzzie, aber auch kein teekenner ... wahrscheinlich auch ausserhalb der zielgruppe, und texte die auf understatement abzielen, sind immer an eine bestimmte gruppe von menschen gerichtet. was den von kwotes angesprochenen understatement-manierismus angeht, kann ich ihm nur beipflichten. davon gibt es allerdings ganz allgemein in der werbung mehr als genug beispiele.

CHR15

klar gibt es dafür mehr als genug beispiele. nur allzu oft wird dies vom kunden ja geradezu ausdrücklich erwünscht.

es zeigt sich einmal mehr, dass ein mündiger verbraucher ( also mit ec- oder kreditkarte ausgestattet) nur das bekommt was er verdient. und manchmal ist auch das noch zuviel.

Tamim

Whats the problem. Jedem daß seine. Und wenn die Leute auf die 16% Aktion von Mediamarkt anspringen und 1h in der Schlange stehen um sich einen Spindel rohlinge zu kaufen ist das deren ding und deren zeit.

CHR15

yo, tamim, dir das deine.

CHR15

genau, tamim. jetzt wird mir auch alles klar.

Tamim

Ich weiß nicht ob du mich verstehst chreinsfuenf. aber ist auch nicht so wichtig. im prinzip hast du recht. aber auch nur dort.

kai

jeder bekommt die gestaltung, die er verdient...!!!!

Tamim

Oder annimmt.

Kwotes

Kleine Konsumenten-Typologie:

Lifestyler - Zeitgenosse, der sich durch die Anschaffung adäquater Symbole öffentlich optisch einer sozialen Gruppe zuordnet und oftmals nicht tatsächlich zu dieser gehört.

Markenfetischist - Zeitgenosse, der sich vor allem als Individuum definiert, indem er die Angebotsvielfalt nur selektiv nutzt und dabei insbesondere die individuelle Entscheidungsmöglichkeit eliminiert.

(Grafik-)Designer - Gestalter, denen es zu oft bereits genügt, daß etwas "schön" ist und sich im Bewundern von Oberflächen ergehen (das entspricht erstaunlich der populären, naiven Kunstrezeption), dabei meist die ersten Opfer (siehe Fachmessen) des Blendwerks ihres eigenen Handwerks (offenbar trotz aller Semiotikseminare und vgl. in der Ausbildung) darstellen.

thomas

typologisierungen sind u. a. ein instrument der marktforschung, die sich dabei auch professioneller hilfe (soziologen, psychologen etc.) bedient. ich fände es ziemlich interessant, wenn neben den gestaltern die hier dargestellt werden, auch mal eine typologisierung von denen stünde, die solche modelle für die marktforschung erstellen. diese modelle dienen ja letztlich einem konkret zweck: die bestimmung von zielgruppen, für die dann produkte und werbemittel generiert und gestaltet werden.

Tamim

sehe ich aus so thomas.

flo

meine güte, muss man sich darüber wirklich auslassen?
es sieht gut aus, und das ist doch schon etwas.

mir fehlt noch der aufruf, transfairtees zu kaufen (nicht ganz unvernünftig).

zu kwotes:
hier steht wohl ein sehr verkürzter bürgerlicher kunstbegriff auf dem prüfstand, und das ist auch ein wenig überholt. das schöne ist immerhin bestandteil vieler - und einiger ganz interessanter - philosophischer ästhetiken, und auch abgrenzungen, attacken oder gegenentwürfe binden sich an das konzept des schönen.
wer bewundert denn keine oberflächen, und ganz schön ist nicht ganz schlecht, oder?
ausserdem kenne ich nun wirklich keinen gestalter, dem semiologische oder soziale aspekte seiner arbeit fremd wären oder der sich der verschiedenen problematiken seiner arbeit, u.a. des good looking, des schönen nicht bewusst wäre.
aber war wohl polemisch und humorvoll gemeint ..
man kann natürlich auch ins stilwerk oder zu habitat gehen, um sich aufzuregen.

populär und naiv sind übrigens zu- und festschreibungen, die - soziologisch besehen - auf distinktionsgewinn zielen. als ob man damit punkten könnte.

kai

flo, ich krieg manchmal hirnverdrehungen bei deinen kommentaren....was aber wohl an meinem pfälzischen einweg-gehirn liegt....oder an meinem hautptschulabschluss, oder weil ich beim design-studium in philosophie und ästhetik nicht die fremdwörter mitgeschrieben habe??? ich weiss es nicht...les deine einträge trotzdem immer wieder gern......ehrlich!

flo

entschuldige, und danke für deinen hinweis, kai.
schlechte angewohnheit von mir, hat sich so eingeschlichen ... muss da ein bisschen aufpassen. less is more.

SIR EINA

ihr jammerlappen
wers kauft wird seelig...
spiesser!
MUTABOR is goil !

SIR EINA

ihr jammerlappen
wers kauft wird seelig...
spiesser!
MUTABOR is goil !

SIR EINA

ihr jammerlappen
wers kauft wird seelig...
spiesser!
MUTABOR is goil !

SIR EINA

ihr jammerlappen
wers kauft wird seelig...
spiesser!
MUTABOR is goil !

Angi

zu der "designfuzzidiskussion": schönheit allein reicht mir persönlich nicht, ein gegenstand/produkt muss mich auch in seiner funktion überzeugen. klar, manchmal kauft man sich dann doch etwas, weil es einfach nur schön ist, aber das muss mich dann schon umwerfen.

und was den tee betrifft, möchte ich mich nochmal korrigieren:
bis auf den green chill ist das meiste echt ein komisch künstlich riechendes gebräu, das ich schon vom geruch her nicht trinken möchte. schwarztee mag ich sowieso nicht, über den kann ich also nichts sagen...

CHR15

SIR EINA is auch total goil. aber echt total mal jetzt.

jane

long live samova, mutabor und menschen, die ohne neid und fremde kohle etwas auf die beine stellen – anstelle die ganze zeit über andere zu lästern!

CHR15

ja genau, jane, wir gönnen mutabor nichts, finden alles total scheisse und trinken auch nur kaffee.

flo

jane, was stellen die denn so auf die beine? würde mich interessieren. und können die keine kritik ab?

Gastnase

und kann denn nun einmal jemand von euch auch etwas zu dem tee an sich sagen? welche sorte wurde probiert, wie gefällt der geschmack, gibt es marken, die besser sind oder vergleichbare produkte anderer marken, wie wird das preis- leistungsverhältnis nach dem testen der produkte von samova eingeschätzt? oder gehts bei eurer diskussion auch nur um die "äußerlichkeiten"? plus ein bissl "rumgeplänkel",
nochwer was probert ausser anqi? ;)

Lazy Pirate

@Gastnase: Ich habe von einer Freundin 2007 eine Dose Team Spirit geschenkt bekommen und bin seitdem Käufer. Die Dose hat mir gefallen und der Tee auch. Ich trinke gerne einen guten Grün-, Jasmin und Schwarztee aus dem Laden um die Ecke und manchmal habe ich richtig Lust auf die Kräutertee-Mischungen von Samova. Zu Hause habe ich meistens Team Spirit und Istanbul Nights. Ich bin kein ausgewiesener Tee-Sommelier, trinke aber oft und gerne eine Tasse und brühe ihn auch entsprechend.

Warum man sich über ein offensichtlich mit Mühe gestaltetes Produkt und dessen Käufer so abfällig und elitär auslassen muss, das ist mir ein Rätsel – ist heute doch jedes Regal voll mit lieblosem Quatsch. Die Illusion, dass sich diese Unternehmensgründer eines Abends hinsetzen und beschließen ein scheiß Produkt gut zu verpacken, damit es deshalb dumme designfuzzis kaufen, bleibt in meinen Augen ein wenig durchdachter und respektloser Gedanke.

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