skrostrek.de heißt das neue Designerblog der Wuppertalerin Julia Meer. Dass sie über Design schreiben kann und eine eigene Meinung besitzt, hat sie im Slanted Magazin #12 bereits unter Beweis gestellt. Ein paar einführende Worte von Julia Meer, warum skrostrek lesenswert ist: »›Heute hat jeder einen Blog‹, erfuhr ich kürzlich. Ermuntert durch das sich daraufhin einstellende Gefühl von wohliger Normalität, überwinde ich daher meine Skrupel und gestehe, seit einiger Zeit meine Gedanken zum Design auf www.skrostrek.de zu verschriftlichen.

Noch ein Designerblog? Unbedingt. Denn es geht nicht in erster Linie darum, Netzfunde bekannt zu machen, sondern sich freudig der Denk- und Sichtweise der Spezies ›Designer‹ hinzugeben: Blick und Denken des Designers sind durch seinen Arbeitsalltag geprägt – das ist nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist jedoch, mit welcher Geschwindigkeit Design für eine immer größer werdende Zahl von Menschen wichtig wird. Daher halte ich es für nötig, auch das hinter den Produkten stehende Denken sichtbar zu machen.

Design ist überall, alles ist gestaltet. Skrostrek blickt mit Designer-Augen auf die Welt und beschreibt, was sie sehen. Skrostrek ist norwegisch für ›Schrägstrich‹ – Interpretation bitte selbst vornehmen, mindestens drei Bedeutungen sind intendiert.«

Eine kleine Leseprobe:

Designklassiker: Die Büroklammer

Neulich im Chaos: Unmengen von Papier, manches zusammengehörig, aber vielleicht noch nicht endgültig. Ich: verzweifelt.

Da fand ich sie: die Büroklammer. Ein Stück dreimal gebogenes Metall. Ein Designobjekt? Definitiv. Denn schon Burckhardt erkannte: Gutes Design ist unsichtbar. Und auch wenn er es anders meinte, mal ehrlich, wer schenkt ihr schon viel Beachtung, der Büroklammer. Und warum nicht? Meist fällt Design erst dann auf, wenn es nicht funktioniert, wenn lediglich der Ästhetik Tribut gezollt wurde. Dies ist hier nicht der Fall. Die Büroklammer ist Repräsentant für gutes Design: Funktional, günstig in der Herstellung, wiederstandsfähig.

Und sie erleichtert das Leben. Bleibt nur eine Frage: Warum kennt jeder Phillippe Starck, aber niemand den Büroklammerdesigner? Jeder Designer kann von ihm, dem Norweger Johan Vaaler, lernen. Die Rückkehr zum Einfachen ist unbedingt notwendig in unserer immer komplizierter werdenden Welt. Etwas dazu bringen gut auszusehen, das schafft beinahe jeder, die wirkliche Aufgabe des Designs liegt aber doch darin, Produkte verbraucherfreundlich zu gestalten und so ein wenig Ordnung, Orientierung und Verständnis zu schaffen. Also, liebe Designer: weg vom schönen Schein, hin zu gutem Design.

Julia Meer
www.skrostrek.de


StefanB

Vielen Dank für den Hinweis auf das Weblog. Es war mir gänzlich unbekannt. Bin bereits nach 2–3 Artikeln ›angefixt‹.

der alte gonnermann

mehr schrägstriche im alltag/internet!

grüße aus dresden/sachsen

Stefan C.

Ich: Gelangweilt.
Warum muss eigentlich immer alles irgendwas mit Skandinavien zu tun haben?Hätte man auch schrägstrich.de nennen können.

Lena Z.

Schade auch, dass nicht erkenntlich ist wer da eigentlich schreibt! Schade, dass der der eine eigene Meinung besitzt, diese nicht auch unter seinem Namen kundtun kann. Kann das als reflektierter Student leider nur als halbseriös empfinden...

Und Schrägstrich auf norwegisch wird eigentlich mit "å" geschrieben, also skråstrek.

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