Type One / Discipline and Progress in Typography

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Noch nie waren die Anforderungen und Bedürfnisse an das Medium Schrift so vielfältig, multidimensional und konträr wie heute. Type One ist eine Bestandsaufnahme aktueller Spielarten und Tendenzen in der Typografie und im Schriftdesign.

Type One – Die Gestalten Verlag
Editors: R. Klanten, M. Mischler, N. Thönen, S. Bilz
Format: 24 x 30 cm, 224 Seiten, vollfarbig, Hardcover
Englische Ausgabe ISBN: 3-89955-056-0, Preis: 35 Pounds, 59 US Dollars
Deutsche Ausgabe ISBN: 3-89955-066-8, Preis: 49,90 Euro (D)

 

Anhand ausgewählter Beispiele präsentiert das Buch verschiedene Gestaltungsansätze und offenbart die eigentliche Schwierigkeit modernen typografischen Designs: Wie können notwendige Akzente aus dem unendlichen Pool angedachter, verworfener, klassischer oder moderner Schriftformen erfolgreich in zeitgemäße Lösungen integriert werden, ohne dabei die in Jahrtausenden gewachsenen Grundlagen von Schrift und Typografie zu ignorieren.

Type One zeigt erfrischende und ungewöhnliche Gestaltungsergebnisse, kommentiert und gibt praktische Tipps – ergänzt durch Texte und Interviews international bedeutender Grafik- und Schriftdesigner. Diese Kombination macht das Buch zum idealen Werkzeug für jeden, der einen zeitgemäßen Überblick zum besseren Verständnis von Schrift und Typografie sucht.

Type One präsentiert auch die Schriftsysteme zweier Mitglieder unseres Slanted-Redaktions-Teams:

Patriot Kit von Boris Kahl, Volcano Type
Typemachine von Dirk Wachowiak

Type One erscheint im Dezember. Wir werden ausführlicher darüber berichten, wenn wir das erste Exemplar in den Händen halten. Sieht aber wirklich sehr vielversprechend aus:

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Typemachine – Dirk Wachowiak

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Patriot Kit – Boris Kahl, Volcano Type

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Dave

Tolles Buch, was stört ist der hohe Preis. So etwas hätten die sich zu DM-Zeiten nicht getraut.
Wollen wir mal nur hoffen, dass es pünktlich erscheint.
Das perfekte Weihnachtsgeschenk!

kai

schöne beispiele drin..., aber warum ist die Titelgestaltung so schlecht, frag ich mich?
hm..frag, frag???

Timo

Kai, was meinst du denn mit schlechte Titelgestaltung? Ich denke, das ist eine bestimmte Schrift aus dem Buch, die für den Titel ausgewählt wurde. Die Sachen sind ja alle recht experimentell, wenn man das so durchschaut. Warum nicht? Es ist sehr plakativ, für einen Titel völlig ok.

Lars Harmsen

Wir hatten es schon in der Hand: Christian Ernst – Starfotograf und Autor des Buches VERSUS – mit einem original Type One in der Hand (auf der Buchmesse) und der Doppelseite PATRIOT KIT (Designed by Boris Kahl)!

kai

...rein subjektiv, klar...aber genau wie bei "sonic-visuals for music" bin ich auch hier der meinung, dass der titel nicht anspricht ....(mich nicht anspricht)...extrem lieblos und auch nicht wirklich plakativ...die Unterzeile "discipline ans progress in typography" sieht aus, als hätte man Ihn 5 Minuten vor Redaktionsschluss noch drunter gesetzt....!!!
so, das ist meine Meinung...feuer frei! (um eine diskussion ins rollen zu bringen, muss man ja immer leicht provozieren...gell!)

Heinrich

>>muss man ja immer leicht provozieren...gell!

ich finde das buch nicht gut, weil ich selbst nicht drin bin ;-)

Digibo

Das ist aber auch immer schwierig mit dem Titel. Soll über 200 Seiten des Buches vertreten und allen gefallen! Aber Kai, ich kann Deine Meinung schon verstehen

Lars Harmsen

Der Titel ist eine dicke graue Pappe. Darin sind die Buchstaben Type One ausgestanzt. Das Cyan welches durchscheint ist vom Vorsatzblat.

thomas

> Das ist aber auch immer schwierig mit dem Titel. Soll über 200 Seiten des Buches vertreten und allen gefallen!

Stimmt, aber mir gefällt er. Irgendwie spiegelt er den Inhalt sehr effektiv. Vielleicht etwas spröde, aber das hat seinen Reiz. Die gestanzten Typen assotiieren Dreidimensionaltät und Produkt. Ihr roher, konstruktiver Charakter hat etwas temporäres, provisorisches. Viele Schriftentwürfe und die Typografie im Buch, arbeiten auch bewusst mit dem Entwurfscharakter, dem 'unfertigen'. Wurde hier nicht vor einiger Zeit ein anderes Buch (oder war es ein Designbüro?) vorgestellt, an dessen 'dilettantischen' Stil sich einige störten? Intesionen werden offensichtlich nicht immer und schon garnicht von jedem verstanden.

der grund des 'nicht verstehens' scheint mir hier aber ziemlich klar:

> Der Titel ist eine dicke graue Pappe. Darin sind die Buchstaben Type One ausgestanzt. Das Cyan welches durchscheint ist vom Vorsatzblat.

Ein Buch ist einfach was ganz anderes als Internet, es existiert erst richtig wenn es in der Hand liegt.

kai

ok, ich hatte das buch noch nicht in den händen...der titel sprach mich rein grafisch eben nicht sonderlich an...spröde eben, aber ohne reiz!

Thomas gebe Ich jedoch Recht mit der Aussage....

>Ein Buch ist einfach was ganz anderes als Internet, es existiert erst richtig wenn es in der Hand liegt.

....denn wenn Ich das Buch mal in Kürze in Händen halte, werde Ich wahrscheinlich durch Stanze und das kräftige Cyan ein anderes Gesamtbild bekommen und meine Meinung vielleicht ändern...mal schauen, man darf gespannt sein!

Digibo

> Wurde hier nicht vor einiger Zeit ein anderes Buch (oder war es ein Designbüro?) vorgestellt, an dessen 'dilettantischen' Stil sich einige störten?

Thomas, Du meinst Vier5 aus Paris. Die sind, wie zu erwarten war, übrigens auch in Type One vertreten. Ich mag die Sachen, die ich von ihnen gesehen habe sehr gerne.

thomas

So, mal wieder daheim beim Töchterchen und die Frau widmet sich dem Nachtleben ... auch gut, geh ich halt surfen.

Intesionen werden offensichtlich nicht immer und schon garnicht von jedem verstanden.
Nur damit da kein Missverständniss aufkommt. Ich meine natürlich 'Intentionen'.

Kai, ich bin gespannt auf Dein Urteil. Ich sollte es mir ja eigentlich jetzt auch kaufen, nachdem ich mich für den Titel so ins Zeug gelegt habe ... aber der Preis ist für meine Verhältnisse schon happig. :-)

Das mit Vier5 war schon interessant. Ich habe damals nix gepostet, weil ich eigentlich erst über slanted auf die aufmerksam geworden bin. Solche ästhetischen Experimente sind für mich das Salz in der Suppe. Wenn ich deren Eigensinn und Konsequenz sehe, möchte ich nicht nachmachen, sondern fühle mich vielmehr inspiriert, mutiger in der Entscheidung von eigenen Gestaltungsfragen zu sein und 'mein Ding' zu machen (völlig egal ob das nun klappt oder nicht).
Die Kritiker in dem damaligen Thread kamen mir vor, als wollten sie etwas bewerten, das ganz woanderst stattfindet.

peter

die gestalten waren mal besser. leider sind sie mit ihren erscheinungen für dieses jahr nicht wo sie einmal waren, könnte es beispielhaft erklären (auswahl der fotos, subjekte, etc.). die auswahl an sich ist okay, aber die details lassen teilweise zu wünschen übrig und das ist sehr schade (sonderfarben in 4farb druck, schlechtes farbkorrektur und soweiter). und in den letzten büchern hatte es einige fehler im text (schlechste copy reading)...

Freddo

Im grundegenommen soll doch jeder seinen Scheiß machen, wie er will - doch sollte man originell bleiben. "Die Gestalten" machen viel experimentelles Zeugs - aber leider schon zu oft gesehen. Die vier5 finde ich immer noch schlecht (auch wenn mich hier einige wieder dissen möchten), denn wenn man zuviel von Björks Lieblingsdesignern klaut, wird man nicht besser. Salz in der Suppe? Come on! Sieht doch aus, wie jeder andere Kack. Was ist denn da bitte so toll dran?

Außerdem sollte man bei "den Gestalten" mal wirklich auf dem Teppich der Tatsachen bleiben. Ein Verlag, der irgendein Buch rausbringt, um damit Geld zu verdienen und über "Disziplin" und "Progress" in der Typographie redet, einem Metier, das Menschen seit Hunderten (!) von Jahren auf einem weit besseren Niveau betreiben, kann dies nicht wirklich ernst meinen, wenn paar dutzend Seiten mit Fontexperimenten anfüllt. Das hat wenig mit einer Kontroverse in Sachen Typofortschritt zu tun.
Sorry.

Digibo

Habe gerade erfahren, dass das erste Exemplar unterwegs zu uns ist. Müsste morgen ankommen. Bin echt gespannt!

kai

lieber freddo,
wenn jemand so auf die kacke haut wie du, frag ich mich immer, was so jemand richtig geil findet..also wo all die ansprüche wie z.B originalität erfüllt werden.

Denn irgendwie alles übern Haufen werfen, ist einfach! Bitte lege Dich doch mal fest und sage uns, wo sitzen die, die das seit Jahrhunderten besser machen!

ACHTUNG: das ist nicht verarschend gemeint..es interessiert mich wirklich, was dahinter steckt, wenn sich einer so aufregt! Bisher war das ja alles recht plakativ und floskelhaft! Bitte konkret werden!

Digibo

Freddo wieder in Höchstform! Er hat das Buch noch nie in der Hand gehabt, aber weiss schon genau, dass es ein "Scheiß" ist!

Ich habe es heute endlich geliefert bekommen und werde es die nächsten Tage mal genauer betrachten. Ich werde berichten...

thomas

ich finde auch nicht alles toll. aber ich finde vieles interessant, weil es versuche sind, die in der gegenwart stattfinden. manches ist für mich erstaunlich, anderes eher ein impuls, der eine weitere richtung eröffnet ... das ist für mich schon 'das salz in der suppe' - wenn auch nicht die suppe selbst. die gibt es nämlich wirklich schon seit jahrhunderten ... ;)

Frederic

Thomas, so seh ich das auch. IMPULSE. Ich denke jedoch, so sollte man das Buch auch benennen - "Impulses in modern Typography - were does it lead?"

Warum ich so vehement darüber schreibe? Ich sehe es aus einer Anbieter versus Kunden-Perspektive. Ich soll ja dieses Buch kaufen. "Gestalten" will und muß damit Geld verdienen. Fuffzig Euro sind ne Menge Geld! Dafür erwarte ich etwas. Das man dem Inhalt treu ist und auch sagt, was es ist und nicht irgendwo was anderes vorgaukelt. Ich denk' schon, daß es saugeil ist, aber es ist für mich keine Typography.

Und deshalb nehme ich mir das Recht "auf den Kack zu hauen", wie Kai es ausdrückt, denn ich bin derjenige der das Geld hat. "Ja, du mußt es ja nicht kaufen"; das würde Digibo wahrscheinlich jetzt sagen. Lüg nicht, würde ich sagen. Denn deine Arbeit ist dadrin und die soll ja gesehen werden. Ich finde die Patriot Kit-Seite gut. Würde es mir als Poster gern an die Wand kleben. Aber ich sehe darin keine Typography, sondern Kunst. Das ist keine Abwertung!! Ich finde, das viele dieser Arbeiten den Anspruch eines Kunstwerkes voll erfüllen. Aber so wie das Layout es hergibt kann man es nicht "Art & Typography" nennen.

Ein Buch, daß ich nach Jahren immer noch erstaunlich und erhebend finde ist Kurt Weidemanns "Wo der Buchstabe das Wort führt". Das ist ein Buch über Progress und Discipline in Typography!

marco

hallo frederic,

ich denke, es gibt keinen unterschied zwischen
typografie und kunst. arbeit mit typografie ist immer eine form künstlerischer auseinandersetzung.

es geht meiner meinung nach eher um die überlegung, ob man in einem bereich arbeitet, der
"anwendbar", d.h. lesbar ist oder ob man sich
in einem experimentellen feld betättigt, bei dem
man auch die möglichkeit einer abstrakten arbeit mit typografie miteinbezieht.

arbeit mit typografie ist ja zum einen auf den
gebrauch ausgerichtet, zum anderen aber auch
eine notwendige forschungsarbeit, in der man
herausfinden möchte, wie unsere sichtweisen, in ein, zwei oder zehn jahren sind oder sein können.

Frederic

Ahh, einer von den vier5. Interessant ;-)

Ich denke, daß die Forschungsarbeit an der Typographie im Prinzip abgeschlossen ist. Wir arbeiten seit ca. 2000 Jahren mit dem römischen Alphabet. Die Proportionen sind abgeleitet aus dem Goldenen Schnitt. Alle Alphabete heutzutage unterliegen mehr oder weniger dieser Urform. Alle Experimente, die eine neue bzw. andere Sichtweise suchen, finden irgendwann wieder zu dieser "Einfachheit" zurück (siehe Carson - der ist nicht mehr SOO verrückt).

Was selbstverständlich gefunden werden muß, sind neue Ausdrucksformen für den Kontext. Wie stelle ich meinen Kunden dar? Neu, frisch und eyecatching? Ich finde Typograhie sollte führen und sich nicht selbst verleugnen, sonst wird sie nicht ernstgenommen. Ich hab ein Buch mit den besten Arbeiten weltbekannter Plakatkünstler. Die Typo ist einfach. Keiner der Designer vergreift sich an den Buchstaben. Man läßt ihnen den Raum, ihre Form und Charakter. Manchmal hab ich das Gefühl, daß man sie bittet, für dieses Plakat zu sprechen. Eine Art Respekt.

Wenn man eine Schrift gestaltet, dann fließt viel Herzblut in diese Arbeit. Diese Schrift soll schön sein, angenommen werden und schlußendlich sprechen, kommunizieren. Man vertraut einem Designer oder Plakatkünstler sein Werk an. Wie gehe ich jetzt mit dieser Schrift um? Experimentelle Typographie begeht da ein Gratwanderung. Zum einen will man wissen, welche neue Möglichkeiten sích ergeben. Jedoch sollte man diese Ergebnisse gewissenhaft prüfen: Erfüllt es den Anspruch an Kreativität? Respektiert meine Arbeit den Betrachter? Habe ich WIRKLICH eine neue Ausdrucksform gefunden? Was habe ich eigentlich mit dieser Schrift angestellt? Respektlosigkeit in unserem digitalem Zeitalter ist schnell erreicht. Wenn ich eine Schrift biege und breche, breche ich nicht nur die Kommunikation sondern im Prinzip auch den Respekt vor meinem Arbeitsmaterial.

Man sollte ruhig seine eigene Arbeit mit artfremden Künstlern vergleichen: Da Vinci oder Michelangelo. Lacht nicht. Diese Bildhauer und Maler stehen für die Ewigkeit. Deren Werk ist hypergeil. Aber warum? Was hat das mit Typographie zu tun? Sie unterwerfen sich Regeln. Die der Proportion zum Beispiel. Aber sie klammern sich nicht an diese Regeln. Sie loten sie aus! Das ist für mich der Unterschied. Das ist, was bei mir Ehrfurcht hervorruft (und bei denen, die millionenfach den Louvre stürmen). Ich bin davon überzeugt, daß man diese Regeln niemals brechen kann, denn sie sind in uns drin. Ein Teil von uns.

Und um abschließend noch ein paar Designer als Beispiel anzuführen (ich nehm mal wieder die üblichen Tatverdächtigen): Warum ist Sagmeister gut und Carson nicht (mehr)? Sagmeister respekiert sein Handwerkszeug, Carson nicht. Carsons Initialidee war: "Ich verbiege Schrift!". Das wars aber auch. Er hat aber viel zu viel Credit bekommen, weil Nike, Cola und Konsorten ihm einen Haufen Geld gezahlt hatten und die Trendmags im vorauseilenden Gehorsam dieser Geldkuh der Marktwirtschaft nicht den Ast absägen wollten und ihn immer wieder als geil, cool und vollkommen hyper titulierten. Sie ließen ihm alle Designpreise zukommen, damit es schlußendlich auch jeder glaubt.

Sagmeister hingegen ist immer noch einer der besten Ideendesigner. Seine Konzepte sind cool (manchmal zu cool). Coole Konzepte kann man auch mit der Times rüberbringen.

Vielleicht ist das das Ying und Yang des Designgewerbes. Zwei Pole die sich oft ergänzen aber auch abstoßen.

CHR15

ja, der freddo. der schreibt und schreibt und gibt sich mühe uns zu überzeugen. und man merkt ihm förmlich an, dass er sich erst beim schreiben seiner pamphlete über vieles klar wird.

irgendwann aber, muss jeder mal ran und die hosen runterlassen. das bedeutet in unserem visuellen milieu:
S H O W T I M E ! (wie freddo wohl sagen würde)

zeig uns doch mal deine vision. wie wär's?

thomas

na ja, ich persönlich will hier aber keine runtergelassenen hosen sehen. die verbergen doch alle ziemlich das gleiche … ;-)

> die gestalten waren mal besser.

das, was in diesem posting an kritik drinsteht, ist ziemlich konkret. wenn das so ist, sollten sie es sich zu herzen nehmen.

ps. verlage haben ein starkes finanzielles interesse. das liegt aber hauptsächlich in der sie umgebenden ökonomie begründet. einige ihrer bücher sind sicher zu teuer - cds sind es ja auch. schön für sie, das man bücher nicht einfach downloaden kann. :-]

> "Impulses in modern Typography - were does it lead?"

sorry, der titel klingt mir mit dem '- were does it lead?' zu moralisch. wohin soll es wohl führen? etwa dazu, das gestalter die klassischen gestaltungstechniken nicht mehr erlernen und anschauen? die erleben doch seit geraumer zeit eine renaissance sondersgleichen!

speziell die modernen klassiker sind auch aus ästhetischen forschungen hervorgegangen. vieles was z.b. in der 'elementaren typografie' der 20er versucht wurde, mutet heute komisch an. aber auch - oder gerade - die 'vergeblichen' experimente waren wegbereiter und manche haben bei genauer betrachtung fast visionären charakter. marco hat es auf seine weise angesprochen. ich glaube, gegenwärtig entstehen sachen, von denen wir nicht wissen wie sie sich auswirken werden. wir haben höchstens eine ahnung.

ich verstehe diese sagmeister, carson etc. diskurse offen gesagt nicht mehr ... ob jetzt der eine gut ist und der andere nicht ... sie sind meistens sehr verschieden und hatten oder haben mehr als genug erfog, das sind für sich gesehen sicher gute gestalter, aber sie erheben keinen echten anspruch auf allgemeingültigkeit, wie manch anderer. ihr feld ist die exploration von ausdrucksmöglichkeiten. ich denke da muß jeder seinen weg finden.

Fred

Hosen runter? Schwanzvergleich? Ts Ts

kai

why not, vielleicht gibts ja was kleines zu sehen, das uns trotzdem in wallung bringt!

also fred....! grosse sprüche erfordern grosse taten!

Frederic

Was heißt hier eigentlich "Große Sprüche", ich solle meine "Vision" zum besten geben? Mmh? Ich schreibe hier nur meine Meinung, sonst nichts. Ließchen Müller darf dies, Heinz von nebenan auch. Und wenn Dich das etwas in Wallung bringt, Kai, na dann kann ich Dir auch nicht helfen. Ich habe lange genug als Graphiker gearbeitet um mir diese Meinung leisten zu können. Andere hier sind ziemlich wortarm, aber hauen dann umso mehr auf den Kack, wenn ihnen irgendwer nicht paßt, Und zwar substanzlos, ohne jemals auf das, was ich geschrieben habe, einzugehen. Immer nur vorgeworfen zu bekommen, ich würde Sprüche klopfen ... das ist leider langweilig, weil ich auf solche Sachen nicht wirklich gerne antworte. Ich dachte, dies ist ein Designblog, Diskussionforum, Austausch, auch mal ein Streit-Punkt. Ich verstehe wirklich nicht, warum man nicht über so ein Buch aus einem anderen Blickwinkel sprechen und auch streiten soll. Immer nur alles schönreden? Das bringt nichts. Führt zu nichts. Keinerlei Spannung. Tut mir leid, das euch das nicht paßt.

kai

hallo Fred,
du hast da was falsch verstanden....es bringt mich dein gerede gerade ja nicht in wallung, deswegen solltest Du uns doch mal zeigen, was Du gut findest..mehr nicht!
Und wenn Du Dich mit Lieschen Müller vergleichen willst, dann bist Du selbst schuld!

>Andere hier sind ziemlich wortarm,

Tja, Fred, die Menge der Worte zählt eben nicht alleine! Wie Chris schon anmerkte, so habe auch ich das Gefühl, das Du Dich während dem Schreiben manchmal um Kopf und Kragen redest!Vielleicht solltest Du deine Kommentare erst nochmal eine Nacht überschlafen, bevor Du Sie postest! Dann regt sich hier bestimmt keiner mehr auf...und Du bekommst den verdienten Respekt!

Frederic

Jessus. Wird das hier wieder zu einer Laberrunde oder trägt einer von euch auch was zu dem Thema bei? Ich hab doch längst gesagt was ich gut finde: Klare typographische Stücke mit einer runden Ästhetik. Bspw: Dirk Wachowiak und Paul Hoppes TDC-Gewinnerplakat, super Teil!

s. claudius

hallo zusammen. von euch sind doch auch bestimmt einige dabei die auch in dem buch vetreten sind. habt ihr denn schon eure belegexemplare? ich habe nämlich noch immer keins bekommen und das ärgert mich sehr. steht im buchladen, aber die gestalten sagen mir sie hätten druckprobleme und darum kämen die belegexemplare später. ich habe ja keine möglichkeit das zu überprüfen, ausser hier mal in die runde zu fragen.

Boris

Also wir haben ein Belegexemplar erhalten. Es kam aber wegen der Lieferschwierigkeiten der Druckerei auch erst vor ein paar Wochen an.

kai

sooo, mal weiter zu diesem thema....ich habe dieses Buch zu bemängeln....nicht inhaltlich und auch nicht mehr grafisch...
sondern produktionstechnisch.....wieso stört das anscheinend keinen.....?

die farbe des titels bröckelt ab..und zwar schon ohne äusseren einfluss....alle bücher bei walter könig waren angeranzt....da schimmert das schwarz durch....sehr ärgerlich...habe das buch vor weihnachten für unseren praktikanten besorgt, dem war das dann egal...aber darf das sein????

habt ihr auch das problem????

boris hatte ich das schonmal gemailt, auch er hat das problem!!!!!

also, leut, gibts dazu was zu sagen?

CHR15

bei mir ist es das gleiche. farbe blättert ab. muss aber sagen, dass ich es in diesem fall ganz reizvoll finde, weil es irgendwie zu den farben und der oberfläche passt.

aber das ist natürlich für alle, die nicht so denken wie ich, richtig ärgerlich. bei diesem preis!

thomas

na ja, solche produktionstechnischen mängel sind schon ärgerlich, wobei je nach material eine druckerei da schon über eine gesunde portion empirisches wissen verfügen muss.

die wünsche von uns grafikern sind diesbezüglich manchmal schwer zu beurteilen, und wenn wir nicht wissen wie sich eine farbe auf einem bestimmten untergrund verhält, ist eben die druckerei gefordert.

aber was anderes ... ich habe mir heute das buch erstmals angeschaut und bezüglich des titels (dessen gestaltung mir ziemlich gut gefällt) ist mir doch noch was grafisches aufgefallen: der zeilenabstand in der dreizeiligen subline 'discipline and progress in typography' ist zwar numerisch gleich, erscheint aber unten enger, da hier unter- und oberlängen dichter zusammenkommen.

ich erinnere an die kritik von kai: „ ...die Unterzeile "discipline and progress in typography" sieht aus, als hätte man sie 5 Minuten vor Redaktionsschluss noch drunter gesetzt....!!!“

was meint ihr, hätte der zeilenabstand vielleicht doch besser nach optischen kriterien gewählt werden sollen? oder ist das hier eher haarspalterei und uncool?

ich für meinen teil, hätte dem titel das schon noch gegönnt ...

Boris

Da ist das Problem:

Thomas hat Recht. Und gerade bei Büchern über Typografie, in denen es nur um Schriften geht, sollte man genauer hinschauen.

Tumor

schön,dass du das Bild reingestellt hast Boris, so darf ich mich nun zum 2ten mal wundern, wie so etwas passieren kann.....

Boris

Tumor, was meist Du mit zum 2ten mal?

CHR15

das ist eine wirklich interessante frage: soll man in solchen fällen optisch ausgleichen? oder passt das nicht in das ganze raster-stilvorlagen-credo?

ich halte es in der regel so, dass ich nach raster gestalte und dann im einzelfall versuche abzuwägen, wie ich manuell ausgleichen könnte.

Tumor

@boris
die bemerkung war ja leicht ironisch.
hatte es vor ein paar wochen mal in den händen, und hab ein wenig geblättert. der titel ist mir damals schon aufgefallen,
dann geriet es wieder ein wenig in vergessenheit, ja und jetzt wie gesagt, fällt es mir zum 2ten mal auf.

thomas

> soll man in solchen fällen optisch ausgleichen? oder passt das nicht in das ganze raster-stilvorlagen-credo?

ich muss sagen, das ich mir bis jetzt nicht sicher bin, ob das festhalten an einem raster, in diesem fall nicht absicht ist. wenn ja, respektiere ich diese entscheidung ohne vorbehalt.

wie gesagt, ich hätte, da auf diesem titel wenige grafische elemente versammelt sind, einen optischen zeilenabstand gewählt. der witz an solchen manuellen nacharbeiten ist ja, das der betrachter sie nicht sehen darf, also der zeilenabstand durchaus so aussehen soll, als würde er sich in das gesamte gestaltungsraster einfügen. das sind manchmal minimale änderungen, die eher eine andeutung darstellen.

fatal finde ich es, wenn manuelle nacharbeiten übertrieben werden und dadurch eine andere unruhe in die gestaltung kommt. sehr individuell und feinfühlig solche geschichten ... muss man einfach ausprobieren.

kai

bei so etwas plakativem wie beim titel geht optischer ausgleich ganz klar vor..find ich...bei so wenig elementen am raster kleben????....was zählt, ist die harmonische optik....!

thomas

das scheint ja recht eindeutig auszufallen ... aber das ist kein beinbruch, ich finde die titelgestaltung ist trotzdem klasse ... vielleicht auch gerade deshalb, weil sie nicht perfekt ist. :)

kai

> vielleicht auch gerade deshalb, weil sie nicht perfekt ist. :)

hm, ich weiss ja nicht..eigentlich finde ich unperfekte sachen immer sehr charmant, aber nur wenn dies bewusst eingesetzt ist und konsequent anmutett....in dem fall type one kann ich an einem mangelhaft ausgeglichenen dreizeiler und einem Titel, der sich langsam auflöst(weil die farbe nicht hält), nix tolles finden.
die stanze ist aber toll...!

thomas

kai, das mit der 'konsequenten anmutung', sehe ich genauso ... das gelingt aber nun wirklich nicht immer und ich kann dem titel beim besten willen nicht vorwerfen, er würde nichts versuchen.

kai

o.k! darf ja auch nicht in Haarspalterei ausarten.....
hat seine guten seiten, der Titel....

den Produktionsfehler (Farbe, die abblättert) finde Ich trotzdem sehr ärgerlich....unsere Kunden würden uns sowas echt um die Ohren hauen...scheint aber irgendwie weder den Verlag noch die Gestalter zu stören!!! oder wisst Ihr mehr?

CHR15

fragen wir doch mal die gestalten?!

uz

hallo

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