Dominik Schwarz, Student an der Freien Universität Bozen, möchte uns an dieser Stelle sein Projekt »Typoase« vorstellen. Eine typografische Installation aus Rollrasen, für den öffentlichen Raum. Das Konzept wurde im Semesterprojekt »Time, Spaces and Signs« erdacht und für das »Time Code« Festival in Bozen ausgewählt und realisiert.
Eine Installation für den öffentlichen Raum
Im Rahmen der Lehrveranstaltung Visuelle Kommunikation an der Freien Universität Bozen wurden verschiedene Projekte zum Thema „Zeit“ entwickelt. Im Rahmen der Berichte über "Gäste, Ospiti, Guests", der Semesterausstellung der Fakultät für Design und Künste, würde das Konzept in der Lokalpresse erwähnt. Aus einer Vielzahl von Entwürfen ausgewählt und in Zusammenarbeit mit der Stadt Bozen und einigen Sponsoren wurde das Projekt „TYPOASE“ für das Time Code Festival 2007, realisiert. Im Herbst 2008 folgte nun die Publikation zu den mannigfaltigen Veranstaltungen des "Time Code" Festivals. Darüberhinaus existiert mittlerweilen auch die komplette Schrift "Typoase" in Regular und Bold, ausgelegt für Botschaften im öffentlichen Raum.





Die Installation „TYPOASE“ versteht sich als typographisches Mobiliar im städtischen Raum. In großen Lettern, die den Schriftzug „TIME“ formen, präsentierte sich die Installation mitten am Gerichtsplatz in Bozen. Die in den einzelnen Lettern eingelagerten Bänke laden ein, sich zu setzen, einen Moment zu verweilen und sich Zeit zu nehmen. Durch die Maßstäblichkeit, die sich an jener des menschlichen Körpers orientiert, werden Materialität, Haptik und Perspektive in der Wahrnehmung zentral. Es ist jedoch vor allem der partizipatorische Aspekt, der es schafft, den StadtbewohnerInnen das Thema Zeit auf sehr konkrete und doch versteckte Weise näher zu bringen.
Schon während des 1-wöchentlichen Aufbaus der Typoase wären die Passanten sehr interessiert und nach einem Gespräch mit Designer Dominik Schwarz durchweg begeistert von der "volksnahe" Interpretation von Design und die Umgestaltung des aufgrund der faschistischen Architektur wenig genutzten Platzes.
Die Typoase wirkt aus zwei verschiedenen Perspektiven. Aus der Perspektive des Fußgängers ist der Schriftzug kaum lesbar. Um wirklich erkennen zu können, muss man die Treppen der höher liegenden umseitigen Gebäude empor steigen. Abstand macht die Dinge eben klarer. So wird der neu geschaffene Ort zum Spiel des Beisammenseins und der Kommunikation.
Die „TYPOASE“ ist ein aus Steinkörben geformter Schriftzug belegt mit einer Schicht aus Rasen und Bänken aus Holzlatten. „TYPOASE“ entstand im Rahmen des Projektes „Time, Signs & Space“ an der Fakultät für Design und Künste der Freien Universität Bozen unter der Leitung von Antonino Benincasa, Armin Blasbichler und Paolo Volonté.
design: http://www.unibz.it | dominik schwarz
technische leitung: arch. armin blasbichler
weitere Informationen zu Designer Dominik Schwarz: http://www.dominikschwarz.eu
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Denise
schade, die modelle gefallen mir sehr viel besser als die tatsächliche umsetzung. ich nehme an diese wurde aus kostengründen zu dieser rechtwinkeligen pixeltypo vereinfacht?
Dominik Schwarz
Das ist richtig, bei der Weiterentwicklung des Projektes musste eine "leicht" (wenn man beim Aufbau mit Kran von leicht sprechen kann;) ) realisierbare und schlussendlich auch finanzierbare Lösung gefunden werden. Das sind irgendwie die Kompromisse, die man machen muss, wenn man ein Konzept umsetzt und war am Schluss eine rein "ästhetische" Frage.
Meine ursprüngliche Idee war es aus einer Helvetica quasi Serifen herauszuschlagen. Der Vorteil an der jetztigen Typoase Schrift ist allerdings dass sie modular ist, es sind somit viele andere Gegenstände und Materialen als Elemnte denkbar, solange sie nur die Seitenlängen das Verhältnis 2:1 haben.
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