Wir haben uns schon gefreut, als wir gefragt wurden, die 10. Ausgabe des deutschlandweit verbreiteten Kunstmagazins Juni zu gestalten.
Ungeheftet wie eine Zeitung und im Format eines Magazins reizt Juni zu Experimenten mit Lesegewohnheit und Lesefolge. Ich habe mich dazu entschieden, dass bis zu einem gewissen Grad aus zu reizen. Bildstrecken gehen nicht über Doppelseiten in der Lesefolge, sondern über die Doppelseite des Papierbogens. So sind sie in der Lesefolge erst nur als abgeschnittenes Motiv erkennbar. Sie bilden aber eine ungewohnte Klammer zwischen Artikeln am Heftanfang und am Heftende. Sie erzeugen neue Kontexte auf Kosten gewohnter Leseweisen. Die Gefahr, dass sich das Heft dabei auflöst wird bewusst provoziert.
In dieser Ausgabe gab es zwei inhaltlich nicht zusammen gehörende Teile, die jedoch einem Grundthema folgen. So entstand die Idee eines "versteckten" Heftes im Heft. Die inneren 16 Seiten wurden kürzer geschnitten. Die Headlines typografisch kräftiger gestaltet. Das Grundraster blieb bestehen.
Zugegeben, die Farbigkeit schreckt vielleicht auf, die irreführende Lesefolge strengt an, aber das Ziel dieser Ausgabe war es auch, einmal wieder die Unkonventionalität und Reibungskraft des Kunstmagazins zu signalisieren. Juni hat den Mut den Disputen der Kunst eine "fragwürdige" Heftgestaltung beizustellen. Gerade diese Offenheit macht es für den Gestalter sehr spannend.
Im Heft habe ich übrigens das erste Mal die Schrift "traversée" von Florian Gärtner eingesetzt – und für ausgesprochen reizvoll befunden (siehe auch www.slanted.de/655).







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lars
dank dir für dein posting!
warum heißt das heft juni?
gibt es ein verzeichnis der locations an denen es juni zu kaufen gibt?
nora
das sieht sehr interessant aus. aber wie immer bei solchen reduzierten geschichten, die muss man unbedingt in der hand halten und blättern um ihre eigentliche gestaltungsqualität zu erfahren. ich werde mir ein heft besorgen.
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