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GGL – über visuelle internationalität

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Das Maschinengewehr Gutenbergs, wie er verschiedentlich schon beschrieben wurde, war zu Gast beim Forum Typografie Baden Württemberg.

Günter Gerhard Lange (GGL) war fast 50 Jahre lang Bertholds künstlerischer Leiter und typografisches Gewissen. Er entwarf neue Schriften, interpretierte Klassiker und baute sie zu Familien aus.(z.B.) Bodoni Old Face, Akzidenz Grotesk, Baskerville Buch) und sorgte dafür, daß im Berthold Schriftenatelier auch die Schriften anderer Hersteller feinfühlig überarbeitet wurden.

Im September 2000 verlieh der Type Directors Club New York Günter Gerhard Lange die Ehrenmedaille für sein typografisches Lebenswerk.

Gültige Vorbilder, Fixpunkte und zeitlose Maximen für Gestalter, Grenzgänger, Laien, Puristen und Seiteneinsteiger im Print- und Medienbereich. Kurz für Kreative, die sich noch nicht von der Qualität und schöpferischer Arbeit verabschiedet haben.
An Designer zwischen Schrift und Bild. Für Leute, die willens sind, den Betrachter mit Ihren Ideen zu animieren und die Lust am Bildnerischen zu wecken, zur Freude und zum Gewinn, zum Nutzen aller.

Wie in der Ankündigung beschrieben war der Vortrag “visuelle internationalität” ein interessanter Abriss über unsere Schriftgeschichte, mit dem Blick auf klassische Vorläufer wie die Kapitalis Quadrata und ihrer oft sehr schönen Interpretationen verschiedenster internationaler Typografen und Schriftersteller der letzten Jahrhunderte. Beeindruckend, die Nähe mancher Schriften zur Kapitalis, wie z.B. die Gill, die 1908 für die Londoner Underground (Tube) erstellt wurde.

Das Abwatschen der aktuellen nicht endeneden (über 100 Jahre andauerneden) Rechtschreibreformen und der internationale Vergleich in welchem Deutschland den Spitzenplatz in idiotischen Veränderungen hat, sind GGL ein wichtiges anliegen. (Schön heirzu auch der aktuelle Zwiebelfisch Amtsdeutsch Beitrag aus dem Spiegel)

Er will informieren, er will sein typografisches Wissen teilen und denen, die den Umgang mit der Schrift (manchmal gezwungerermassen) betreiben verständlicher machen.

Ein weiterer Punkt die Schriftvorlieben der verschiedenen Nationen über die Zeit. Die Caslon beispielsweise war über fast 30 Jahre vor und nach dem zweiten Weltkrieg die vorherrschende Schrift im Bereich der amerikanischen Werbetypografie. Die Engländer entdeckten die Walbaum als Werbeschrift für eine lange Zeit.

Der Blick auf die neueren Entwicklungen in der aktuellen Schriftentstehung blieb aus. Wenn man jedoch die Qualität der gezeigten und besprochenen Klassiker sieht und den feinfühligen Umgang eines Mannes, der sich über Jahrzehnte hinweg mit der Erhaltung der stilistischen Eigenschaften nahmhafter Schriften beschäftigt hat – eine nachvollziehbare Sache.

Sehr lohnenswert ist die Auseinandersetzung mit GGL für all diejenigen, die das Blei noch nie geschnuppert haben und das verlangen haben mehr über Schrift und Schriftgestaltung im klassischen Sinne zu erfahren. Er hat hierzu ein aktuelles Online Projekt erstellt, welches “typolis” heißt: Hier eine kurze Beschreibung

»Gestaltung ist Geschmacksache«,
behaupten manche Laien. Das ist aber so nicht ganz richtig. Genauso wie man sagen kann, daß Blau eine kältere Farbe als Rot ist, gibt es auch in der Typografie einige Regeln, die sich im Laufe vieler Jahre gefestigt haben.
Einige dieser Regeln beschreibe ich nun auf dieser und den folgenden Seiten.
Für die wichtigsten halte ich (auch weil sie nur allzuoft mißachtet werden) folgende:
Weniger ist oft mehr!

www.typolis.de

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