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Joshua Davis – Space

Hall: Donnerstag 16 Uhr

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Joshua Davis, der vor allem Flash und Illustrator für seine Arbeiten nutzt und häufig in der Natur nach Inspiration sucht, hielt zum Thema »Space« einen Vortrag in der gut gefüllten Hall. Und das, obwohl er eigentlich gar keine Typo mag und auch nicht gerne liest. Wegen des Themas Space, das nach Google-Suchergebnissen alles und nichts sein kann, kam er jedoch gerne nach Berlin.

Und das freute seine Zuhörer, denn seine Präsentation und Performance waren äußerst unterhaltsam. Dass der New Yorker Künstler nervös war, was er behauptete, merkte man ihm überhaupt nicht an. Der 38-Jährige, der seit 25 Jahren Skateboard fährt – was ja auch irgendwie mit Raum zu tun hat – ist jung geblieben. Sicherlich auch Dank seiner 6-jährigen Tochter, die ihn gerne mal mit Gute-Nacht-Geschichten auf die Probe stellt oder bei Hochzeiten zu exzentrischen Tänzen auf die Tanzfläche zerrt.

Bei Davis selbst ist übrigens kaum noch »Raum« für weitere Tattoos auf seinem Körper. Er sagt, dass er »design technology« betreibt und ist froh, dass es die Computer gibt. Denn mit Ihnen kann man Dinge entstehen lassen, die man früher allein nur mit den Händen nicht kreieren konnte. (Interessant, dies aus dem Mund von jemanden zu hören, der eigentlich Malerei studiert hat.) Hierzu programmiert er Programme, die in rund 40 Sekunden Werke entstehen lassen, die er für Poster und Website-Hintergründe einsetzt. Davis beschreibt sich als Programmierer, Designer und Kritiker, der das Unbekannte mag. Kritiker, weil er aus zahllosen, durch seine Programme entstandenen Bildern die Besten für seine Projekte auswählt. Das Gute an diesen Grafiken: Sie bestehen aus Vektoren und können problemlos in Illustrator geöffnet und weiterverarbeitet werden, wo er sie dann manuell zu größeren Strukturen zusammenfügt. Für das Iphone gibt es übrigens auch so ein Programm von ihm.

Viele seiner Arbeiten sind auch in Ausstellungen zu sehen (u.a. 2006 Barcelona, 2007 OFFF NY, 2007 TA07 Holland). 2008 ließ Davis bei dem Projekt »Random Assistant« Passanten von 2 bis 80 Jahren ein aus Outlines bestehendes Werk mit Straßenmalkreide bemalen. Für ihn stellte es einen besonderen Spaß dar, die Leute dabei zu beobachten. So war er sicher, dass ein Mädchen, dass vier Stunden lang, sehr sorgfältig und ihre Fläche verteidigend an dem Bild malte, eine Deutsche sein müsse. Dieses Projekt zeigt, wie viel Spaß es machen kann, kreativ zu sein und an Aktionen mitzumachen. Dies können auch die Typo-Teilnehmer, denn für sie sind auf einem Maltisch auch ein paar Bilder zum Ausmalen im Eingangsbereich ausgelegt. Ich werde mitmachen!

Sein Hobby Skateboarden hat er sogar mit in eine Skateboard-Ausstellung gebracht indem er eine Halfpipe in einer Galerie aufgebaut hat. Allerdings hatte er nur eine halbe Stunde Zeit selbst zu fahren, denn dann war die Galerie voller Leute. Und viele Leute klatschten auch zum Schluss seines Vortrags, der sehr kurzweilig war. Von mir gab es zusätzlich ein paar Pfiffe, ich musste während des Vortrags nicht eine Sekunde auf die Uhr schauen.