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Musa mé

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Die Diplomarbeit «Musa mé» ist eine Hommage, das Buch eines Bewunderers. Das Thema »Musen« beschäftigt Nanna seit der Schulzeit. Aus dem Interesse am antiken Musenmodel entwickelte sich später ein persönlicher Musenbegriff, dem der Muse als »Werkzeug und Dienstleister«.

Ohne bewusst nach ihnen gesucht zu haben, kam Nanna im Laufe der Zeit selbst zu drei Musen. Zu Menschen, die sie auf besondere Weise bewegen. Wie diese es anstellen sie zu befeuern, kann Nanna nicht sagen. Der Funke der Inspiration kommt in absichtslosen Momenten. Indem sie ihre eigenen Musen porträtiere, in Bild und Wort beschreibt, wird zwischen den Fotoposen und Zeilen vielleicht das Musengeheimnis erahnbar.

Nanna im Slanted Interview

Deine Diplomarbeit ist eine sehr persönliche Arbeit über deine Musen, deine Freunde. Was haben sie dazu gesagt, dass du sie in deinem Buch »portraitierst«?

Diese Frage stellte ich mir zu Beginn des Projekts auch. Pauline hatte ich zuletzt 10 Jahre zuvor im Internat gesehen und zu Anna hielt ich jahrelang nur virtuellen, sporadischen Kontakt. Jonas traf ich wenigstens jährlich – da durfte ich fast sicher sein, dass er mir “helfen” würde. Ich habe uralte Mailadressen hervorgeholt und eine Nachricht an die nichts ahnenden “Musen” geschickt. Das war was! Ich glaube sie waren geschockt. Positiv vielleicht, aber geschockt. Und ich war heilfroh, als die drei, die weder gern im Mittelpunkt stehen, noch fotografiert oder ausgefragt werden, mir schließlich zusagten.

Von was genau handeln die Texte? Hast du die Texte selbst verfasst, oder sind es Aussagen deiner Freunde?

In einem Bildband haben Texte es häufig schwer. Für das Projekt “Musa mé” schienen Worte mir allerdings unerlässlich, da das Besondere zwischen meinen Musen und mir, ihre Wirkung auf mich, sich rein auf der Bildebene nicht transportieren lies. Texte gehören für mich zum Kommunikationsdesign dazu, in der Werbung sind sie kürzer, im Editorial-Bereich länger. Ich habe mich für fünf Minuten und dreißig Sekunden lange Texte entscheiden. (Eine weitere Hommage.) Sie handeln von meinen drei Musen, vom Antrieb und Schönheit, vom Suchen und Finden, der Lust und der Beobachtung. Es sind Geschichten, Interviews und Berichte über alles, was mich bewegt, wenn die Musen mich bewegen. Es ist meine kritische und liebevolle Hinwendung, mein verzückter und starrender Blick auf die drei.
Bis auf die Antworten der Interviews habe ich also alles selbst verfasst.

Was genau befindet sich auf den verkürzten Seiten zwischen den Ganzkörper-Portraits?

Das Buch ist in vier Kapitel aufgeteilt, in “Jonas” (Muse 1), “Pauline” (Muse 2), “Anna” (Muse 3) und “Die Zeichnungen”. Auf den halben Seiten finden sich in jedem Kapitel sowohl das Interview mit der jeweiligen Person, als auch Texte und Geschichten, die zu ihnen oder der Seite passen. Ich habe sie “5.30er” genannt, eine Zeitspanne samt eingedruckter Zeitleiste, die sanft vorgibt wie lange man an welchem Text (laut) lesen kann.

Nanna Funke
FH Aachen, Fachbereich Gestaltung, Visuelle Kommunikation
Betreuende Professorin: Prof. Dipl.-Des. Ilka Helmig
Sommersemester 2010
[email protected]
www.nanna-funke.de

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