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Redesign der Süddeutschen Zeitung

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Eine Umfrage unter 1.200 SZ-Lesern ergab, dass die Marke Süddeutsche Zeitung gestalterisch als stark wahrgenommen wird und Korrekturen eigentlich mehr oder weniger überflüssig seien. Seit heute hat die SZ trotzdem ein neues Gesicht: klarer, aufgeräumter, strukturierter – und irgendwie ist sie dennoch die Alte geblieben.

Mit 1,3 Mio. Lesern täglich (und das schon seit vielen Jahrzehnten) muss man bedacht überlegen, wie man solch ein gewohntes Format ändert. Gerade in Zeiten, in denen massenhaft Zeitungen dazu übergehen, nur noch digital zu erscheinen, ist das ein mutiger und hoffnungsvoller Schritt.

Es bleibt bei den gewohnten sechs Textspalten, Blocksatz, mittig gesetzte Überschriften, Variation der Typo in den Rubriken. Vielmehr war zu lesen: »Noch weniger möglich ist es, an der Grundstruktur der Süddeutschen Zeitung zu rütteln. Die Titelseite mit dem Streiflicht links oben, dem Inhaltskasten links unten, dem Seite-1-Kasten unter dem Aufmacher, die Seite 2 mit dem Thema des Tages, die Seite Drei, die Meinungsseite, die Abfolge der Hauptbücher Politik, Feuilleton und Sport – das alles ist im besten Sinne gewohnt und soll auch so bleiben.« (Quelle: SZ online)

Ein Kommentar zur Zukunft der SZ: »Wir wollen aktuell sein und da, wo wir nicht schneller sein können als die Elektronischen, wollen wir die Dinge eher wissen – Exklusivität schlägt heute Schnelligkeit. Die herausragend geschriebenen Stücke sollen in der SZ stehen, die provozierenden, die ironischen, die scharf analysierenden – auch und gerade die langen Texte. Die Süddeutsche soll jene Zeitung bleiben, die man lesen muss, wenn man wirklich gerne Zeitung liest. Und dazu soll diese Layout-Reform beitragen.«

Ein wesentlicher Bestandteil des neuen Erscheinungsbildes ist der Einsatz von neuen Schriften. Die SZ Text, SZ Serif und die SZ Sans für Überschriften wurden von Henning Skibbe und Nils Thomsen entwickelt (Bureau ErlerSkibbeTönsmann). Die SZ-Schriftfamilie löst damit die zuletzt verwendeten Helvetica, Excelsior und Times ab.

Mehr zum Redesign der Süddeutschen Zeitung kann man online nachlesen.

Die Anfangsjahre In den ersten Jahren liegt der Gesamtumfang der Süddeutschen Zeitung in der Regel bei vier bis sechs, in Ausnahmefällen bei acht Seiten. Die Schriftgröße liegt bei sechs Punkt (zum Vergleich: Diese Schrift hat 8.4 Punkt), um möglichst viele Texte unterzubringen.

Die Zeitung kostet damals 20 Pfennige. Die Überschriften erscheinen zunächst noch in der Frakturschrift National, weil noch keine anderen Typen verfügbar sind. Das Streiflicht erscheint erstmals am 12. Juni 1946. (Im Bild: Erste SZ vom 6. Oktober 1945)

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/medien/die-gestaltung-der-sz-im-wandel-der-zeit-1.1406241 / 8. Juli 2012, 21:14, 2012-07-08 21:14:21,  © SZ vom 09.07.2012/fran

Die 50er- und 60er-Jahre Mit der serifenlosen Gill in den Überschriften und der Serifenschrift Excelsior in den Texten bekommt die SZ schon in den 50er-Jahren ihr unverkennbares Gesicht. 1965 wird die Gill durch die Helvetica ersetzt.

Mitte der 60er-Jahre führt Chefredakteur Hermann Proebst auch die Struktur der ersten Seiten ein, die bis heute gültig ist: Die Seite 4 wird zu einer reinen Meinungsseite mit Leitartikel, Karikatur und Kommentaren, die Seite Drei wird für Reportagen reserviert. (Im Bild: SZ vom 23. November 1963)

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/medien/die-gestaltung-der-sz-im-wandel-der-zeit-1.1406241-2 / 8. Juli 2012, 21:14

Die 70er-Jahre In dieser Zeit werden neue Standards eingeführt. Das Aktuelle Lexikon ist seit 1974 im Blatt, die SZ Kostprobe seit 1975 – sie war die erste Gastro-Kritik einer überregionalen Tageszeitung. Die wesentliche Neuerung ist aber das Ressort Region.

Die Stadt München wächst und erfordert eine anspruchsvolle Lokalberichterstattung. 1977 wird die SZ um sieben Regionalausgaben erweitert, in den Kreisstädten um München herum werden neue Redaktionen installiert. (Im Bild: SZ vom 18. Oktober 1977)

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/medien/die-gestaltung-der-sz-im-wandel-der-zeit-1.1406241-3 / 8. Juli 2012, 21:14

Die 80er-Jahre Die SZ ändert sich in dieser Zeit radikal, auch wenn das zunächst eher im Hintergrund geschieht. 1984 wird von Blei- auf Fotosatz umgestellt, das Druckzentrum in Steinhausen geht in Betrieb. Damit verbessern sich die Möglichkeiten, den Lesern mehr Aktualität zu bieten.

1987 wird überdies ein Redaktionssystem eingeführt, mit dem die Redaktion schneller produzieren kann. Seit Juni 1988 wird die SZ sechsspaltig und im größeren nordischen Format gedruckt. (Im Bild: SZ vom 11. November 1989)

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/medien/die-gestaltung-der-sz-im-wandel-der-zeit-1.1406241-4 / 8. Juli 2012, 21:14

Von den 90er-Jahren bis heute In den 90er-Jahren kommt vor allem Farbe in die Zeitung. Zuerst mit dem Süddeutsche Zeitung Magazin, das seit dem 11. Mai 1991 immer freitags der SZ beiliegt. Mitte 1996 wird das erste Farbfoto auf der Titelseite gedruckt.

2002 entsteht die Rubrik Außenansicht, jetzt.de wird zu einer eigenen Seite in der SZ, für große Interviews wird die letzte Seite im SZ Wochenende reserviert. Seit Juni 2010 erscheinen die Regionalausgaben in einer neuen Struktur. (Im Bild: SZ vom 22. Juli 1996)

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/medien/die-gestaltung-der-sz-im-wandel-der-zeit-1.1406241-5 / 8. Juli 2012, 21:14

 

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