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TYPO Berlin Tag 2: Michael Schirner, 15 Uhr

Mich gibt es gar nicht

Michael Schirner ist Geschäftsführer der Schirner Zang Institute of Art and Media GmbH Berlin und außerdem Kreativdirektor, Künstler, Kurator, Autor und Professor. Schirner ging 1968 in die Werbung und hatte große Ziele mit seinen Kommunikationsideen. So schrieb er das Buch »Werbung ist Kunst«, in dem es um die Überwindung der Grenzen zwischen angewandter und freier Kunst geht.

In seinem Vortrag auf der Typo Berlin spricht er über seine Gestaltungsprinzipien: Faulheit und möglichst wenig zu machen. Leider kam er erst nach sehr langen 45 Minuten, gefüllt mit Werbebeispielen aus den 70ern zu dem eigentlich interessanten Teil seiner Arbeit: Der Schnittstelle zwischen Werbung und Kunst.

Hier stellte er u.a. die Ausstellung “Hello Emptiness” vor. Dabei wurde seine Bildserie “BYE BYE” präsentiert, bei der er aus bekannten Fotografien die Personen entfernt. So beendete er seinen Vortrag mit einer Raterunde, bei der das Publikum einrief, um welche bekannte Fotografie es sich handelt, wie z.B. »Fallender Soldat” von Robert Capa oder der Kniefall von Willy Brandt. So erreicht er, dass der Betrachter die Leerstelle imaginiert. Leider kam er nicht mehr dazu, den eigentlichen Aspekt seiner Arbeit zu erläutern, nämlich, dass er als Künstler nicht in seinen Werken präsent ist, sondern der Betrachter soviel in Gedankenarbeit den Bildern hinzufügt, dass er zum eigentlichen Autor des Werks wird. Er sieht seine Kunst eher als Kommunikationsmittel. Leider nahm er sich nur fünf Minuten Zeit, um über diesen interessanten Teil seiner Arbeit zu sprechen.

www.typotalks.com/berlin/de/
www.michael-schirner-bye-bye.de