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Adobe Hidden Treasures: Bauhaus Dessau / Teil 4: Reross

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Zum 100-jährigen Jubiläum des Bauhaus Dessau hat Adobe das schöne Projekt »Adobe Hidden Treasures – Bauhaus Dessau« ins Leben gerufen, bei dem fast vergessene, unvollendete Schriftentwürfe und Buchstaben-Skizzen legendärer Bauhaus-Meister aus den Archiven geholt und nun vervollständigt wurden. In Zusammenarbeit mit der Stiftung Bauhaus Dessau, Erik Spiekermann und einer Gruppe Studenten, hat Adobe das Projekt realisiert und mittlerweile bereits vier Schriften veröffentlicht, die zur Installation via Typekit zur Verfügung stehen. 

Parallel dazu startet Adobe heute den vierten Designwettbewerb, bei dem alle Kreativen dazu aufgerufen sind mit den neuen Schriften eine Homepage zu gestalten. Es gibt exklusive Preise zu gewinnen, darunter eine Reise ins Bauhaus-Archiv nach Dessau. Mehr Informationen zur Teilnahme hier.

Übrigens: Aktuell gibt es die Creative Cloud mit allen Tools wie Photoshop CC, Illustrator CC und InDesign CC für nur 35,69 € (inkl. MwSt.) statt 59,49 € im Monat. Das Sonderangebot gilt bis 27.08.2018!

 
Design: Ramin Nasibov

Wir dürfen euch heute nun die fünfte Schrift präsentieren: Reross, basierend auf der Arbeit von Bauhaus-Meister Reinhold Rossig, gestaltet von Elia Preuss (HGB Leipzig). Sie steht ab sofort zur Installation via Typekit zur Verfügung.

Reross
Of all student work produced in Joost Schmidt’s Bauhaus classes, Reinhold Rossig’s (1903–1979) alphabet designs are perhaps closest to his master’s teachings: monolinear, geometric lettering, constructed on grids using compass and ruler. Drafts by Rossig, dated 1929, also demonstrate explorations of letterform width and x-height. Almost ninety years later, Elia Preuss carefully preserves Rossig’s letters and considerations in a proper typeface, by overcoming most of the optical mistakes captured in true geometric letterforms. To carry Rossig’s design further away from Schmidt’s influence, Preuss also lent more characteristic letters found on poster designs by fellow Bauhaus student Hermann Werner Kubsch. Reross is a true Bauhaus-influenced geometric sans, equipped with different historic influences and contemporary features.

Wir haben Elia ein paar Fragen zur Arbeit gestellt, um einen persönlichen Einblick in die Arbeit zu erhalten.

Was fällt Dir spontan zum Bauhaus ein?
Ich glaube ich verbinde das Bauhaus mit einer ganz bestimmten Gestaltungskultur. Spontan sind es vielleicht diese Begriffe, die mir zum Bauhaus einfallen: Rationalität, Geradlinigkeit, Designgeschichte.

Wie bist Du zum Projekt Adobe Hidden Treasures gekommen? 
Auf das Projekt hat mich Stephen Müller aufmerksam gemacht. Er doziert in der Schriftklasse der HGB. 

Welche Gedanken hast Du Dir bei der Schriftgestaltung gemacht?
Die Grundlage der Digitalisierung war eine sehr präzise Zeichnung Reinhold Rossigs. Einen klassischen Entwurfsprozess gab es daher eigentlich nicht - Formsprache und Dimensionen der Schrift standen bereits fest. Der Fokus lag auf optischen Korrekturen der Buchstabenformen: Es sollte der Eindruck einer monolinearen Schrift entstehen. Sie sollte eine klar definierte x-Höhe besitzen. Diese Punkte haben den Hauptteil der Arbeit ausgemacht.

Was nimmst Du aus dem Projekt für Dich persönlich mit, was hast Du dabei gelernt?
Am meisten habe ich vermutlich über die Arbeit für und mit einem so großes Unternehmen, in diesem Fall Adobe, gelernt. Exemplarisch war die Gestaltung der Schrift dafür, dass man letztlich immer mit den Augen gestaltet und Zahlen nur als Hilfsmittel gelten dürfen. 


Hintergrund: 
Obwohl das Bauhaus nach seiner Eröffnung nur 14 Jahre aktiv war, gilt es noch heute als die bekannteste moderne Schule für Architektur, Design und Kunst der letzten 100 Jahre. Die weltberühmte Designschule Bauhaus Dessau wurde 1932 von der Nationalsozialistischen Partei geschlossen. In den Archiven ruhten deshalb bis heute die unvollendeten Meisterwerke der Designer Xanti Schawinsky, Joost Schmidt, Carl Marx, Alfred Arndt und Reinhold Rossig. 

»Hidden Treasures of Creativity ist ein fortlaufendes Projekt, das sich zum Ziel gesetzt hat, verlorengegangene kreative Geschichte wiederzubeleben, um aktuelle Generationen zu inspirieren. Im vergangenen Jahr arbeitete Adobe mit dem Munch Museum und dem weltweit führenden Experten für Photoshop-Pinsel, Kyle T. Webster, zusammen, um die Pinsel von Edvard Munch nachzubilden. Zehntausende Menschen haben die Pinsel heruntergeladen und sich vom alten Meister inspirieren lassen. Dieses Jahr würdigt Adobe den ungebrochenen Einfluss des Bauhaus, dessen Ziel es war die Zukunft neu zu denken, in alltägliche Kreativität zu entfalten, um die Moderne in allen ihren Anforderungen zu gestalten – dazu gehörte von Anfang an auch Typographie und Design, was uns bis heute zu Innovation antreibt. Wir hoffen, dass wir durch die Übertragung dieser verborgenen Schätze in die heutige Zeit viele Kreative damit inspirieren können«, erklärt Sabina Strasser, Head of Brand Marketing, EMEA bei Adobe.

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