26th International Biennal of Graphic Design Brno 2014 / Nachbericht

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Am vergangenen Wochenende startete das Herbstprogramm der diesjährigen traditionsreichen Biennale in Brünn, Tschechien. »Graphic Design, Education & School« ist der Schwerpunkt der im Juni eröffneten Biennale. Vom 19. bis zum 21. September hieß es dann »Back to School«: Das Wochenende war gespickt mit Workshops, Lectures und verschiedenen Ausstellungen.

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Auf drei Orte verteilt, bekamen wir und die anderen Besucher der Biennale viel zu sehen. Im »Museum of Applied Arts« wurden unter anderem die international eingereichten studentischen Arbeiten ausgestellt. Die Ausstellung spiegelt zeitgenössisches Grafikdesign aus der ganzen Welt wieder. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Buch-, Magazin- und Plakatgestaltung. Das durchweg hohe Niveau und die Möglichkeit beispielsweise holländisches Design mit Arbeiten aus China oder tschechische Projekte mit Schweizer Gestaltung zu vergleichen, ist eine tolle Gelegenheit. 

Biennale Brno

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Neben den studentischen Arbeiten ist die Ausstellung »Our Art« der diesjährigen »Brno Biennal Grand Prix« Gewinner Linda van Deursen und Armand Mevis zu sehen. Nur unweit vom Museum entfernt und in wenigen Gehminuten erreicht, findet man im »Pražák Palace« auf mehreren Stockwerken folgende Präsentationen: »Taking a Line for a Walk«, eine Ausstellung über Aufgabenstellungen in der Designausbildung. Der »Study Room« zeigt, welche Rolle Literaturempfehlungen in der Designausbildung spielen. Sechs Designer stellen eine Auswahl von Publikationen bereit, die sie in ihrer Arbeit beeinflusst haben. In Form von Audiokommentaren wird die Präsentation für den Besucher nachvollziehbar. Im ersten Stock gibt es eine umfassende Werkschau der tschechischen Gestalterpersönlichkeit Rostislav Vaněk zu sehen. Im Jahr 2010 ehrte ihn das Organisationskomitee der Biennale bereits mit einer Auszeichnung für sein Lebenswerk. Dieses Jahr ist in den Räumlichkeiten des Pražák Palace erstmals eine umfangreiche Retrospektive seines Schaffens zu sehen. Im dritten und letzten Raum finden wir »From A to B to C«, hier wurde die Geschichte des Grafikdesign auf raumfüllenden Tafeln von Rudy Guedj illustriert.

 

Der »Governor's Palace«, der dritte Ausstellungsort, war dieses Wochenende der Mittelpunkt der Biennale. Hier fanden wir mehrere kleine Räume vor, die vielfältig bespielt wurden. Workshops und interaktive Projekte luden zum direkten Partizipieren ein. Lectures zu verschiedenen Themen, »Guided Tours« durch die Ausstellungen und die obligatorischen »Design-Partys«, die zum Tanzen und Kennenlernen animierten, rundeten das Wochenende und das positive Gesamtbild ab. 

 

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Die nominierten Studentenarbeiten des »Czech National Award 2014« fanden ebenfalls ihren Platz im »Governor’s Palace«.

 

Warum sind wir nun hier? Mit unserem Projekt CLAUS™, entstanden im Oktober 2013 im Masterstudiengang »Design for Participation« der Hochschule Mainz waren wir eingeladen unsere interaktive Nadeldruckerinstallation im Rahmen des OFF-Programms über das Wochenende auszustellen. CLAUS™ sammelt mit Hilfe der Besucher der Biennale Weblinks, die uns Designer im Kopf schwirren. Durch Eingabe von Weblinks werden die drei Nadeldrucker in Gang gesetzt. Auf Endlospapier halten wir die partizipativ generierte Linkliste fest. Mittels mehrerer Durchschläge werden die Besucher motiviert ein Teil der Linkliste mitzunehmen, mit Anderen zu teilen und wieder analog in die Welt zu tragen. Am Ende werten wir alle Eingaben aus und stellen sie wieder auf unserer Projektwebseite bereit.

 

Abgerundet wurde das umfangreiche Wochenende mit der offiziellen Eröffnung des OFF-Programms am Sonntagabend, der Präsentation der Workshopergebnisse und für uns die finale Vorführung von CLAUS™ und somit das Ende des viertägigen Ausfluges. 

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Nach und nach wurde die Gruppe durch die Räumlichkeiten geführt und die Leiter der Workshops erläuterten kurz was geschah. Xin Cheng arrangierte mit ihren Teilnehmern im Workshop »Starting Something we can not finish« die mitgebrachten und vorhandenen Dinge im Raum neu. Im Raum nebenan hieß es »Space Available«, eine Ausstellung von Erica Preli.

 

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Ebenfalls Teil des OFF-Programm ist die »Parallel School«. Über vier Tage luden Robert Haselbacher, Robert Preusse, Stefanie Rau und Till Wittwer dazu ein, Projekte vorzustellen, Wissen zu teilen, zur Diskussion anzuregen und voneinander zu lernen.

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Im Workshop »Mapping References« von Alex Dujet, Ann Griffin und Constance Delamadeleine entstanden die verschiedensten Mindmaps. Die Teilnehmer visualisierten welche Projekte, Stile, Designer und Künstler für ihre eigenen Arbeiten prägend sind.

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Unser Resümee des Wochenendes fällt durchweg positiv aus. Obwohl die Biennale zum 26. Mal stattfand und somit seit mehr als 50 Jahren ein fester Bestandteil der tschechischen Grafikdesign-Szene ist, wirkt sie keineswegs alt oder angestaubt. Die Moravian Gallery und die Kuratoren Radim Peško, Adam Macháček und Tomáš Celizna haben mit ihrem Team ein beeindruckendes Programm zusammengestellt. Die lange Anfahrt aus Mainz hat sich für uns auf jedenfall gelohnt. Es wird bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir der Graphic Design Biennale in Brünn einen Besuch abstatten.

 

Für kurzentschlossene lohnt sich auch jetzt noch ein Abstecher nach Brünn. Denn neben den zuvor genannten Ausstellungen, die noch bis zum 26. Oktober zu besuchen sind, folgt noch die Präsentation »The Most Beautiful Czech Books 2013«. Die Veranstaltungsreihe »Meet Czech Design« macht zudem vom 2. bis 5. Oktober in Brünn halt.

 

Der Bericht entstand in Zusammenarbeit mit Christian Weber.

 

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