Designblast an der HfG Karlsruhe / Impressionen und Rückblick

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Die HfG Karlsruhe zählt mit 415 Studierenden, darunter 90 Studierende im Bereich Kommunikationsdesign, und 17 Profs eher zu den kleineren Kunst- und Design-Hochschulen Deutschlands. Beim Veranstalten von Konferenzen – die Konferenz wurde im Rahmen eines Seminars anderthalb Semester lang von Studierenden in Zusammenarbeit mit Petra Schmidt und Sven Voelker organisiert – gehört die Hochschule zu den ganz Großen: Denn auch die zweite Auflage des Formats Designblast war äußerst charmant, familiär, erfrischend und rosa.

Rosa, weil im Gegenzug zum Vorjahr die Corporate Farbe von Designblast rosa und nicht gelb war. Statt 10.000 verteilter Bonbons auf dem Boden gab es dieses Jahr Zuckerwatte mit Himbeer-Geschmack als süßes Schmankerl für die 500 Besucher, die keinen Eintritt zu bezahlen hatten.

Bei der Erstauflage von Designblast standen nur Männer auf der Bühne, daher gab es 2009 eine reine Frauen-Runde. Alles Talente unter 40 Jahren, was zu dem Konzept des Konferenzformats zählt. Anlässlich der Tatsache, dass in den Medien noch immer die männlichen Designer dominieren eine schöne Idee. Am Ende der Konferenz fiel auf, dass Frauen in erster Linie sagen, wie sie etwas machen und Männer vielmehr, dass sie etwas machen. Ansonsten merkte man jedoch kaum Unterschiede, worüber Frauen und Männer Vorträge halten und es ging keineswegs in die Klischee-Ecke von wegen Häkel- oder Blümchen-Design oder dergleichen.

Kate Moross aus London machte den Anfang. Selbst erst 23 Jahre alt und gerade mit dem Studium fertig, legte die Designerin und Illustratorin einen klasse Auftritt hin. Sie zeigte auch viele Arbeiten, die sie eigentlich nicht zeigen dürfe, aber da wir in Deutschland wären... Die Britin bevorzugt es, bei ihren Arbeiten von Anfang bis Ende alles selbst zu machen – auch wenn es mal ein Videodreh, ein Fotoshooting oder Dinge sind, die sie zuvor noch nicht gemacht hat. »Logo Design ist der beste Einstieg in das Grafik Design«, sagt Kate, die seitdem sie 18 Jahre alt ist als Grafik Designerin arbeitet. »Jeder will gebrandet werden.« So entwickelte sie beispielsweise Logos für jeden in ihrer Umgebung. Zudem gestaltet sie viele T-Shirts, denn das sei immer ein gutes Geschäft.

Dreiecke sind Elemente, die immer wieder in ihren Arbeiten vorkommen (auch bei Ihrer Kleidung, sie trug eine Kette mit einem Dreieck als Anhänger u. siehe Folie unten). Bei ihrem Job wird sie durch Erfahrung motiviert, nicht durch Geld. Selbst in Monaten wie Januar dieses Jahr als es keine Arbeit gab. Ihr Motto lautet: „If you can’t do it, learn how to do it. If you learn, you can earn.“

Inspiration ist ein Begriff, der von vielen Designern verwendet wird. Moross bevorzugt da eher das Sammeln. Sie sammelt Kameras und Spielzeuge. Und hat seit 2007 mit Isomorph Records ihr eigenes Plattenlabel. Kürzlich schaffte sie es als Grafik Designerin sogar unter die „18 most influenced people in music“. Darüber hinaus hat sie letztes Jahr im Dezember mit 143 Pop Up Shop einen eigenen Shop in London aufgemacht, der neben Mode auch Fahrräder verkauft, die sie selbst gestaltet hat. Dort schenken ihr Leute, die es sich nicht leisten können in dem Laden etwas zu kaufen, etwas und dann schenkt sie ihnen auch etwas zurück.

Kate Moross malt seit ihrer Kindheit sehr gerne. Die Originale verkauft sie jedoch nicht und verschenkt sie nur als ein Dankeschön.

Nach diesem ersten Vortrag fanden zwei Preisverleihungen statt, für die 12. Runde von dem Wettbewerb output und den print creativity award. Output ist ursprünglich aus der Diplomarbeit von Florian Pfeffer entstanden. Heute hat Pfeffer neben seiner Professorenstelle an der HfG Karlsruhe und seinem Büro in Amsterdam, mit output eine Non-Profit-Organisation, um den Austausch von Ideen junger Leute zu fördern. Beim diesjährigen Wettbewerb konnten vor allem gesellschaftlich relevante Themen und die Verbindung von analogen und dialogen Themen als Trends beobachtet werden. Aus 1.000 eingereichten Arbeiten wurden drei Arbeiten für den Print Creativity Award vorgeschlagen. Steve Michaelis und Martin Berkemeier wurden hierbei jeweils Zweite und Lena Loeber Erste. Über den Output Grand Prix konnte sich Katrin Schacke freuen.

Den zweiten Vortrag hielt Emma Thomas aus London. Sie macht außergewöhnlich schlichtes Design für Kunsteinrichtungen in und um London bei denen es häufig nur ein geringes Budget gibt. Der Name ihres Studios A practice for everyday life (APFEL) geht auf ein fast gleichnamiges Buch zurück, das sie während des Studiums gelesen hat. Bei ihren Projekten arbeitet sie häufig sehr eng mit den Kuratoren zusammen und arbeitet auch für viele Galerien wie zum Beispiel ancient & modern oder Tate Gallery of Modern Art.

Luna Maurer, die in Pforzheim studierte und seit zwölf Jahren in Amsterdam lebt, war die dritte Sprecherin. Sie war es nicht gewohnt auf deutsch über ihre Arbeiten zu reden. Dem ein oder anderen mag sie von dem Conditional Design Manifesto bekannt sein. Unter „conditional design“ versteht sie konditionelle Gestaltung; also Gestaltung, die an eine Bedingung geknüpft ist (wenn... dann...) und nicht fix ist, sondern veränderbar und in Abhängigkeit von etwas. In dem Manifest werden drei Hauptthemen beschrieben: Erstens der Prozess als laufende Maschine, zweitens die Konditionen und Rahmenbedingungen mit Logik zu gestalten und drittens den Input von der Umgebung in die Gestaltung mit ein zu beziehen.

Sie gibt den Studierenden den Tipp, das experimentelle Arbeiten auch in der Praxis weiterzuführen. Luna macht dies jeden Dienstag, wenn sie sich mit drei Freunden an ihrem Küchentisch zu einem Workshop trifft. Jede Woche gibt es unterschiedliche Aufgaben; das Ziel ist immer ein Plakat zu erstellen. So entsteht eine Posterserie. Jeder sitzt immer am gleichen Platz und malt mit demselben Stift. Das Ganze wird dann mit einem Video dokumentiert, denn die eigentliche Idee ist nicht, später das Poster auszustellen, sondern zu zeigen, wie es erstellt wurde.

Ein weiteres interessantes Projekt von Luna Maurer dauert schon seit 2005. Damals hat sie eine Kamera auf dem Dach einer kulturellen Einrichtung platziert, die alle fünf Minuten eine Aufnahme des Himmels macht. In diesem Fall sind die Natur und die Sterne der Input, die Kamera die Kondition und »alle fünf Minuten ein Bild machen« die Aufgabe. Ein vergleichbares Projekt hat sie für ein Krankenhaus gemacht: Hier hatten die Patienten auf einem Kanal eine Live-Verbindung zum Meer.

In einem Amsterdamer Museum erhielten die Besucher jeweils vier blaue Aufkleber (insgesamt 10.000 Aufkleber) um sie auf dem Boden des Museums ganz nahe nebeneinander zu platzieren. Zu beobachten war, dass die Besucher die Sticker nicht willkürlich auf den Boden klebten, sondern sich durchaus darüber Gedanken machten, welche Stelle sie sich aussuchten und was für ein Gesamtbild dabei entsteht.

Nach der Mittagspause war Catrin Altenbrandt von Pixelgarten, über die wir in der nächsten Slanted-Ausgabe auch näher berichten werden, an der Reihe. Seit 2003 arbeitet sie mit Adrian Niessler zusammen. Beide studierten gemeinsam an der HfG Offenbach wo sie vor zwei Jahren ihr Diplom machten.

Der Raum gilt als Ausgangspunkt vieler ihrer Arbeiten. Beispielsweise auch in der Arbeit »Um was es nicht geht«. Dabei haben sie sich selbst Rahmenbedingungen gestellt wie beispielsweise, dass nur im Raum vorhandene Materialien verwendet werden dürfen und jeden Tag ein Bild entstehen soll. Der Ort und die Zeit als Konstanten, Catrin und Adrian als Variablen. Die Arbeit wurde bei der Ausstellung »Gute Aussichten – Junge deutsche Fotografie« ausgestellt.

Seit etwa anderthalb Jahren arbeiten sie für das Magazin beef. Das anfängliche Design gab Mutabor vor. Pixelgarten verschafft dem Magazin seither einen schlichteren Charakter und macht auch einige Illus selbst.

Weitere Projekte, die Cathrin vorgestellt hat, waren eine Modestrecke für die Intro bei der sie nur mit Klamotten und ohne Models arbeiteten, eine Modestrecke für die Neon, bei der Computerspiele nachgestellt wurden, ein Katalog für die Fotografin Christiane Feser mit der es eine sehr enge Zusammenarbeit gab, ein Katalog für Christine Schiewee, das Magazin B-Seite, ein Magazin für Offenbach, das sie vor etwa vier Jahren entwickelt haben und das mit Vergilben des Lacks immer interessanter wird oder das Cover für das dgv-Buch Tactile.

Kasia Korczak, die in den Niederlanden und in Großbritannien studiert hat und heute in Brüssel lebt, arbeitet zur Hälfte als Designerin und zur Hälfte mit einem Art Kollektiv, das aus vier Personen besteht. Über ihre letztere Tätigkeit berichtet sie ausführlich. Am Einprägsamsten fand ich die Mosaike aus Spiegelteilen, welche die Künstlergrupe im Iran umsetzen ließ.

Der letzte Vortrag von Marije Vogelzang aus Amsterdam war noch einmal richtig unterhaltsam. Stieg die auf „eating design“ spezialisierte Designerin doch gleich damit ein, dass ihr die Ideen in der Regel unter der Dusche kommen. Und die sind echt gut: Sie schafft es, mit ihren Food-Kreationen Kindern Gemüse schmackhaft und Fettleibigen gesundes Essen nahe zu bringen; sie kreiert Essen für unterschiedliche Sternzeichen und denkt sich manchmal Fisch- oder Fleisch-Kreationen aus, die dann aus Marzipan nachgebaut werden.

2004 gründete Marije Vogelzang in Rotterdam mit Proef ihr Studio und Restaurant. Seit 2006 arbeitet sie in Amsterdam.


Prof. Sven Voelker, Professor für Kommunikationsdesign


Petra Schmidt, Kuratorin

Kate Moross:






Die Preisverleihung:

Emma Thomas:



Luna Maurer:

Catrin Altenbrandt:









Kasia Korczak:

Marije Vogelzang:







Ein paar Impressionen:






Das Programmheft:


Gina, das Pferde-Model



(Cover-Foto: Chris Spatschek/HfG Karlsruhe; alle weiteren Bilder sind von Slanted)

Manu

Es war ein toller und inspirierender Tag, schade nur, dass zwischen den Vorträgen nicht wenigstens fünf Minuten Pause eingeplant waren. Fast 2 Stunden zuhören ist doch nicht zumutbar.

Domi

Ja, leider keine Pausen. Aber sonst ne super Sache - der Design Blast! Vorallem Kate und Luna waren Spitze!!!

_felix_

ja und für mich als kerl tat es wirklich gut, dass es nur frauen waren, die vorträge hielten. sie sind einfach oft die besseren gestalterinnen und ihnen wird meist bei veranstaltungen leider noch immer viel zu wenig beachtung geschenkt.

mädels, macht weiter so!!!

Gast

@ Felix: Was für ein sinnloser und sinnentleerter Kommentar. So wie in jedem anderen Bereich auch, gibt es niemand "besseren". Es gibt auch nirgendwo den oder die "Beste". Es gibt höchstens andere Herangehensweisen und das ist nicht mal geschlechtsbedingt, sondern von Individuum zu Individuum. Und so "fair" es vielleicht war, nach einer rein männlichen Designblast 200,8 eine ausschließlich weibliche Besetzung einzuladen, würde ich mir eine Gleichverteilung für die nächsten Ausgaben wünschen. Das würde dann viel eher sowas wie gleichberechtigt sein.

Falls ihr bei weiterhin 5 Referenten bleibt: Scheiß der Hund drauf ob 3 Frauen und 2 Männer oder andersherum, aber mit jedem Kommentar, mit jeder Aktion, die die Gleichstellung zelebrieren soll, wird die vorherrschende Ungleichheit in den Köpfen von uns allen doch erst zutage gefördert. Soll heißen:
Erst ab dem Moment, wenn niemand mehr darüber nachdenkt - weder Frauen noch Männer - in irgendeiner Art und Weise benachteiligt oder unterrepräsentiert zu sein ist das Ziel erreicht.

Also fangt an zu handeln anstatt "Zeichen" setzen zu wollen.

Joachim

Hatte dieses Jahr auch die Ehre der Designblast beizuwohnen. Die Dame aus Amsterdam hat mir besonders imponiert. Sehr inhaltsstarke Veranstaltung.

Gast

Leute kommt mal klar ... echt ein Wahnsinnskonzept dieses mal nur Frauen sprechen zu lassen, weil es letztes mal nur Männer waren!? So ein Schwachsinn, die sollten doch einfach Leute einladen, die eine Berechtigung haben auf so einer Bühne zu stehen ... egal ob Frau oder Mann. Aber das Sortiment mit ein paar Pflaumen zu füllen um das Geschlechter-Konzept nicht kaputt zu machen find ich schwachsinnig.

Und noch übler finde ich das Bedienen der üblichen Klischees, sowohl bei der Identity des Events (rosa, Pferdchen, trallalla), als auch bei der Auswahl der Sprecherinnen (Basteln, ausmalen, backen). Willkommen in Design-Deutschland. :/

CHris S

oh - da ist aber jemand frustriert.

Bernie

Ich kann nur jedem, dem "Designdeutschland" auf den Sack geht, empfehlen, ins Ausland zu gehen, vorrausgesetzt, er/sie spricht die Sprache. Eine gute Erfahrung, um den Konstriktionen und Einengungen zu entfliehen. Bis natürlich aus dem Neuen auch Alltag wird, und man über "Designfrankreich" oder "Designengland" anfängt abzukotzen. Immer bedenken: Es gibt Gegenden auf dieser Erde, da betrachtet man ein paar ausgelatschte Schuhe als Luxus, dickere Menschen als reich, dünne als arm. Und eine solche Designkonferenz als Aufführung von Halbgöttern. Die Perspektive, die Perspektive machts.

Andererseits, ich lebe nicht in diesen Gegenden, und ich empfinde ausgelatschte Schuhe nicht als Luxus und dick sein als unnötig, denn es macht Fortbewegung zu einem Kraftakt.

Demzufolge ist eine freie Meinungsäusserung darüber auch als solche zu akzeptieren, auch wenn sie frustriert erscheint, denn die Gegenstimmen kommen meist von den "Lässigen", die ihrer Umwelt den Frust verbieten wollen, sodass sie selbst sich immer schon als lässig und objektiv betrachten können. Diese verschliessen aber in Wahrheit die Augen vor der Realität.

Man hört dann immer: "Du musst etwas lockerer werden". Warum wird jemanden, der eine Problematik glaubt zu erkennen, vorgeworfen, frustiert zu sein, anstatt das man hingeht und selbst überprüft, ob dies zutrifft? Das nennt man auch "Interesse".

Eine Designkonferenz ist eine Designkonferenz und wenn man die Mädchen, die dort sprechen, vorher in rosa Tüll verpackt, und auch die Flyer dementsprechend einfärbt (und lieblos umsetzt), frage auch ich mich: Wo liegt die Gewichtung? Auf den Themen oder dem Äusseren? Ich denke immer: Wenn jemand was zu sagen hat, kann er dies auch auf einen Bierdeckel kritzeln – der Träger selbst wird unwichtig. Keine Ahnung. Mir missfällt die Tendenz, auffallen zu müssen. Sagmeister in Frauenklamotten. Mmh, hatte er früher nicht nötig. Kann mich auch nicht erinnern was er trug – mich interessierte seine Arbeit.

So wie ich das herauslese aus dem Artikel, war wohl der Vortrag der Holländerin am interessantesten. Weil sie wohl von Dingen spricht, die wir nicht erleben. Es ist die direkte Sprache, aber auch die unausgesprochenen Worte, die man spürt. Und das bewegt. Und dieses Kribbeln ist toll, wenn man was wirklich neues zu hören bekommt.

Kein Wunder, dass sich Spiekermann mit den Holländern zusammentat – ein guter Gegenpol zu dem verkrustet-, katholisch-, konservativ-, pseudoliberal-, starkstaatsuchenden Deutschland.

Gast

... der »Holländerin« (wenn man die als solche bezeichnen darf) fand ich (und andere auch) ziemlich schwer zuzuhören.

... Pixelgarten hat gezeigt, dass sie mehr können als nur gebastelte Stillleben zu knipsen.

Kate Moross hat mich voll überzeugt. Sie nimmt einfach die Dinge teilweise auch selbst in die Hand, produziert auch mal für ne Band ne Vinylplatte, weil sie meint, dass die Band das braucht. Sie zeigt, dass dem »Output« nicht immer ein Auftrag als »Input« vorangestellt sein muss und ist ein sehr gutes Besipiel eines Designers, der es schafft sich selbst zu vermarkten.

Ich hoffe nur, dass sie bei Ihren Dreiecken, die ja mittlerweile mehr oder weniger stümperhaft an allen Ecken und Enden der heutigen »Gestaltung« zu finden sind, nicht hängenbleibt.

Das Thema, nur Frauen für die Vorträge einzuladen ist zwar etwas oberflächlich, nur ist das ja gleich nach dem ersten Vortrag schon durch den (extrem konservativen und stink langweiligen) Auftritt von Florian Pfeffer gekreuzt worden.

julie

Kate Moross konnte vor allem sehr kurzweilig und erfrischend vortragen – auch das muss man erstmal können (mal ganz abgesehen davon, mit welcher Lässigkeit sie in ihrem Alter auftritt).

"Die Holländerin" hingegen war im Vortrag etwas anstrengend (vielleicht auch nur nicht so gut vorbereitet?), das hätte man auf jeden Fall angenehmer präsentieren können. Einen guten Vortrag macht für mich nicht nur der Inhalt aus, der ja bei Luna Maurer an sich ja sehr interessant war.

Treyer

[... Pixelgarten hat gezeigt, dass sie mehr können als nur gebastelte Stillleben zu knipsen.]

Und was wär das bitte? Die gebastelten Sachen hat der Eike im Hort schon vor über 10 Jahren auf (konzeptionell und gestalterisch) wesentlich höherem Level gemacht. Und das schrecklich gestaltete Beef Magazin kannste wohl nicht ernsthaft meinen, das ist ja ne absolute Katastrophe.

Oben wurde von der Berechtigung auf der Bühne stehen zu dürfen gesprochen. Dazu würde ich Pixelgarten ehrlich gesagt nicht zählen. Die haben, nüchtern betrachtet, noch nix erreicht – kopieren hier (dreist) den Hort, hier ein bisschen den Mario, hier ein bisschen was sonst noch gerade Trendy ist und in 2 Jahren kennt die kein Mensch mehr …

Gast

Aber es sind doch Frauen!!!

Gast

bin jetzt auch kein Pixelgarten Fan, und fands auch im Vortrag nicht besonders toll die Diplomarbeit (die ich schon in der HFG Offenbach gesehen hab und mich nicht vom Hocker gerissen hat) zum x-ten Mal durchgenudelt zu bekommen.

das beef ist wahrlich nicht toll, wars aber auch vorher nicht.

die anderen Arbeiten konnten sich sehen lassen, waren klassisch gut gestaltet aber nix was mich jetzt umgehauen hätte. Kannte halt bloß diese geknipsten Stilleben und die find ich nicht den Bringer.

Ich finde den Hype um Pixelgarten auch völlig überzogen, vor allem, wenn Büros wie L2M3 das ganze nochmals nachkauen (Im Buch schönste Deutsche Bücher 2007)

Vielleicht wäre es im Rahmen der HFG Karlsruhe auch gut gewesen, jemanden unbekannten aus den eigenen Reihen einzuladen, der (oder die) seit einiger Zeit im Job drin sind — heißt ja nicht, dass wenn man nicht bekannt ist keine guten Arbeiten machen kann ... Überraschungen sollte es überall geben. Pixelgarten als Deutsche Vertreter hier ins Rennen zu schicken fand ich nicht einfallsreich.

fraugerlach

Leute macht Euch nichts vor: In unserer Branche ist die Gendergeschichte offensichtlich ein Thema, auf das immer wieder hingewiesen werden muss.

Gast

Wer genau ist denn eurer Meinung nach berechtigt dort auf der Bühne zu stehen?

Gast

LOOL

Gott seid ihr unentspannt...

Ich lach mich schlapp: Genderdiskussion, Bühnenberechtigung und
»Also fangt an zu handeln anstatt "Zeichen" setzen zu wollen.«
[Zitat unbekannt]

Die Bilder auf designblast.de zeigen einen Haufen übellaunige Blicke aus dem Publikum.
Seid ihr dabei?

War zumindest besser als die Typo Berlin.

calm down, just a little

Gast

genug gelästert !

obwohl ich ja schon wie erwähnt kein großer Pixelgarten Fan bin, haben die doch absolut das Recht dazu da auf der Bühne zu stehen und ihre Sachen zu präsentieren. Und dass diesmal nur Frauen eingeladen wurden sollte doch mal wirklich niemanden null komma null stören.

Der einzige, auf den ich gerne verzichtet hätte war dieser unagekündigte Überraschungsgast Namens Florian Pfeffer, der nach dem super Kate Moross Vortrag so ne richtige, stimmungsmäßige Vollbremsung hingelegt hat. ;) Da hätte man die output-Preisträger vielleicht selber kurz ihre Sachen präsentieren lassen können.

Der Designblast war super, absolut unkompliziert und locker und dazu noch völlig kostenlos — ich hätte mir als kleines Gimmick gewünscht, dass vielleicht ein paar Arbeiten von den Rednern »live« zu sehen gewesen wären — in einer Art Miniausstellung etc.

Gast1982

Warum denn immer dieses Frauen bevorteilen oder Männer bevorteilen?
Das ist doch sowas von dumm und dämlich. Warum denn nicht absolute Gleichberechtigung?

Nachdem die Frauen durch Frauenförderung, Demos und Empanzipation in den Vordergrund gerückt sind, gehen die Männer unter. Männer müssen Zivildienst machen, Frauen nicht; Frauen sind mittlerweile in der Schule, Studium besser und verlieren keine Zeit.

Mittlerweile müssen schon eher die Männer gefördert werden.

In der aktuellen Zeit Campus Ausgabe ist übrigens ein Artikel von 2 Frauen und 1 Mann, die Gleichberechtigung bei den Toiletten fordern. Die 3 wollen gemeinsame Toiletten für Frauen und Männer (gibt es ja im Ausland auch vereinzelt). Ebenfalls ein guter Ansatz!

Aber Designblast hat nun mal wirklich kein gutes Konzept. Man kann auch Frauen und Männer gemeinsam auf eine Veranstaltung einladen. Die beißen sich nicht!

gggrafik

was ist hier eigentlich los?

freut euch doch einfach, das sich die studs ein semester lang den arsch aufgerissen haben, um euch so eine coole konferenz völlig kostenfrei zu präsentieren?! ich für meinen teil fühlte mich danach sehr inspiriert und gut unterhalten. abgesehen davon finde ich auch die gestaltung der drucksachen herrlich klischeebeladen und gelungen, regt zum nachdenken an - und ist visuell sehr ansprechend.

diese ganze genderdiskussion ist doch ein witz-letztendlich gehts doch um qualitative arbeit.

Gast

hier gehts um Design, oder ?

nicht um irgendwelche depperden Gleichberechtigungsfragen !

nächstes mal gibts ein anderes Konzept und ich freu mich schon drauf, egal ob nur über 37-jährige eingeladen sind.

bis dann

fraugerlach

Es geht eben nicht um qualitative Arbeit, solange es jedes Mal diskutiert werden muss, ob das jetzt ne Frauenkonferenz ist oder nicht, nur weil ausschließlich Sprecherinnen eingeladen sind.

Ist das hier jetzt eine Männerkonferenz (findet selbst raus welche Konferenz gemeint ist):
Wolfgang Beinert
Axel Bertram
Uwe Brückner
Lucas de Groot
Ralf de Jong
Gerd Fleischmann
Ralf Hermann
Eike König
Alessio Leonardi
Andreas Maxbauer
Hans Eduard Meier
Jörg Petri
Mariko Takagi
Dirk Uhlenbrock
Vilim Vasata
Olaf Weber
?
Nee, ist normal und keiner würde darüber maulen.

MArije vogelzang

if you don't even know the name of someone you are judging, I think no one can take your comment serious. Everybody on that stage is making an effort so at least I think it's polite to make an effort to look up someones name.
Marije Vogelzang

Bernie

Dear Marije, it would be nice to know who you are refering to.

Gast

it is clear that marije wants to know if she was ment with »die Holländerin«.

dear marije, I didn’t mean you, when i mentioned that it was hard to listen to the speaker. I meant Luna Maurer (who actually comes from Germany). I also set the guillemets because in Germany, a lot of people say Holland, when they mean the Netherlands and I referred to bernie’s comment. (I thought bernie meant Luna Maurer with »Holländerin«)

I’m sorry, I had to leave during Kasia’s speaking, so I couldn’t see you on stage. My friends told me that your speech was one of the highlights.

@bernie: schau mal auf ne Karte von den Niederlanden — Holland ist sowas für die Niederlande wie Bayern oder Hessen für Deutschland.

Gast

Leider verweicht das Ursprungsthema hier gerade: Niemand hat gesagt, dass Frauen unterrepäsentiert wären. Niemand hat gesagt, dass die Designblast ein totaler Reinfall war. Niemand hat sich darüber beschwert, dass die Organisation schlecht war. Und natürlich hat es die Sprecherinnen Aufwand und Zeit gekostet, die gelobt werden sollten (Was Marije Vogelzang hier beklagt).

Beschwerden gab es zum Konzept (das "das" Cliché schlechthin aufgreift), Anregungen zu künftigen Veranstaltungen (schlicht und ergreifend gute Vorträge von egal welchem Menschen), Kritik daran und das eine reine Frauenveranstaltung auch nicht besser ist, als eine reine Männerveranstaltung, bzw. dass so lange, wie über Frau/Mann nachgedacht wird, die Trennung im Kopf noch immer vorhanden ist - und damit eine reine Frauenveranstaltung eben auch nicht zur sogenannten Gleichberechtigung beiträgt (wobei der hier stattfindende Diskurs schon sehr interessant ist und eben durch die Veranstaltung angeregt wurde).

Darüber hinaus verstehe ich nicht, wie Einzelne der Meinung sind, dass das hier nichts zu suchen hat: Seit wann ist Design den inhaltslos? Gerade in dieser Disziplin zeigt das Äußere doch die Natur des Inneren. Insofern ist das hier sehr wohl der richtige Platz für die vorhandene Kritik.
Und da im Grunde nichts im Design heute neu ist, und sich alles wiederholt - auch die Themen der diesjährigen Sprecherinnen - ist es doch interessant, über das drumherum zu sprechen!

Gast

Niemand hat gesagt das Frauen NICHT unterrepäsentiert wären ...

Gast

Ob es denn Männer oder Frauen oder Frauenmänner waren oder wie das Poster gestaltet ist, ist letztendlich doch total egal. Die Frage ist doch, ob ihr etwas für euch mitnehmen konntet, ob ihr neue Anregungen bekommen habt und das liegt u.a. auch an euch, und natürlich gefallen unterschiedlichen Leuten die einen oder anderen besser oder schlechter, aber jeder stand dort oben, weil er in unseren Augen etwas interessantes macht und sich von dem typischen Werbeagenturgrafikern unterscheidet. Bei Pixelgarten geht es zum Beispiel nicht in erster Linie um Basteln, sondern dass sie einen tollen spielerischen Umgang mit Grafikdesign haben und dass sie sich einen Rahmen geschaffen haben, der es ihnen ermöglicht auf so eine spielerische Art und Weise ihr Geld zu verdienen, genau wie Kate Moross das auch tut.
Ihr könnt natürlich eure Präferenzen haben, aber hier geht es auch um Respekt und ich finde es unprofessionell so unqualifiziert über Leute zu sprechen, die etwas geleistet haben von dem wahrscheinlich viele von euch weit entfernt sind.
Jill Enders

Gast

der kleine Eike soll sich mal bei mir melden, wenn er wirklich besser als pixelgarten ist, dann würde ich gerne ein designbüro mit ihm gründen ;)
Jill

Bernie

Liebes Blog, natürlich meinte ich Marije und sicherlich habe ich Holland mit den Niederlanden verwechselt. Was ich aber bestimmt nicht machen würde, ist Holland, das "Bundesland", mit Bayern gleichzusetzen. Oder mit Hessen. Wobei Hessen noch ganz nett ist, wenn man denn endlich den Roland Koch nach Bayern ausweisen würde.

Gast

wie sagt man doch so schön: einem geschenkten gaul schaut man nicht ins maul.
obwohl diese aussage in diesem fall nicht wirklich zutrifft. diese konferenz wurde mit viel mühe und liebe organisiert und ohne großes budget. nicht von profis sondern von studenten.
diese ganze frau mann geschichte ist dermaßen lächerlich. ihr frauen-männer und gleichberechtigungs netzaktivisten da draußen. beschäftigt euch mal designgeschichtlich mit diesem problem.
warum sollte eine konferenz nicht das thema frauen im design haben?
und warum darf ein plakat nicht mit klischees spielen? wieso darf eine frau nicht "bastel" oder "koch" design produzieren und damit sich bewusst oder unbewusst den vorurteilen wiedersetzen? sind nicht die meisten starköche sogar männer?
ich finde es wirklich schade was hier aus dieser ganzen konferenz gemacht wird. auch das jemand vor seinem computer sitzt und ernsthaft meinte er wäre besser als... oder sagmeister in frauenklamotten wäre...
traurig

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