Joachim Sauter: Neu-Erfindung aus Leidenschaft / Freitag, 11 Uhr / Typo Hall

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Joachim Sauter studierte an der Universität der Künste Berlin sowie der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Seit den 80er Jahren arbeitet er als Medienkünstler und Designer. Schon seit Beginn konzentrierte sich Joachim Sauter darauf, wie man mit digitalen Technologien Inhalte, Formen und Geschichten übermitteln kann. Zu diesem Zweck gründete er 1988 zusammen mit anderen Künstlern, Designern, Wissenschaftlern und Technologen »ART+COM« um junge Medien in den Bereichen Kunst und Design in die Praxis zu übersetzen. Bis heute ist Joachim Sauter in diesem interdisziplinären Kontext führend – Innovationen in die Designwelt einzubinden.

Joachim Sauter teilte in seinem Vortrag die Schaffenszeit seiner Firma in drei Abschnitte ein:

1. predict (understand technology) 90er Jahre
2. proove (show technology) ca. 2000 bis 2005
3. prevail (hide technology) bis heute

Herr Sauter stellte aus diesen Bereichen eine Menge Projekte vor, von denen ich auf zwei näher eingehen möchte:

Das Juraskope im Museum für Naturkunde Berlin

Sogenannte mediale Fernrohre stellen die Verbindung zwischen dem Besucher bekannten Darstellungen von Dinosauriern im Kino und den Originalexponaten her.

Blickt der Besucher durch das Juraskop, startet eine Animation und die Skelette aus dem Saal beginnen virtuell zu leben. Das Tier wird in seine natürliche Umgebung versetzt und beginnt sich zu bewegen, zu fressen, usw. Einige Tiere sind einzeln zu sehen, andere im Kontakt mit Artgenossen oder Feinden.

BMW-Museum München

Eine momentan durch Werbespots sehr populäre Arbeit ist die Kinetische Skulptur für das BMW Museum aus dem Jahr 2008. 714 Metallkugeln bewegen sich im Zusammenspiel aus Mechanik, Elektronik und Code durch eine siebenminütige Narration auf einer Fläche von sechs Quadratmetern an feinen Stahlseilen hängend.

Allein diese Arbeit (BMW) kann eine stolze Liste Auszeichnungen vorweisen – iF Communication Design Award, D&AD Award, Designpreis der Bundesrepublik Deutschland, mehrere red dot Awards und mehrere Auszeichnungen des Art Directors Club Deutschland und Europe. Die Arbeiten des Teams von ART+COM wurden schon bei zahlreichen Ausstellungen gezeigt, darunter das Centre Pompidou in Paris, das Museum for Contemporary Art in Sidney, auf der Biennale in Venedig oder im ZKM in Karlsruhe.

Joachim Sauter unterrichtet seit 1991 als Professor für Neue Kunst und Design an der Berliner Universität der Künste und seit 2001 als außerordentlicher Professor an der UCLA in Los Angeles.

Gast

junge junge! die bmw sache da..hammerharte arbeit.. ganz gross!

David

Ich glaub ich habe jetzt mittlerweile im Laufe des Studiums 3 Vorträge von Joachim Sauter angesehen (Typo Berlin '10 nicht eingeschlossen). JEDESMAL das gleiche. Wer es zum erstenmal sieht ist immer von deren Sachen "geflasht".

Mit allem Respekt gegenüber seiner Arbeiten und Haltung: Herr Sauter ist einer dieser Sprecher, die mich dazu veranlassen, nur noch selten auf Designkonferenzen zu gehen. Ganz typisch: da zeigen die jedesmal Arbeiten von sich das wir fast alle kennen oder auf der Website oder in irgendwelchen Annuals/Büchern einsehen können. Und dann immer pseudomäßig auf das Thema der Konferenz eingehen. "Erfindung aus Leidenschaft". Na toll. da ändere ich zu jedem Konferenzthema den Titel der Präsentation und gehe in kurzen Absätzen darauf ein... Aber seien wir doch mal ehrlich: Es ist im Grunde jedesmal die gleiche Präse mit gleichem Inhalt. Das ist das was mich bei Sprechern an Konferenzen nerven.

Ich will dass sich die Sprecher mit dem Konferenzthema im engeren Sinne und individuell auseinandersetzen. Ich will ihre Einstellung, Ansichten und Botschaften dazu hören. Weit mehr als die hälfte der Präsentation. Wenn sich ein Sprecher diese Mühe macht, das fände ich richtig toll und würde es sehr zu schätzen wissen. Und nicht wieder ihr Portfolio, das wir schon tausendmal gesehen habe, reingedrückt bekomme. Das ist einfach nur ein Witz...

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