Nymphe
Monoline meets Art Nouveau at Volcano Type

Nymphe ist eine Schrift von Julia Rausch, die ursprünglich für Slanted Magazine #6 – Signs, Symbols, Ornaments. gestaltet wurde. Formal und charakteristisch basiert sie auf einer Jugendstil-Zeichnung von 1907. Ihren Namen verdankt Nymphe der in der Illustration nackt im Teich badenden Schönheit.
Einerseits wirkt Nymphe altmodisch, hat aber sehr moderne Einflüsse, die sich z.B. in unregelmäßigen Serifen, gleichbleibender Linienstärke und vereinzelten, dekorativen Elementen widerspiegelt. Die Buchstabenbreite variiert innerhalb der einzelnen Buchstaben stark, was zu einem außergewöhnlichen Schriftbild führt.
Sie eignet sich besonders für dekorative Anwendungen, wie z.B. in Headlines, kann aber auch in kleinen Größen ab 7 pt eingesetzt werden.
Nymphe ist als OpenType Schrift erhältlich bei Volcano Type.




9. Juni 2009 - 11:36 – Boris | Kommentare (39)




























Kommentare
Nymphe
sehr schön julia!!!
9. Juni 2009 - 12:10 – moritz
Nymphe
Das passende wunderbare Lächeln zu deiner Schrift. Glückwunsch!
9. Juni 2009 - 18:09 – nora
Nymphe
sorry, aber das geht ja nun echt nicht. alle bemühungen in ehren, doch die schrift weist soviele mängel auf, dass man nicht mal weiß wo man anfangen soll.
das S eiert vor sich hin, das V bekommt den kopf nicht zu, das A macht gleich ’nen spagat, das R rollt vor scham die zunge ein, das P verkrümelt sich lieber gleich mit dem B, das U weiß noch nicht was es werden will, usw.
das ist leider überhaupt nicht lobenswert. die zeichen haben minimal etwas miteinander zu tun und jedes zeichen will total besonders sein. schriften, auch headlineschriften, funktionieren aber nicht über den einzelnen buchstaben/das einzelne zeichen. rhythmus muss entstehen, die figuren müssen sich aufeinander beziehen und sich an den geeigneten stellen voneinander emanzipieren.
julia, auch wenn die kritik heftig ist: wenn du lust am schriftgestalten hast, dann suche dir leute, die ahnung davon haben – scheinbar hüpfen in deiner nähe leute rum, die immer alles schön finden und sich nicht mit schriftgestaltung auseinandergesetzt haben.
schau dir schriften an, die ähnliche ideen verfolgen wie du sie im kopf hast (hier wäre dino dos santos estilo bzw. estilo script relevant gewesen) und hol dir kritik von fähigen leuten.
seit geraumer zeit verfolge ich slanted und komme immer mehr zum schluss: oberflächlich und kein interesse an qualität und ihrer förderung. die magazine sind oberschlampig gemacht und halten gerade mal der schnellen, oberflächlichen wahrnehmung stand.
foundries wie volcano zeigen nur eines: wir machen aus allem geld. solche foundries helfen nicht im geringsten auch nur einen ansatz von qualität zu fördern, sie schmeißen schrott auf den markt und jubeln dann noch über die ach so tollen fonts.
dass eine professorin für typographie ein nettes lächelns der autorin der schrift postet ist eine sehr bezeichnende geste. schonmal daran gedacht lieber gar nichts zu sagen als in aller öffentlichkeit nichts zu sagen?
jetzt bin ich mal gespannt, wie offen diese redaktion ist – wird zensiert oder nicht?
10. Juni 2009 - 0:00 – Gast (nicht überprüft)
Nymphe
Die Schrift wirkt auf mich, wie gewollt und nicht gekonnt.
Die Absicht wird deutlich, aber Buchstaben wie das Y (hier insbesondere die Unterlänge) oder das S sehen einfach zu plump aus. Die Schwünge (naja eher Kringel) und Kurven wirken unbeabsichtigt schlecht. Aussergewöhliches Schriftbild hin oder her ...
10. Juni 2009 - 11:29 – Poldi (nicht überprüft)
Nymphe
das sieht ja wohl ein blinder, dass die schrift mit absicht genau so gemacht ist, wie sie jetzt aussieht.
10. Juni 2009 - 13:18 – Gast (nicht überprüft)
Nymphe
> das sieht ja wohl ein blinder, dass die schrift mit absicht genau so gemacht ist, wie sie jetzt aussieht.
nee, wirklich nicht. die mängel haben nichts mit gewollt zu tun, da muss man auch nur mal das angebotene pdf anschauen. wie poldi auch schreibt: viel gewollt und nicht gekonnt.
wie oben auch schon steht: schrift funktioniert nicht durch einzelne lustige figuren, da sind momentan aber eben nicht mehr. den charakter einer jugendstil-monoline ist spannend, aber bitte mit können und nicht unvermögen als wille darstellen.
10. Juni 2009 - 14:50 – Gast (nicht überprüft)
Nymphe
Eine schöne Schrift. Das muß ich jetzt mal zur Verteidigung sagen.
(Abgesehen vom „S“, gewollt oder nicht, es sieht komisch, ungelenk aus.)
Aber das „Qualitätsmanagement“ hätte noch mal drübersehen und korrigieren müssen. Viele handwerkliche Fehler sind zu offensichtlich. Was gar nicht geht sind z.B. die deutlich sichtbaren „Wülste” bei anstössigen Linien. Das ist Pfusch.
11. Juni 2009 - 1:40 – Sharif
Nymphe
uii, da sind wirklich einige schnitzer drin.
insgesamt gefällt mir die idee und auch die form, allerdings ist die umsetzung schrott. sorry julia. schau dir mal das B an das sieht man die linien der bögen an der vertikalen rausschauen. auch das U ist um unteren bereich schlecht gespiegelt und zusammengesetzt. L, A, X, D ... haben alle ähnliche mängel und beim Y ist der kringel misslungen. nichts gegen die formen an sich, die können wenn es ordentlich gemacht ist sehr reizvoll sein – aber wie gesagt die umsetzung ist schlampig. für einen freefont mags vielleicht reichen.
verstehe auch nicht wieso dir das keiner vorher aufgezeigt hat oder hast du den font allein zusammengeschuster? ich habe hier auch eine menge fonts liegen, veröffentliche diese aber alle nicht, weil ich keinen habe der nochmal ordentlich drüberschaut und ggf. verbesserungen anmerkt. mein eigener qualitätsanspruch ist mir da zu selbst zu hoch. mal davon abgesehen das ich die technische umsetzung auch nicht könnte ...
setz dich doch einfach in paar ruhigen minuten nochmal dran, ich denke wenn die fehler ausradiert sind könnte das ein schöner display font werden. ein paar rahmen oder ornamente könnte ich mir anstelle der fehlenden kleinbuchstaben gut vorstellen.
12. Juni 2009 - 0:47 – robertmichael
Nymphe
angesichts der tatsache, das meine zeit bei volcano-type nun bereits knapp zwei jahre hinter mir liegt, kann mich das ja eigentlich kalt lassen, aber irgendwie fühle ich mich doch berufen hier eine lanze zu brechen. wer sich die neusten veröffentlichungen von volcano-type bewusst anschaut, wird feststellen, das es bei diesem schriftverlag nicht um perfektion geht, sondern um originalität. das ist natürlich mit premissen gepflastert, die jeder kennt, der wirklich kreativ arbeitet.
es mag ja sein, das dieser oder jener font von volcano den ansprüchen mancher typophilen nicht im entferntesten genügen kann, aber dafür haben sie etwas, das den meisten eurer zunft schon abhanden gekommen ist. und um bei dieser veröffentlichung zu bleiben: nymphe ist komplett naiv! nicht nur wegen seiner kitschigen 'kringel', seiner bis ins groteske übertriebenen proportionen, seiner simplen monolinearen struktur oder seiner inkonsistenten serifen, sondern auch wegen der charmant unprofessionellen ausführung!
wenn ihr diesen font jetzt zurechtbiegt, optisch korrigiert oder sonst wie versucht zu einem 'bestseller' zu machen, hat er seinen sinn verloren. entweder die typografen haben den mut und den willen, eine schrift mit diesem charakter zu verwenden oder sie nehmen was anderes, mit dem sie 'auf der sicheren seite sind'.
tja sharif, da hast du wieder deinen typo-kommunisten … und robertmichael, wer weiß, vielleicht hätte ich julia gesagt wo die profis mängel sehen. aber ich glaube, ich hätte ihr geraten nicht zu versuchen aus diesem geschöpf etwas 'professionelles' zu machen.
13. Juni 2009 - 23:04 – Thomas
Nymphe
korr.: prämissen
13. Juni 2009 - 23:17 – Thomas
Nymphe
@Thomas: Unter Stalin wärst du schon längst der „subversiven Machenschaften” überführt: Du bist gar kein Kommunist. Das weiß ich jetzt. ;)
14. Juni 2009 - 0:11 – Sharif
Nymphe
@ Thomas
mag sein. Für schlampige Fonts möchte man aber eher kein Geld ausgeben, auch bei Volcano-Type nicht. Schließlich gibt es ja Freefonts.
14. Juni 2009 - 7:35 – ck (nicht überprüft)
Nymphe
@Sharif
aber sharif, stalin hat ja auch kommunisten die ihm nicht genehm waren beseitigen lassen … ;)
@ck
ja, das pdf bringt es an den tag. einige überschneidungen kann man schon als 'schlampig' bezeichnen … wobei ich mir nicht sicher bin, ob diese ungenauigkeiten nicht einfach absichtlich so belassen wurden. sie zu beseitigen wäre ja im vergleich zur kreation des fonts eine leichte übung gewesen. wenn nicht, liegt’s eindeutig am qualitätsmanagement … keine frage.
ein anderes ding, das mich manchmal grübeln lässt ist das spacing und kerning mancher fonts. seit es grungefonts gibt, ist ein rudimentäres spacing oft teil des kreativen konzepts einer typo. bei nymphe halte ich es für ziemlich ausgeschlossen, ein wirklich ausgeglichenes spacing zu schaffen, da die einzelnen buchstaben zu starke extreme haben. es liegt hiermit viel in der hand des anwenders. vielleicht ein paar leichte unterschneidungen bzw. kernings hie und da, hätten nymphe, die wie eine klassische displayschrift eben nur aus versalien besteht, nochmals aufgewertet. (beispiel siehe oben: 'POR TRAIT').
aber mal ehrlich: sind 19$ zu viel, wenn der font für ein projekt passt? das ist wirklich nur noch mit freefonts zu unterbieten …
14. Juni 2009 - 15:17 – Thomas
Nymphe
Mein liebes Goldbuchmädchen Julia hat sich an ihrem ersten Font probiert, und leider ist das Ergebnis sans irgendwelcher Nuancen und Feinheiten – solche, die eigentlich vom Oberhaupt bzw. den Suboberhäuptern von Magma hätten kommen müssen, da Julia noch recht frisch in diesem Metier umhertigert.
Denn ohne solides Grundwissen in den Bereichen Goldener Schnitt, Unterschneidung, Verjüngung, etc. lässt sich keine gute Schrift entwerfen. Und es ist schon arg krass, wenn ich einige Linienführungen mit dem Auge nachverfolge und die Vektorpunkte klar erkenne – nur um mal ein Detail zu beleuchten.
Was ich jedoch auch sehe, ist eine gewisse Lebendigkeit in der Schrift. Gar nicht schlecht. Nun muss man das herausarbeiten, kontrollieren, nochmal überprüfen und weiter verfeinern. Ein langwieriger Prozess.
Es gibt heutzutage keine wirklich super gezeichneten Schriften mehr, da die Prozesse zu schnell wurden, der Gestalter fast ausschliesslich am Rechner sitzen kann, nicht mehr gezwungen ist, mit der Hand und dem Zirkel, bzw. den Rundungsschablonen, Muster um Muster zu zeichnen, bis der Bogenverlauf stimmt. Das kriegt man am Rechner nicht so gut hin, auch als Profi. Weil man es "fühlen" muß. Es muss auf Papier gemalt sein, den Malschwung auf dem Papier sehen, nicht am Screen. Klingt banal, ist aber so. Das Gefühl Typografie ist kein digitales Gefühl per Klick sondern eins auf Papier mit Bleistift, Lineal, Zirkel und Kurvenschablone gezogen.
Ein kleiner Trost, Julia. Kurt, der alte Schriftsetzer, hat seine Werke auch nicht selbst reingezeichnet. Da half ihm sein alter Kumpel Kurt Strecker. Aber er wusste, was er wollte.
Ist wie mit Saggi: Andere machen die Drecksarbeit, er hatte den Plan, und darf nachher mit Frauenklamotten herumlaufen.
Also, nochmal ran ans Werk! (Oder auch nicht, whatever)
VG, B.
14. Juni 2009 - 19:35 – Bernie (nicht überprüft)
Nymphe
>wobei ich mir nicht sicher bin, ob diese ungenauigkeiten nicht einfach absichtlich so belassen wurden
das werden wir ohne julia wohl kaum herausfinden.
14. Juni 2009 - 21:56 – robertmichael
Nymphe
Heftig.
Schaut euch mal das L in der pdf an, da schauen ja oben und unten noch die Endungen der Vektoren heraus!
Und die einzige Änderung der Strichstärke ist am (extrem hässlichen) Kringel vom Y.
Dass man für so etwas Geld bekommt, ist unglaublich. Volcano fand ich eh nie gut, aber jetzt erst recht nicht mehr.
16. Juni 2009 - 15:53 – Lukas (nicht überprüft)
Nymphe
Julia, sag doch mal was dazu!
16. Juni 2009 - 20:55 – ck (nicht überprüft)
Nymphe
@lukas
ist ja gut, wir haben’s gesehen. allerdings schaut man sich einen buchstaben in einem pdf normalerweise nicht auf 1600% vergrössert an. ein schriftdesigner hingegen sollte dazu die zeit haben …
ich bin sicher, das lässt sich problemlos beheben … vorausgesetzt julia möchte das überhaupt. volcano stellt ja nicht zuletzt deshalb ein pdf zur verfügung, damit interessenten sich ein genaues bild machen können.
ansonsten finde ich es doof, von einem schriftentwurf auf ein ganzes repertoire eines verlags zu schließen, das sich logischer weise aus unterschiedlichen designern zusammensetzt …
p.s.
ja, vielleicht sollte julia hier auch mal kommentieren.
17. Juni 2009 - 10:06 – Thomas
Nymphe
Man sollte von der Prämisse abgehen, dass unsaubere Schriften eine gewisse Haltung für einen Fontshop wiedergeben können. Es ist nicht alles Rock'n'Roll auf der Welt. Insbesondere bei Fonts. Wenn solche Fonts handwerklich sauber und schön umgesetzt sind, so, dass man Digitale nicht mehr spürt – das erstaunt und begeistert. Dafür kann man Geld nehmen. Auch mehr als 19 Euro.
Denn wenn ich die Schrift so nehme wie sie ist und andere die handwerklichen Mängel kritisieren, könnte es MIR angelastet werden, weil ich sie ja wählte.
Vektorpunkte über Oberkante müssen nicht sein. Da flattet man die Vektoren und schneidet das weg; fertig. Und auch wenn es eine Monoline ist: Die Horizontallinien einen Hauch dünner zeichnen als die Vertikalen – das ergibt einen Ausgleich, weil das Auge Horiziontallinien immer dicker "sieht" als Vertikallinien. Und die Spationierung sollte weiter auseinander laufen, um die unterschiedlichen Breiten zu kompensieren. Aber vielleicht wird die "Nymphe" dann zu ruhig.
Man merkt, es ist keine Arbeit für einen Tag, oder Nacht, sondern ein Prozess.
17. Juni 2009 - 10:48 – Bernie (nicht überprüft)
Nymphe
Hallo zusammen,
tut mir leid, dass ich mich erst jetzt zu Wort melde.
Ich möchte nicht zu jedem einzelnen Punkt dieser Diskussion Stellung nehmen, da manches Angesprochene Geschmackssache ist oder einer bestimmten Lebenseinstellung zugrunde liegt.
Ein paar Dinge, die ich gerne dazu sagen möchte:
Wie bereits erwähnt, basiert Nymphe auf einer Illustration von 1907. Ich habe versucht, den Charakter der Zeichnung auf eine Schrift zu übertragen. Jeder hat Recht, der sagt, die Schrift sei unsauber, was die Vektorpunkte angeht, aber das exakte Ausarbeiten von solchen Details war nicht mein Ziel.
Tatsächlich habe ich nicht sofort am Rechner gearbeitet, sondern versucht, die Schwünge der Zeichnung auf Papier zu übertragen, um daraus Buchstaben zu formen. Danach habe ich basierend auf den ersten Buchstaben ein relativ freies Raster angelegt, aus dem z.B. die verschiedenen Buchstabenbreiten hervorgehen.
An dieser Stelle möchte ich gerne Thomas Kommentar zitieren, weil ich es besser nicht formulieren könnte: "nymphe ist komplett naiv! nicht nur wegen seiner kitschigen 'kringel', seiner bis ins groteske übertriebenen proportionen, seiner simplen monolinearen struktur oder seiner inkonsistenten serifen, sondern auch wegen der charmant unprofessionellen ausführung!"
Vielleicht hätte ich das alles noch stärker betonen müssen.
Ich finde es sehr spannend, wie sich die Diskussion hier entwickelt hat, möchte aber (wie meine Vorredner) anmerken, dass Nymphe eine Schrift von vielen bei Volcano Type ist und im Vergleich zu anderen (Gringo, DigiBo, Copy ...) NATÜRLICH den Kürzeren zieht, was die Ausarbeitung angeht.
Noch ein kurzes Wort an Bernie: Danke für den Trost, aber ich bin mittlerweile auch genug "herumgetigert", um davon nicht schlecht schlafen zu müssen :)
Viele Grüße,
Julia
17. Juni 2009 - 13:54 – Julia
Nymphe
> Man sollte von der Prämisse abgehen, dass unsaubere Schriften eine gewisse Haltung für einen Fontshop wiedergeben können.
bernie, mit 'man' meinst du vermutlich mich, der hier genau diese möglichkeit nicht ausschließt. es kommt natürlich darauf an, wie unsauber eine schrift ist, ob die ungenauigkeiten zu ihrem charakter passen, ob sie technische probleme bewirken, usw. … und bei einer so dünnen schrift, die mit naiv-dekorativen zitaten arbeitet und geradezu infantile züge hat, ist es wirklich nicht nötig mit so feinheiten wie den von dir angesprochenen strichstärken aufzuwarten. das fände ich dann schon etwas übertrieben.
überhaupt kapiere ich nicht, was du hier mit deinen kurvenschablonen (kommentar davor) bewirken willst. mit denen kann man arbeiten, muss man aber nicht. mit kurvenschablonen muss man genauso umgehen können wie mit bezierhebeln. freihändig ist auch schön und geometrien können mit dem nötigen feinschliff auch im schriftdesign ästhetisch überzeugen … vorausgesetzt, man will nicht noch was anderes kommunizieren. du hast einen blickwinkel, der ist mir zu klassisch. ich habe ihn woanders schon mal als „reaktionär“ bezeichnet — okay, du hast das zurückgewiesen. du nimmst dich eben nicht so wahr … oder, wer möchte schon als reaktionär gelten, wo er doch nur den mainstream vertritt? ;)
von den 'unsauberen' schriften hat sich die typo-szene bereits vor rund zehn jahren verabschiedet. du wirst aber feststellen, das es von vielen namhaften schriftdesignern fonts gibt, die in allen großen verlagen angeboten wurden, und die, wenn man sie in fontlab öffnet, mit roten pfeilchen übersät sind. alles stellen, an denen unsaubere bezierpunkte sind … aber fonts, die technisch funktionierten und mit denen genauso gut oder schlecht gestaltet wurde, wie mit jedem anderen highend produkt.
p.s.
das ist jetzt kein plädoyer für fehlerhafte fonts, sondern eines gegen deine oberlehrerhafte art zu kommentieren.
17. Juni 2009 - 14:11 – Thomas
Nymphe
Ein Plädoyer? In dem Du mich als "oberlehrerhaft", "zu klassisch", "reaktionär" – und hier das allerbeste – als "mainstreamvertretend" bezeichnest?
Du hast wohl die Vektorkurve nicht ganz "bezierhebelt", nicht wahr?
17. Juni 2009 - 18:28 – Bernie (nicht überprüft)
Nymphe
nö
18. Juni 2009 - 0:13 – Thomas
Nymphe
ja was ist bernie? ist das alles? ein paar begriffe in den mixer und eine mokante bemerkung?
18. Juni 2009 - 12:11 – Thomas
Nymphe
Die iPhone 3.0 Software ist raus. Hat jetzt Spotlight, Voice Control, Copy & Paste.
Und Cut.
18. Juni 2009 - 18:58 – Bernie (nicht überprüft)
Nymphe
gib dir nur keine blöse, du genie.
19. Juni 2009 - 10:55 – Thomas
Nymphe
… und man kann Videos drehen, diese auf Youtube hochladen. Aber nur mit dem neuen iPhone 3G S! S steht für Speed. Nicht das, was so manch einer durch die Nase zieht. Sondern Systemgeschwindigkeit plus Bandbreite, sprich: UMTS (Unnützer Millioneneuroteuer Telekom Scheiss).
Im Ernst jetzt. Was soll ich dazu noch sagen? Das Thema hier ist für längergehende Auseinerandersetzungen nicht ergiebig genug. Ein andermal gerne wieder. Ich hab viel zu tun.
LG, B.
19. Juni 2009 - 11:49 – Bernie (nicht überprüft)
Nymphe
>"nymphe ist komplett naiv! nicht nur wegen seiner kitschigen 'kringel', seiner bis ins groteske übertriebenen proportionen, seiner simplen monolinearen struktur oder seiner inkonsistenten serifen,
Okay...
>sondern auch wegen der charmant unprofessionellen ausführung!"
Ich finde das ist einfach eine schlechte ausrede. Wenn man eine Schrift verkaufen will muss die auch bis am ende gemacht werden. Wenn die Schrift besser aussehen würde wegen solche Fehlern, würde ich nichts sagen, aber die bringen nichts zum Konzept, es ist total auffällig das die Arbeit nicht fertig ist:
http://yfrog.com/5gimage4wpx
Das geht einfach nicht. Es sind auch kleine sachen zu korrigieren, kann sehr schnell gehen wenn es mit jemand gemacht wird, der mit Kurven klar kommt. Dann kann es wieder im shop gehen, aber es ist schlecht für Volcano, für Julia Rausch und für die Kunden/Benutzer, etwas in diesem Zustand zu verkaufen.
Schriften können gern krank aussehen, aber Type-design ist auch eine Handwerk mit Regeln, optische korrekturen, usw... man kann nicht einfach drauf kacken und sagen das es charmant wirkt. Es ist genau die gleiche ausrede wie wenn man eine Wohnung besucht die zu klein und schlecht renoviert wurde, dann sagt der Eigentümer "Es ist eine Charmante Wohnung."
ps: sorry für mein Deutsch...
19. Juni 2009 - 12:50 – YB (nicht überprüft)
Nymphe
(s. ganz oben)
sogenannte gäste,
die sich vor der zensur fürchten.
ganz prima.
19. Juni 2009 - 13:22 – CHR15
Nymphe
@ YB
es gab an diesem schriftentwurf bisher zwei qualitativ unterschiedliche kritiken. es gab ästhetische kritik, die sich sich an übergängen der kurven, linienstärken und auch allgemein an der anmutung hochrankte, und es gab die kritik an den ungenauigkeiten, die überstehenden linien, die erst in starker vergrößerung zu sehen sind. beides wird von profis gemeinhin als 'unprofessionell' eingestuft.
mit der 'charmant unprofessionellen ausführungen' meinte ich eigentlich die ästhetische kritik. die ungenauigkeiten sind grenzwertig, das habe ich vormals schon angemerkt. ich würde aber nicht so weit gehen zu sagen, 'das muss weg, weil es ungenau ist'. das ist eine entscheidung der designerin und der herausgeber.
wenn kritiker wie du sagen, sie würden die ungenauen überstände korrigieren, weil es einfach nur fehlerhaft aussieht und ästhetisch nichts bringt, finde ich das absolut richtig.
@bernie
tja, was soll man dazu noch sagen? dann sag halt nichts.
20. Juni 2009 - 0:34 – Thomas
Nymphe
Ich hab keine ästhetische Kritik gemacht. Es ist auch so das wenn ich etwas wirklich uninteressant finde, dann sage ich lieber einfach nichts.
Ich finde das generelle Design schön. Dann muss ich auch reagiren.
Unprofessionel mit "Krank" oder "Komisch" zu verwechseln ist problematisch. Ich verstehe was du meinst, aber es ist schon wichtig zu sagen das es zwei ganz verschiedene Sachen sind. Sonst gibt es in ein Jahr 500 Schriften auf den Markt die totall unprofessionell sind, und die als Krank verkaufen werden.
Es gibt schon so viele Schriften, es ist schon ein Bereich der nicht einfach ist für die Type designer und auch für Grafikern die gute Schriften suchen.
Man muss auch zu alle wanabee-type-designers zeigen das es nicht so einfach ist, eine gute Schrift zu machen, und das wenn die damit auch Geld verdienen vollen, dann müssen die bis am Ende gehen. Schriften sind nicht einfach ein paar schöne Buchstaben. Alles richtig fein zu zeichnen, ein komplette character set, gute metrics und kerning, das nimmt einfach Zeit. Wer das nicht machen will, macht halt keine Schriften, oder macht wie Spiekermann, und arbeitet mit Leute die das gerne Tun.
So, natürlich ist es jetzt die Entscheidung von Julia und Volcano was mit Nymphe passiert. Gleichzeitig ist es die Freiheit von potenzielle Kunden sich zu beschweren wenn den Produkt unprofessionell ist. Man kann sich ohne ende rechtfertigen, oder einfach sagen "wir nehmen jetzt eine Woche um die Schrift richtig schön fertig zu legen, und dann sind alle zufrieden".
20. Juni 2009 - 4:28 – YB (nicht überprüft)
Nymphe
Nichts.
Bitteschön.
20. Juni 2009 - 10:43 – Bernie (nicht überprüft)
Nymphe
@YB
ich persönlich finde selbst die ungenauigkeiten passen zu nymphe. dilettantismus ist auch ein thema, und hier finde ich ihn in bezug auf den naiven charakter der schrift sogar passend (ist es nicht erstaunlich, das es in zeiten von 'snap to grid' solche ungenauigkeiten noch gibt?).
ich halte auch deine bedenken für absolut übertrieben, mit so einem entwurf würden 'fehlerhaften' schriften tür und tor zum kommerziellen schriftenmarkt geöffnet.
vielleicht könnte, um des lieben friedens willen, hie und da noch etwas gefeilt werden … ich denke aber, es ist und bleibt eine entscheidung der designerin und des verlags.
22. Juni 2009 - 9:47 – Thomas
Nymphe
Nach längerer Überlegung fällt mir folgendes auf: Es gibt momentan in der Designszene zwei Strömungen: Zum einen die, die ihre Arbeit in den Dienst der handwerklichen Qualität stellen und die, die absichtlich polarisieren, um dadurch Aufmerksamkeit zu generieren, ihre Arbeit in einen eher künstlerischen Kontext stellen, so wie z.B. Vier5, Lombardo, David Carson, Mike Meire.
Jeder von denen bedient sich eines bestimmten Stilmittels um das zu erreichen. Die Handwerker hingegen, die Reinzeichner und Schriftsetzer, fallen stark unter den Tisch, weil deren Arbeit zwar perfekt und wunderbar anzuschauen ist, aber keiner ihren Namen kennt. So wie bei Paula Scher. Sie ist super berühmt, aber ihre Designs malt sie nicht selbst, sie konzeptioniert sie und ein (uns unbekanntes) Designteam führts aus.
Insofern muss ich sagen: Dieser Font hätte noch extremer sein müssen: Monoline meets Art Niveau meets Bastard! Also, anstatt den Font super reinzuzeichnen, viel Arbeit reinzustecken um ein genehmeres, und bereits zu oft gesehenes, Klima zu erreichen, eher ein abstrakteres, kantigeres, viel tougheres Format wählen. Dann hätten wir auf jedenfall eine deutlichere Aussage. Also richtig Hardcore. Das würde mir gefallen.
22. Juni 2009 - 11:57 – Bernie (nicht überprüft)
Nymphe
@CHR15: auch sehr reichhaltiger kommentar, die kritik von mir ist wohlbegründet, da ist es egal, ob ich da CHR16, mokelpopel oder gast hinschreibe.
@Thomas (& auch ein wenig Julia): die gesamte palette an argumenten ist fadenscheinig. die fehler in der schrift sind definitv nicht gewollt. sie sind durch das kopieren aus illustrator ins fontlab entstanden, bzw durch unachsamkeit herausgekommen. es wird betont, dass es eine monoline-schrift ist, aber monoline bedeutet soviel wie gleichmäßige strichstärke und das ist eben nicht der fall. auch eben zu sagen, die überhänge und kranken kurven würden ja so prima zur naivität der schrift passen, ist mehr als zurecht gezimmert. auch die behauptung man würde das ja nur in starker vergrößerung sehen ist einfach fahrlässig. auch beim normalen offset in headlinegröße sieht man solche unzulänglichkeiten.
es bleibt dabei: technische mängel und gestalterische mängel treffen aufeinander und gefeiert wird, als wenn da was großartiges zu sehen ist.
gegen julias idee an sich ist nichts einzuwenden, doch gerade mit einer veröffentlichung – erst recht mit einer kommerziellen – einer unsauberen und unausgegorenen schrift holt man sich die berechtigte kritik ins haus. ziel der wilden äußerungen an dieser stelle sollte sein, dass diese schrift nicht verkauft wird, julia sich da nochmal ransetzt und das richtig macht. in zehn jahren schlägt sie die hände über den kopf zusammen und es wird ihr peinlich sein, sowas gemacht zu haben.
um es auch nochmal zu betonen: in julias ansatz steckt eine wunderschöne schrift, die unglaublich reizvoll sein und sicher einige liebhaber, durchaus auch im magazinkontext, finden könnte, wenn sie denn nur anständig gemacht wäre. skuril alleine reicht nicht und gerade bei solchen schriften müssen für jeden buchstaben dann eine breite und eine schmale variante existieren, damit man den rhytmus steuern kann und nicht der willkür unterworfen ist. es macht ein wortbild nicht charmant, nur weil man die schrift als naiv abfeiert.
also ran an fontlab und dann aber richtig und dann auch gerne für 19 euro verkaufen, aber nicht für eine schlechte leistung.
22. Juni 2009 - 23:58 – Gast (nicht überprüft)
Nymphe
so, jetzt hat uns jemand den kopf gewaschen … und wir wusstens vorher schon: die argumentation ist klar und klassisch.
welche fehler oder ungenauigkeiten beabsichtigt waren, kann ich nicht mit sicherheit sagen, wobei mir absichtlich betonte ungenauigkeiten in diesem fall eigentlich eher auf den zeiger gehen würden. aber sei’s drum, ich möchte hier den font nicht abfeiern, sondern nur kundgeben, das mir die unzulänglichkeiten im kontext der naivität sympathisch sind. sympathischer zumindest als ein highendiges, kitschiges endprodukt, das dann vielleicht nur noch sagt: „ich bin schön professionell und ihr seid naiv …“
was eine überarbeitung betrifft, kann ich nur sagen: ja, wenn julia das will. ansonsten finde ich es müsig, hier zu spekulieren, wie nymphe professionell ausgearbeitet auszusehen hat.
offen gesagt finde ich es auch etwas unverschämt, den preis von 19 euro erst nach einer aufwändigen überarbeitung als gerechtfertigt anzusehen. ich persönlich würde den dann nicht dort belassen.
23. Juni 2009 - 16:30 – Thomas
Nymphe
kennst du eigentlich die frühen sachen von 'josh darden und timothy glaser'? einer von beiden ist inzwischen ein absoluter typedesign-star und macht sachen, von denen wir hier nur träumen. die schriften die die beiden in den 90ern gemacht haben (OUT, POST, LOCUS, INDEX u.v.m.) sind inzwischen aus dem kommerziellen schriftenmarkt verschwunden. du könntest in denen dutzende von typografischen fehlern ausmachen … aber trotzdem waren sie genial. ich glaube nicht, das die beiden sich irgendwie für diese fonts schämen müssten — im gegenteil.
die tatsache das sie wie viele andere nicht mehr zu haben sind, ist u.a. der professionalisierung des schriftenmarktes zuzuschreiben. also mach dir mal keine generellen sorgen um die qualität zukünftiger veröffentlichungen … ich denke das ist geschichte.
23. Juni 2009 - 17:35 – Thomas
Nymphe
Naja, Locus ist von 1993. Ich finde die auch nicht gut, aber derzeit war es noch was anders.
16 Jahre später darf man vielleicht schon was besseres erwarten, und nicht mehr diese "wow ich entdecke type design in illustrator und importiere am ende alles in fontlab ohne zu merken das sachen kaputt gegangen sind".
30. Juni 2009 - 2:48 – YB (nicht überprüft)
Nymphe
@YB
ist ja nur ein beispiel … und wie gesagt, heute ist ja einer von beiden ein vollprofi, von dem man im wahrsten sinne des wortes „was besseres“ erwartet.
ich versteh nicht, warum auf einmal alles was an schriften kreiert wird hochprofessionell sein soll. so wie joshua darden fangen alljährlich grafiker an, fonts zu gestalten, und das sie verwendung finden ist doch cool. wenn dann so ein lapsus wie die ungenau aufeinander treffenden linien passiert, muss man nicht gleich über ’ne komplette foundry abkotzen, sondern kann auf diesen bug hinweisen. z. b. *wenn* es beim einsetzen von illustrator in fontlab passiert ist, wie ließe sich das vermeiden? oder warum kann man mit fontlab sowas nicht problemos machen?
wir sind in einem kreativen job tätig und ein kollegialerer ton tut da keinem einen abbruch. von dir bekommt hier ja auch keiner was zu sehen, das irgendwie der kritik ausgesetzt sein könnte.
übrigens, passend zum thema 'alte entwürfe werden renoviert':
peter bruhn von fountain überarbeitet zur zeit auch ein paar klassiker wie udo, gas oder mercury … man darf gespannt sein, ob oder wie viel sie von ihrem ursprünglichen charme einbüsen. ich schätze als schöpfer dieser fonts, weiß er wie er an die sache am besten ran geht …
http://www.fountaintype.com/typefaces/mercury
6. Juli 2009 - 16:01 – Thomas
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