Die Protest- und Demonstrationswelle reißt nicht ab. Nachdem wir erst kürzlich von der »Pro Typo« Demonstration in Düsseldorf berichtet hatten, erreicht mich heute die Nachricht über eine Plakatparade in der Potsdamer Straße.

»Mehr Haltung in der Gestaltung – gegen visuelle Stadtverschmutzung« lautet der Leitspruch, aber auch Sprüche wie »Plakate sind Ästheten und keine Proleten«, »Plakate erzählen Geschichten und keine Märchen« oder »Für mehr Tiefe in der Fläche« waren zu hören.

Diese Demo läutet die Eröffnung der Ausstellung »100 beste Plakate« ein, welche vom 26.6. bis 19.7.2009 im Foyer des Kulturforums in Zusammenarbeit mit der Kunstbibliothek Staatliche Museen zu Berlin stattfindet.

Schöne Idee und macht Sinn mit Plakaten zu demonstrieren – aber ich wundere mich trotzdem, dass Demonstrationen und Protestläufe gerade so in Mode sind.

Pressetext:
Projekt Fachhochschule Potsdam:
Eröffnung der Ausstellung 100 beste Plakate 08 am 25.6.2009 mit der  Plakatparade vom Kulturforum zum Potsdamer Platz und zurück 19 Uhr Ausstellungseröffnung im Foyer des Kulturforum Konzeption und Gestaltung der Ausstellung 100 beste Plakate 08  Deutschland Österreich Schweiz

In einem interdisziplinären Projekt des Fachbereich Design an der FH Potsdam entstand ein Kommunikationsdesign unter der Leitung von Nauka Kirschner (doppelpunkt, kommunikationsdesign) und einen Ausstellungsdesign unter der Leitung von Prof. Hermann Weizenegger. In dem interdisziplären Kurs entwickelten die Studierenden für die Ausstellung ein aussergewöhnliches Ausstellungskonzept, was sich mit der visuellen Vielfalt im öffentlichen Raum beschäftigt und wie man als Gestalter Stellung dazu einnimmt.

Die Studierenden des Fachbereichs Design der FH Potsdam, wollen mit dem Ausstellungsprojekt "100 Beste Plakate 08" die Menschen aufrütteln, die tagein und tagaus der urbanen Bilder-  und Informationsflut ausgesetzt sind. Im Vordergrund sollen vor allem die Sensibilisierung für das Plakat als Kulturgut stehen, sowie die kritische Auseinandersetzung mit derzeitigen Gestaltungskonventionen.
Am Tag der Vernissage befreien wir die Plakate aus ihrem gewöhnlichen Umfeld und tragen die prämierten Arbeiten der "100 Besten Plakate 08" auf die Straße und von dort ins Museum. Diese "Plakatparade" soll die Augen der Betrachter auf die ungewöhnliche und eigensinnige Art, auf den Wert und die Vielseitigkeit der Plakate des Jahres 2008 lenken. Herausgerissen aus ihrem normalen Kontext sollen sie die Menschen auf das Besondere und Individuelle einer Plakatbotschaft aufmerksam machen.

Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Kunstbibliothek Staatliche Museen zu Berlin
vom 26.6. bis 19.7.2009 im Foyer des Kulturforums
mit einer Sonderschau »40 Plakate aus 40 Jahren DDR Plakatkunst«

Tobi

Ich war dabei. Tolle Aktion mit der Plakatparade!
Das Buch ist sau gut geworden. Viel besser als die letzten Ausgaben!

Gast

schon verrückt: obwohl ca. 97% der grafikdesign-studenten katastrophale zukunftsaussichten haben und wahrscheinlich nicht von ihrer arbeit werden leben können, scheint ihnen nur so ein blödsinn wichtig genug um auf die straße zu gehen.

dass das vorwiegend plakate sind, die vorher nicht auf der straße zu sehen waren sondern mit dieser aktion erst auf die straße gebracht werden mussten – bei den 100 besten plakaten gewinnen vorwiegend hochschulplakate im eigenauftrag – zeigt ja die idiotie des ganzen besonders deutlich.

Carla Kastanie

Coole Sache, so ähnlich werden wir auch in Düsseldorf am 4.07. aussehen. :D

Demos sind nicht "in Mode" Demonstrationen machen Sinn und ein ziemlich guter Weg, seine Meinung öffentlich zu äußern, schon nicht das schlechteste Grundgesetz.
Mehr Mut zur Öffentlichkeit und Bewegung! Wer was ändern will, muss was tun.
ACTION!

H

Ok, mal zum eigentlichen Thema: zu den Plakaten. Die 100 ausgestellten sind durchwachsen, von gut bis langweilig, von werblich bis arty, von illustrativ bis grafisch. Alles dabei. Eigentlich schade, dass es oben keine Fotos gibt.

Aber es bleibt zu sagen, dass die 100 aktuellen Plakate sich nicht mit den 40 DDR-Plakate aus den 60–80er Jahren messen können. Unter den 40 findet man mindestens 6–8 absolute Granaten, diese Quote gibts bei den 100 aktuellen leider nicht!

Thomas

Juni 2008, ich war dabei...
http://vimeo.com/1250984

Dr. Hermann Büchner

@ »Gast«:
mit dem Begriff »Idiotie« sollte man ggf. vorsichtiger umgehen, besonders wenn man die Zahlen nicht kennt:
von den 100 Preisträger-Units der 100 besten Plakate 08 stammen exakt 25 aus reinen Projektaufträgen von Kunstschulen, also ein Viertel alle prämierten Arbeiten, zwei weitere der 100 besten Plakate 08 sind Eigenaufträge (von professionellen Gestaltern nicht Studierenden). Die Jury beurteilt allein die gestalterische Qualität und Originalität der Plakate. Dass es studentische Arbeiten zuweilen leichter haben - entstanden in einem nicht vergleichbaren, aber immerhin bestehenden Auftraggeber-Kontex -, bestreitet niemand.
Mit ein wenig Nachdenken wird man auch darauf kommen können, weshalb viele der gekürten Plakate leider nicht (zahlreich) im Stadtbild zu sehen waren: den Auftraggebern solcher Plakate fehlt zumeist das Geld, sie öffentlich zu plakatieren. Das ist ein bedauerlicher Zustand, der aber mit der Qualität der Gestaltungen nun überhaupt nichts zu tun hat.
Auch Projektplakate aus Kunstschulen erfüllen dort zumeist eine hervorragende Funktion, wenn mit ihnen beispielsweise für schulinterne Vorträge geworden wird. Wettbewerb und Ausstellung geben diesen Arbeiten die Möglichkeit, auch über diese Teilöffentlichkeit hinaus bekannt zu werden. Das auch einmal in dieser Form der Plakatparade lautstark zu unterstützen – was soll daran, bitte schön, »Idiotie« sein?
Hermann Büchner, PR 100 beste Plakate 08

Gast

97%????? Wo ist denn die Zahl hergezaubert? Dann sollte ich gleich heute mein Studium an den Nagel hängen!

Gast

eben darum ging es ja, herr dr. büchner: sie denken vor allem über gestaltungsqualität nach und die ist sicher hoch bei diesem wettbewerb, keine frage. das gestaltungsbiotope fern zahlender kunden entstehen ist als tatsache an sich auch nicht schlimm. wenn sie allerdings eine straßendemonstration als promotionmaßnahme einsetzen, fällt besonders deutlich auf, wie wirklichkeitsfern das anliegen »sensibilisierung für das plakat als kulturgut« ist, angesichts von problemen, die die studenten recht direkt betreffen und für die es sich wirklich lohnen würde, auf die straße zu gehen.

hätten sie etwas weiter gedacht hätten sie die demonstration mit einem ernsthaften anliegen verbunden - das hätte dem plakat als kulturgut besser zu gesicht gestanden. aber »plakate sind ästheten und keine proleten« sind doch pipifax-botschaften.

CHR15

wo wir gerade dabei sind:
der verein 100-beste-plakate hat bei vielen gestaltern unmut ausgelöst und auch ansehen eingebüßt durch die permanente auszeichnung der plakate von gründungs- und vorstandsmitglied (bis 2007) nikolaus troxler.

Dr. Hermann Büchner

@ CHR15, auch dazu eine notwendige Richtigstellung:
Das Reglement verbietet die Einreichung von Plakaten der Mitglieder oder Vorstandsmitglieder des Trägervereins nicht, weshalb auch? Die Auswahl wird jeweils von einer Jury mit in jedem Jahrgang wechselnden Juroren getroffen und also auch von diesen verantwortet.
Zur Mitgliedschaft im Verein ist jeder eingeladen, ggf. auch zur Mitwirkung im Vorstand, wenn die Mitgliedschaft den Betreffenden wählt.
Handelt es sich dabei um einen Plakatgestalter, dessen Kreationen in den Augen der jeweiligen Jury preiswürdig sind, so kommen seine Sachen in die Selektion, was ist dagegen einzuwenden?
Hermann Büchner, PR 100 beste Plakate

gggrafik

ich war ebenfalls vor ort-und muss an dieser stelle nauka kirschner und ihrem studententeam ein grosses lob aussprechen: das war eine sehr geistreiche und durchaus amüsante vorstellung! in zeiten ständig schrumpfender budgets, never ending pitches und täglich neuen kompromissen in der gestaltung lohnt es sich für mehr haltung auf die strasse zu gehen! ausserdem kamen die plakate auf diese weise (zumindest kurz) dorthin, wo sie hin gehören: auf die strasse. auch das ausstellungskonzept hat mich überzeugt: sehr funktional, spielerisch im raum – gut gelöst.

@chris:
das liegt wohl daran, das troxler einfach sehr gut ist und sich ständig neu erfindet-seit jahrzehnten.

CHR15

@ hermann büchner
es kann nichts richtig gestellt werden, da ich lediglich die fakten aufgeführt hatte.
sie haben diese mit der info zum reglement ergänzt, was an meiner aussage ja nicht das geringste ändert.

um die qualität von herrn troxlers arbeiten geht es an dieser stelle überhaupt nicht.

gggrafik

soll das heissen, du denkst, das da "gemauschelt" wurde? oder wie darf man das jetzt verstehen?

Bernie

Es muss schon ein sonderbares Völkchen sein, dass sich jedes Jahr aufs Neue an den "Jazz in Willisau" Plakaten ergötzt. Und ja, es hat was befremdliches, wenn ein Ex-Vorstandsvorsitzender im Nachhinein Preise einheimst. Ist beim TDC auch nicht anders. Da suchen die Jurymitglieder förmlich nach bestimmten Werken, um sie dann zu prämieren. So macht man sich sein Ansehen als Wettbewerb schnell selbst kaputt, denn die meisten sogenannten Werke sind im Regelfall visueller Müll. Das kommt nunmal davon, wenn der eine vom anderen abkopiert.

Troxlers Plakate sind rein technisch betrachtet ein immerwährender Neuaufguss dieses einen Grundprinzips, und oftmals gar nicht lesbar. Aber das muss man ja auch nicht mehr, haha. Man schaut drauf, riecht förmlich, dass es von Troxler kommt, und weiss, dass es wieder ein Jazzkonzert in Willisau sein muss. Hurra. Echt brlliant, dieses Brandingprinzip. Ehrlich. Aber trotzdem hochgejubelter Hype.

gggrafik

lieber bernie,
jedes mal wenn ich dich lese, wünsche ich mir etwas von dir zu sehen! deine arbeiten müssen brilliant sein! bitte, sei doch so nett!

lg
gg

Snitch

"Ich bin in Wirklichkeit Uwe Loesch."
So sprach Bernie bei der Diskussion zu "Young German Design", just auf diesem Blog.
Und nun www.google.de ...

Bernie

Danke für die Blumen, und es ist übrings www.uweloesch.de.

Gast1

Die Plakate von Herrn Troxler gewinnen automatisch, sie werden noch nicht einmal wirklich angeschaut. Ich habe das persönlich miterlebt.
Bei seinen Töchtern ist es ebenso. Nichts persönlich gegen die Familie Troxler – alles sehr nette Menschen und grafisch ja auch sehr begabt – aber es gibt auch noch viele andere nette und begabte Menschen, die leider keinen Freifahrtsschein zu den 100 besten Plakaten haben. Schade, dass so eine Vorgehensweise die "Objektivität" der Jury von vornherein aushebelt. Scheint aber kein Einzelfall zu sein: Ein kleiner Kreis beweihräuchert sich gerne selbst. Designwettbewerbe sind grundsätzlich ziemlich selbstreflektiv: von Designern für Designer.

Hermann Büchner

@ Bernie, dem »sonderbaren Völkchen«, welchem in acht Jahrgängen Wettbewerb »100 beste Plakate Deutschland Österreich Schweiz« insgesamt 13 Plakate des Gestalters Niklaus Troxler zum Thema »Jazz in Willisau« zusagten, setzt sich zusammen aus:

Dominik Aghazadeh, Cordula Alessandri, Bastien Aubry, Prof. Georg Barber, Erwin K. Bauer, Prof. Anna Berkenbusch, Walter Bohatsch, Prof. Helmut Brade, Dimitri Broquard, Prof. Stephan Bundi, Kurt Dornig, Frank Ellerhold, Peter Felder, Peter Frey, Reinhard Gassner, Karl Dominic Geissbühler, Prof. Heike Grebin, Gesine Grotrian-Steinweg, Prof. Daniela Haufe, Jianping He, Prof. Klaus Hesse, Prof. Fons M. Hickmann, Melk Imboden, Werner Jeker, Prof. Alex Jordan, Nauka Kirschner, Dr. Anita Kühnel, Christian Lagé, Anette Lenz, Malte Martin, Franz Merlicek, Peter Moser, Thomas Matthaeus Müller, Sylvia Neuner, Prof. Tania Prill, Sigi Ramoser, Clemens Schedler, Georg Staehelin, Prof. Bernard Stein, Tanja van de Loo, Prof. Henning Wagenbreth, Trix Wetter, Matthias Wittig, Ralf Zilligen.

Hermann Büchner, PR 100 beste Plakate

Gast

Die, die solche Wettbewerbe scheisse finden, sind doch die, die einfach nie unter die 100 besten kommen…

Kleiner Tipp: Weniger im Internet rumhängen und mehr arbeiten – dann klappt es auch irgendwann mit dem Designpreis.

NAJ

Bernie = Uwe Loesch? Das sind doch zwei paar Schuhe, oder?

gggrafik

wenn dem so ist - tatsächlich brilliant.
respekt.

kai

schön, wie doch so mancher hier auf bernies tarnkappen-spiel reinfällt!

Gast

Der jährliche Unmut über die Auszeichnung von Troxler-Plakaten langweilt…

Bernie

Die Protest- und Demonstrationswelle reißt nicht ab. Nachdem wir erst kürzlich von der »Pro Typo« Demonstration in Düsseldorf berichtet hatten, erreicht mich heute die Nachricht über eine Plakatparade in der Potsdamer Straße.

»100 Jahre Jazz in Willisau – ich kriege den Hals nicht voll« lautet der Leitspruch, aber auch Sprüche wie »Plakate sind Proleten und keine Ästheten«, »Plakate erzählen Märchen und keine Geschichten mehr«, »Für mehr Weissraum und weniger Inhalt beim TDC Jahrbuch« oder »Drei Professorentitel für Fons« waren deutlich zu hören. Denn Sie hatten Megaphons.

Diese Demo läutet die Eröffnung der Ausstellung »100 beste Plakate« ein, von denen 13, also 13 Prozent, von Nikolaus Troxler sind, die nun, zusammen mit den anderen 87, vom 26.6. bis 19.7.2009 im Foyer des Kulturforums in Zusammenarbeit mit der Kunstbibliothek Staatliche Museen zu Berlin gezeigt werden.

Schöne Idee und macht Sinn mit Plakaten zu demonstrieren – aber ich wundere mich: Ist das Plakat nicht in aller erster Linie Information, und erst im zweiter Dekoration?

Euer Prof. Dr. Dr. habil. Bernie Loesch

Und P.S.: Kai, bitte nicht wieder rumschäumen, alles nur Spass. Take it easy, OK?

Gast

Es sind 2 Plakate – also 2%. Aber das interessiert dich natürlich nicht.

100bp

@ Bernie mal Folgendes (es gäbe mehr zu sagen, aber die Zeit ist knapp): in manchen Foren lese ich: »wer lesen kann, ist klar im Vorteil«, deshalb also noch mal ne kleine Lesehilfe. Ich schrieb, dass in acht Jahrgängen 13 Troxler-Jazz-In-W-Plakate in die Auswahl nominiert wurden, den prozentualen Anteil auszuweisen, überlasse ich jetzt dem Blog-Mitglied Bernie selbst.

Noch als Anregung: in der Rubrik Preisträger der Website findet man eine Liste mit Namen und dahinter so kleiner Pfeilchen, die Anzahl derer sagt aus, wie viele Plakate jeweils unter den 100 besten 08 sind, da kann man das nachzählen und übrigens auch direkt zu den Abbildungen der Motive weiterklicken:

www.100-beste-plakate.de/2008/preistr_08.htm

Vorschlag zur Güte: vielleicht sollte sich dieser durchaus spannende Disput von der Zentrierung auf Troxler und Willisau wieder in Richtung einer allgemeineren Ebene bewegen, ein Maß an Sachlichkeit und Faktentreue wäre dabei ebenso sinnvoll wie das Vermischen aller möglichen Aspekte möglichst zu vermeiden, sonst macht das keinen Sinn.

Hermann Büchner

kai

@ bernie:
klar!
war eigentlich auch "easy" gemeint!

Bernie

Ich muss mal intervenieren, bevor hier einer heut Abend noch mit falschen Ansichten oder Zahlen ins Bett geht.

Es ist nur Satire – und das ich hier mit ihren Zahlen so herumjongliere, lieber Herr Büchner, gehört ebenfalls dazu. Es wundert mich, dass das keiner sieht.

Macht Euch alle mal etwas lockerer. Unser Job ist nur doch nur ein Job. Das ich darüber ablästere, sollte doch vielen willkommen sein, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass Ihr alle so ein wundervolles Agenturleben führt – besonders dann, wenn man einige von diesen hier genannten Koryphäen auch noch als Chef hat.

Und der Herr Troxler tut auch nur seinen Job. Wie seine Kinder. Und deren Kinder!
Für Jazz in Willisau!! {kicher}

Bis zum nächstenmal, mit vielen Grüßen.
B.

100bp

@ Bernie »es ist nur Satire«/»mach Euch alle mal etwas lockerer«
OK, dazu von meiner Seite (zu diesem Aspekt) abschließend:
1. für andere kann ich nicht sprechen, mein Job ist es (unter anderem), zum Faktenverständnis über den WB 100bP beizutragen, das hat mit locker oder nicht locker wenig zu tun,
2. Satire ist dann gut, wenn man merkt, dass es Satire ist...
HB

flo

dann machst du also den clown für uns alle, bernie? von ganz unten, immer auf die großen? super.
ich habe großen respekt vor der arbeit von niklaus troxler.
und mit satire kann man es auch übertreiben.

Bernie

Nein, ihr lieben, Satire übertreibt nie, sondern zeigt einem nur die eigenen Grenzen auf. Sonst wäre es keine Satire.

Und sie ist erst recht dann gut, wenn man sie nicht bemerkt, Herr Büchner.

René

Allerdings müsste ich hier zustimmen. Es macht kaum Sinn eine ernsthafte Diskussion mit einem Clown zu führen. Das sollte man schon voneinander trennen können.

Das mit Troxler finde ich jetzt weder ungewöhnlich noch verwerflich.
Was mir aber im letzten Jahr aufgefallen ist fand ich fast unübersehbar.

Da gewann BBDO gleich 5 mal mit eingesendeten Plakaten und Dominierte die Ausstellung mit Riesengroßen 18/1 Plakaten so sehr, das mir schon übel wurde. Zeitgleich war Ralf Zilligen ( Chief Creative bei BBDO) ein Jurymitglied in dem Jahr gewesen. Zufall? Vielleicht. Aber trotzdem seltsam.

Aber mal ganz davon ab, es gibt schlimmere Wettbewerbe was das betrifft.
Da würde ich den ADC z.B. noch weit vor den TDC stellen.

Liebe Grüße,
René

flo

oje.

fragt sich, wer hier seine eigenen grenzen aufzeigt.

aber gerne immer lustig weiter, bernie – schöne grüße.

NAJ

zum thema tarnkappenspiel: keine sorge, mein vergleich war auch "easy" gemeint!

der kommentar bezog sich auf das markenzeichen von herrn loesch - dieser trägt gerne mal einen weißen und einen schwarzen schuh. also nicht identisch ...

Bernie

Flo, ich sagte nur, was Satire darf. Nämlich alles.
Du fällst immer wieder ins gleiche Schema zurück.

100bp

@ Gast1 vom 30.6., der da schreibt:
»Die Plakate von Herrn Troxler gewinnen automatisch, sie werden noch nicht einmal wirklich angeschaut. Ich habe das persönlich miterlebt...«, damit behauptend, es gäbe eine Art von Ungleichbehandlung der eingereichten Plakate: wen interessiert, wie die Sache abgeht, kann das im Vorwort von Aubry/Broquard (Flag) im aktuellen Buch nachlesen.
Dem anonymen Schreiber der Zeilen, der sich auf seine Augenzeugenschaft beruft, ist offenbar entgangen, dass jedes einzelne Plakat der dann unter die 100 besten gewählten Arbeiten mehrere Abstimmungs- und Diskussionsrunden durchläuft.
Noch ein Wort zur Objektivität. Natürlich ist das Urteil einer fünf- oder sechsköpfigen Jury in gewissem Sinne auch subjektiv, aber es ist immerhin das objektivierte Urteil von fünf oder sechs Einzelmeinungen. Ein einziger Fürsprecher hat mithin keine Chance, ›seinen‹ Favoriten in die Auswahl zu hieven, wenn sich dafür keine Mehrheit findet. Der Veranstalter ist also gut beraten, die Jury mit mehreren, jährlich anderen Persönlichkeiten zu besetzten, wie anders sollte man es auch machen?
Wenn also über mehrere Jahre Plakate einer Gestalterin, Agentur, eines Gestalters oder Büros in der Auswahl vertreten sind [der o. g. Gestalter ist übrigens nicht der einzige, der ›immer‹ dabei ist], so muss das dann wohl an den Plakaten liegen – das werden auch die Kritiker hier im Blog und anderswo akzeptieren müssen.

Dr. Hermann Büchner
PR 100 beste Plakate

------

Also ganz von der Hand zu weisen ist dieser Troxler-Vorwurf auch nicht. Ich habe gerade die "100 besten Plakate 2008" durch geklickt und 11 oder 12 mal den Namen Troxler gelesen. Als Gestalter, als Betreuer oder eben seine Verwandtschaft. Und dass ein Großteil dieser 11/12 Arbeiten ohne den Namen Troxler niemals einen Preis gewinnen würde sieht man auch deutlich. Also das find ich schon etwas erschreckend!

PS: hinter Bernie verbirgt sich nicht ernsthaft Loesch?!

Gast

Lieber ------,

ich weiss ja nicht, wo du den Namen Troxler gelesen hast – Fakt ist, dass er nur als Teilnehmer des Wettbewerbs auftritt und zwei Plakate von ihm ausgezeichnet wurden.

Dass seine Plakate jedes Jahr prämiert werden, liegt an der simplen Tatsache, dass er einer der wichtigsten zeitgenössischen Plakatgestalter ist – und nach einem kurzen Blick beim TDC, Red Dot, ADC usw. sollte dir auffallen, dass Troxler bei sämtlichen Designpreisen ausgezeichnet wird.

Ich kann dieses neidvolle Gejammer nicht mehr hören.

(übrigens werden die Plakate der Jury anonym präsentiert – seine Verwandten haben also nicht mal einen Verwandschaftsbonus)

Gast

schon lustig, wie der grafiker sich mal wieder mit sich selbst beschäftigt. nachdem er für sich selbst gestaltet und sich zuhauf mit irgendwelchen inflationär spriessenden 'awards' selbst auszeichnent, beginnt er nun zu allem überfluss auch noch, für sich selbst zu demonstrieren. HALLO! GEHT'S NOCH? KOMMT MAL RUNTER! ...oder steigt noch höher, auf den Mond, da gibts nämlich gar keine Grafik, da könnt ihr dann alles gestalten, hier wärt ihr dann weg, aber merken würde das sicher niemand.

100bp

Zum Beitrag des Schreibers, der sich mit »------« hier eniträgt;
Nichts hält sich offenbar hartnäckiger als das vorgefasste Urteil.
Nochmal ein Versuch:
In der Jury-Handlung wird überhaupt nicht bekannt gemacht, welches Plakat von wem ist.
Nun gibt es sicherlich Gestalter, die durch einen starken Personalstil quasi eine visuelle Visitenkarte vor sich hertragen, oder, welche schreiben vorne im Stile einer Signatur ihren Namen oder den ihres Büros drauf, zwei absolut unvermeidbare, aber allenfalls punktuell überhaupt sich auswirkende Umstände, ob »-------« dies nun wahrhaben will oder nicht.
Die Angaben zum Schulprojekten einschließlich betreuenden Professoren und Dozenten werden überhaupt erst nach der Jury von den dann schon feststehenden Preisträgern im Detail abgefragt und den später im Buch, in der Ausstellung etc. zu lesenden Informationen hinzugefügt...

Aber immerhin besten Dank für die intensive Betrachtung der Motiv-Galerie.

Dr. Hermann Büchner
PR 100 beste Plakate

100bp

flo

finde polemik oder satire ja vollkommen ok, aber ein bashing von personen bzw. familienmitgliedern ziemlich daneben. in letztere richtung geht es hier gerade. ich schließe mich dr. büchner bei seinem vorschlag an, einigermassen sachlich und ernsthaft zu diskutieren. alles andere ist billig, wurde hier zur genüge ausgebreitet & wird langsam langweilig.

flo

ps, das sich wundert: ich kann schon verstehen, dass es erstmal vielleicht nervt, wenn bestimmte personen ein medium wie plakat sozusagen besetzen, damit geradezu synonym werden. aber das trifft genauso auf cyan, uwe loesch, gunter rambow, cornel windlin, ralph schraivogel, martin woodtli oder atak, anke feuchtenberger, henning wagenbreth und weitere zu. alle vermutlich nicht wesentlich seltener ausgezeichnet als niklaus troxler.

Bernie

Na komm, Flo, so schlimm war es jetzt auch wieder nicht. Es kann Troxler nebst Anhang vollkommen egal sein, was andere denken, er macht ja sein Ding, und kriegt auch seine Anerkennung dafür. Nur geht das ganze jetzt schon jahrelang so. Jedes Jahr ein neues Willisauplakat, was er wieder durch alle Wettbewerbe jagt. Das ist wirklich übertrieben.

Das man sich mit Wettbewerben und deren Wechselspiel zwischen Einsender und Bewerter beschäftigt ist legitim. Auch ist es legitim, Dinge kritisch zu überspitzen, um vielleicht das eine oder andere Theorem auf seinen Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen. Wer das nicht aushält, ist nicht richtig für diesen Beruf. Man kann nicht hingehen, immerzu auf Wettbewerben rumlümmeln, im Fahrtwasser seines guten Namens seinen Nachwuchs positionieren und sich dann wundern, wenn die Leut anfangen darüber mal laut nachzudenken. Was Herr Troxler auch gar nicht macht, dass machst zum Beispiel Du. In stellvertretung.

Das natürlich Wettbewerbe nur das bewerten können, was hingeschickt wird, und Troxlers oder Sagmeisters oder Hickmanns Plakate die Preise abräumen, lässt sich auch damit erklären, dass die anderen Beiträge diese leider noch nicht übertreffen. Da mache ich Herrn Büchner und allen anderen Ausrichtern überhaupt keinen Vorwurf. Wenn 2500 Plakate eingeschickt wurden, müssen 100 übrigbleiben. Es spielt auch keine Rolle, ob man die Sachen vorher kannte oder nicht, sie hängen nunmal da im Showroom. Ob das neue Willisauplakat nun wirklich so superdupertoll ist, ist nebensächlich. Wenn es besser ist als 2400 andere, gehörts zu den besten 100 Plakaten und dementsprechend in der Pressemitteilung gelobt. Passiert dieser Vorgang jedes Jahr, entsteht diese sonderbare Aura, die Troxler zum Plakatgott emporerhebt. Aber je höher jemand steigt, desto kritischer wird er auch beäugt. Das ist normal. Und wenn man auch noch seine Familie in Stellung bringt, umso mehr.

flo

bernie, wie gesagt, kritik ist nicht = bashing, satire nicht immer gaaanz dufte. und sachliche argumente sehe ich hier wenig auflaufen, außer bei herrn büchner. familie in stellung bringen, gehts noch ???

Bernie

Vielleicht sollte man das nächste Willisauplakat mit Ejakulat gestalten. Das wäre doch mal eine Aussage: Jazz den Willi, du Sau. Dann kann sich ein jeder beim Wettbewerb ein Tröpfchen abfüllen und sich seinen eigenen Designpapst fertilisieren.

Und wem das schon wieder politisch zu unkorrekt ist, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Sachlich hin, satirisch her. Euch stinkt doch nur, dass man nicht Eurer Meinung ist, und Eurem Eigenverständnis etwas vors Schienbein tritt.

Bernie

Jetzt habe ich einen Rechtschreibfehler korrigiert und gar nicht gemerkt, dass Du geantwortet hast. So wandert der größere Artikel nach unten. Sollte man abstellen, die Datumssortierung.

Also: Natürlich bringt Troxler seine Kinder in Stellung. Bist Du naiv? Das ist kein Bashing, mein Lieber.

Du hast keine Kinder. Für die tut man alles.

Gast

wenn Dich das so beschäftigt, dann gründe doch Deinen eigenen Wettbewerb. Ich würde vorschlagen ein Wettbeweb im "Rumpöpeln". Deine Kinder würden davon sicher auch noch profitieren.
sorry, aber nachdem was hier bis jetzt so an Kommentaren steht scheint man bei Dir mit sachlichen Argumenten ja nicht sehr weit zu kommen.

Bernie

»… dann gründe doch Deinen eigenen Wettbewerb. Ich würde vorschlagen ein Wettbeweb im "Rumpöpeln" … «

In welchem ich als haushoher Gewinner durchkäme. Und meine Kinder sind schon besser als ich.

Wie sagt man noch? You made my day?

In dem Sinne. B.

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