Am 22. April 2017 fand auch in diesem Jahr die see-Conference #12 im Schlachthof Wiesbaden statt. Mit ca. 800 Besuchern in der ausverkauften Halle, ist die see-conference eine der größten Design-Konferenzen im deutschsprachigen Raum. Auch durch das umfangreiche Rahmenprogramm von Donnerstag bis Sonntag und den hochkarätigen Sprechern aus den Bereichen Design, Kunst, Architektur, Journalismus, Philosophie, Wissenschaft und Technologie bot die Konferenz einen breiten Überblick über die aktuellen Strömungen und den Einflüssen heutigen Handelns auf Gesellschaft und Umwelt.
Die von der Kreativagentur Scholz & Volkmer organisierte Veranstaltung wurde vom Gründer Michael Volkmer eröffnet. Auch als Gastgeber präsentierte er dem Publikum die Sprecher des Tages, angefangen mit Prof. Dr. Dr. Bazon Brock. Als selbst ernannter Denker im Dienst und Künstler ohne Werk, ist er emeritierter Professor am Lehrstuhl für Ästhetik und Kulturvermittlung an der Bergischen Universität Wuppertal. Brock begründete die documenta-Besucherschulen, gilt als Vertreter der Fluxus-Bewegung und ist Gründer der »Denkerei / Amt für Arbeit an unlösbaren Problemen«. In seinem Vortrag nahm er sich dem Bilderverbot in der Entwicklung des Designs an und sprach über die Probleme, die durch Design und Kommunikation entstehen. So nannte er den »Designer der Apokalypse«, der durch zu viel Kommunikation die Gesellschaft dadurch verdummt, indem sie nicht mehr nachdenken muss.

Floris Kaayk ist ein Filmemacher aus Den Haag und bekannt für seine fiktionale Geschichten wie Oscar the Modular Body und Human Birdwings. Durch die glaubwürdig, aber unmöglichen Stories bekam er in den Medien viel Aufmerksamkeit, weil den Zuschauern zum Teil nicht auf den ersten Blick klar wird, ob es sich wirklich um Fiktion, oder eine sehr skurrile Realität handelt. 

Eines der Beispiele für den nachhaltigen und umweltbewussten Gedanken, den die Konferenz vermitteln will, war der Vortrag von Dave Hackens. Der niederländische Produktdesigner entwickelte eine Maschine, mit deren Hilfe Privatpersonen aus Plastikmüll neue Objekte produzieren können. Damit ist Precious Plastic, neben dem modular zusammensetzbaren Handy Phonebloks, sein bekanntestes Projekt. Dabei verfolgt er vor allem den Gedanken der Müllreduktion und erfindet Produkte auf nachhaltige Weise neu.

In den Vortragspausen konnten die Besucher der Konferenz im Foyer des Schlachthofes am Protestencil Workshop, einem Posterdruck-Event mit Theresa Sdralevich, teilnehmen. Mit den Schablonen der Illustratorin konnten hier individuelle Poster mit politischer Botschaft gedruckt werden.

Neben dem Posterworkshop fand im Foyer noch eine Ausstellung von Studienprojekten von deutschen Hochschulen statt, die die aktuellen Strömungen der Technik im Design verdeutlichen.

In der nachträglichen Diskussion sehr umstritten, war der Vortrag von der in Rotterdam arbeitenden Architektin Alison Killing. Mit ihrem Projekt Migration Watch, visualisiert sie die Migration von Flüchtlingen und fragt sich, wie man mit Design Flüchtlingen helfen kann. Dabei werden echte menschliche Geschichten, neue Literatur, Visualisierungen von Daten und akademische Forschung zusammengebracht und einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Die Vorträge von Mario Lombardo und Laura Baird rundeten diesen hochgradig informativen Tag ab. Beim anschließenden Get-togehter und der see-Party konnten die während des Tages erlangten Informationen bei einem Drink diskutiert und verarbeitet werden.

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