Unter dem Motto »Echt« finden vom 5.–7. November zum bereits 12. Mal die Tage der Typografie in der Akademie Druck + Medien NRW in Düsseldorf statt. Die 12. Tage der Typografie richtet sich an Designstudenten, Grafikdesigner, Auszubildende, ambitionierte Schriftsetzer, Dozenten und Ausbilder sowie andere Interessenten aus den unterschiedlichen Bereichen der Druck- und Medienbranche.
Programm
Eröffnet wird die Veranstaltung mit drei einführenden Vorträgen von Victor Malsy (Willich), Mathieu Lommen (Amsterdam) und Alessio Leonardo (Berlin). Danach wird es die Möglichkeit geben, sich bei kleinen Häppchen über den richtigen Durchschuss, die schönsten Punzen, die anmutigsten Anstriche und die längsten Unterlängen auszutauschen und sich kennen zu lernen.
An Samstag und Sonntag finden parallel die Workshops statt, zu denen man sich ab jetzt anmelden kann!
Kreatives Basteln
Workshop mit Alessio Leonardi (Berlin)
Entdeckungsreise in die Welt des Typedesign
Workshop mit Veronika Burian (Prag)
Echt Garamond!?
Workshop von Tanja Huckenbeck und Peter Reichard (Offenbach)
Schrift-Bild: Die Hülle zur Musik
Workshop mit Stefan Claudius (Essen)
Übernachten
Für überregionale Gäste hat die Akademie Druck + Medien NRW Zimmerkontingente in der Jugendherberge Düsseldorf reserviert. Für nähere Information oder Fragen wenden Sie sich bitte an Frau Petra Kramer (kramer@vdmnrw.de, 0211/99900-37 )
Historie
Die Tage der Typografie werden seit 2009 von der Akademie Druck + Medien NRW in Zusammenarbeit mit TYPOSITION. Botschaft für Typografie und Gestaltung aus Offenbach organisiert.
Preise (Workshops inklusive Getränke und Essen):
Studenten, Azubis, Erwerbslose: 165 Euro
Azubis, die Mitglied im VDM NRW sind: 140 Euro
Vollzahler: 370 Euro
Vollzahler, die Mitglied im VDM NRW sind: 330 Euro
Bitte immer nur für einen Workshop anmelden, da diese zweitägig parallel stattfinden. Mit der Anmeldung zu einem Workshop hat man sich automatisch auch für das gesamte Event angemeldet. Die Teilnehmergebühren beinhalten Getränke und Verpflegung.
Gast
Ganz schön viel Geld, wie ich finde.
TYPOSITION.
Was bist du denn bereit für eine solche Veranstaltung zu zahlen? Das würde mich mal ehrlich interessieren. Bedenke dabei aber mal, dass die Raumkosten, Werbung (Design, Druck, Porto für Mailings), Personal, Essen, Getränke, Referenten, Reise- und Übernachtungskosten der Referenten mindestens rauskommen müssen.
Tobi
naja, 165 euro sind auch DANN viel! Selbst wenn für das ganze aufgekommen werden muss...
Die Kategorie "Auszubildene, Studenten und Erwerbslose - 165 €" hört sich schon wahnsinnig schön paradox an...vielleicht ließt man sich den vorherigen satz nochmal durch, ganz langsam!
Wäre gerne hingegangen, aber so ist mir das leider unmöglich!
Pat Drostel
In den vergangenen Jahren eine empfehlenswerte Veranstaltung. In jedem Fall bin ich auch in diesem Jahr dabei.
calin
Die Eintrittspreise sollten die Qualität der Veranstaltung widerspiegeln, und nicht – ich meine das nicht beleidigend, mir fällt nur kein anderes Wort dafür ein – die Unfähigkeit oder Lustlosigkeit der Veranstalter abzudecken, Sponsoren- und/oder Fördergelder für Raumkosten, Werbung (Design, Druck, Porto für Mailings), Personal, Essen, Getränke, Referenten, Reise- und Übernachtungskosten der Referenten zu suchen/beantragen.
Das Porto für Mailing auf die Besucher abzuwälzen, vor allem diese selbstverständliche Einstellung dazu, ist arg überheblich.
TYPOSITION.
Da hast du mich wohl falsch verstanden. Es geht nicht um ein Abwälzen, sondern darum dass trotzdem sich Kosten irgendwie decken müssen. Und dabei muss man mal alle Kosten zusammen sehen. Was ist daran überheblich?
Und was meinst du da mit Lustlosigkeit bzw. Unfähigkeit der Veranstalter, kennst du sie denn, dass du dich da so weit aus dem Fenster legst?
Gut, dann lass uns über die Qualität der Veranstaltung sprechen. Ist das dafür angemessen oder nicht? Und wenn nicht warum?
Julia
Ich glaube bei der Diskussion um die Preise sollte man nicht vergessen, dass es sich hier nicht ausschließlich um Vorträge handelt, die man sich anhört, sondern dass man selbst daran mitwirken und dadurch etwas aus erster Hand lernen kann. Soviel ich weiß, sind die Tage der Typografie auch nicht für Tausende ausgelegt, also kann man davon ausgehen, dass wirklich etwas »hängenbleibt«.
>>Die Eintrittspreise sollten die Qualität der Veranstaltung widerspiegeln, und nicht – ich meine das nicht beleidigend, mir fällt nur kein anderes Wort dafür ein – die Unfähigkeit oder Lustlosigkeit der Veranstalter abzudecken, Sponsoren- und/oder Fördergelder für Raumkosten, Werbung (Design, Druck, Porto für Mailings), Personal, Essen, Getränke, Referenten, Reise- und Übernachtungskosten der Referenten zu suchen/beantragen.
Es entstehen immer Kosten und heutzutage ist es fast unmöglich, solch eine Veranstaltung komplett aus Fördergeldern zu finanzieren ... Die Kosten wären eindeutig höher, wenn sich die Veranstalter nicht um Zuschüsse etc. kümmern würden.
TYPOSITION.
Ich verstehe ja, dass für den Einzelnen auch die vergünstigten Preise vielleicht nicht machbar sind. Aber bitte seid doch mal so realistisch und kalkuliert mal so eine Veranstaltung selbst und sagt mir dann was ihr an Preisen verlangen würdet, wenn ihr einigermaßen die Kosten deckt.
Interessanterweise hat noch niemand gesagt, was er denn bereit wäre für eine solche Veranstaltung zu zahlen.
Auch bitte nicht mit Hochschul-Veranstaltungen wie Typogravieh lebt oder 33pt verwechseln, die kostenfrei sind. Aber die gleichen Kosten fallen dort ja trotzdem an und werden eben von den Hochschulen getragen. Das kann aber nicht jeder Veranstalter ausserhalb der Hochschulen.
Und 165 Euro, das sind 80 Euro pro Tag für einen intensiven Workshop inklsuive Eessen und Getränke. Das ist absolut angemessen.
Und wie Julia schon sagt, sind die Tage der Typografie eine der wenigen Veranstaltungen, bei der es nicht einen Vortrag nach dem anderen geht, sondern man in einem Workshop in kleinen bis überschubaren Gruppen, selbst aktiv werden kann.
Der Ruf nach billiger und günstiger scheint mir ähnlich dem, der uns Designern nicht selten von Kundenseite entgegengebracht wird.
calin
Es geht nicht um "billig", sondern um machbar. 100 Euro für Studenten, wenn du Zahlen willst. Aber jemand, der vor kurzem sein Diplom gemacht, wird 370 € nicht einfach so für ein Wochenende ausgeben können, obwohl wahrscheinlich gerade ihm so ein Workshop am meisten nützt. Aber Studentenrabatt bekommt er auch nicht mehr. Was tun?
CLMNZ
finde auch, dass es nach viel Euros klingt ... finde auch, dass ich jetzt eine Preisduskussion an dieser Stelle hier nicht erwartet hätte, gebe aber gerne meinen Senf dazu. Im Vorfeld möchte ich sagen, dass ich z.B. die Typo Berlin und die See Konferenz für gnadenlos überteuert halte. Colophon oder Offset dagegen als preislich absolut korrekt.
Punkt 1
Essen – würd ich ganz einfach mal kostenpflichtig machen. Dann kann man selbst was mitbringen oder vor Ort was kaufen – macht schon ein paar Euros aus, denk ich mal
... Risiko liegt halt dann beim Essensverkäufer, der kann aber auch als Sponsor gewonnen werden. Und das ganze wird nicht zur Essensschlacht bzw. zum Saufgelage.
Punkt 2
Übernachtung – 5 Referenten, einer lebt in Essen – ich will jetzt niemandem was vorschreiben ;) – aber da gibts doch sicherlich ein paar Übernachtungsmöglichkeiten (Freunde, Kollegen) ... macht dann zumindest die Unkosten günstiger und stärkt die Freundschaften und die Zusammenarbeit.
Punkt 3
wirklich nur so wenig Sponsoren ?
Punkt 4
auf wie viele Teilnehmer ist denn die Sache ausgelegt ?
30 zahlende Leute werden denk ich schon erscheinen – laut Homepage wurden im Jahr 2009 100 Personen erwartet – wenn die Hälfte den vollen Preis zahlt sind wir bei nem Gesamtbudget von 15000 Euro. Da sollte doch schon locker kalkuliert werden können für die drei Tage und die wenigen Personen
Punkt 5
mir fehlt leider etwas weitere Info auf der Homepage der Veranstaltung ... irgendwie find ichs auch komisch, dass die Tage keine eigene HP haben – oder bin ich zu blöd die zu finden.
Das Key-Visual geht vollkommen unter neben dieser Regenbogennavigation.
Punkt 6
Kosten fürs Design kannst du jetzt aber wirklich nicht mit einkalkulieren.
Punkt 7
preislich würd ich über 150 Euro nicht zahlen wollen (ohne Essen), wie gesagt, es fehlt mir aber auch ein wenig die Info, was einem da alles geboten wird ... gibts ein Rahmenprogramm, einen Katalog oder ein Magazin am Ende wie bei der Colophon etc. ?
Meine eigene Anfahrt und etwaige Übernachtungskosten (wenn man niemanden in DDorf kennt) muss ich auch mit einberechnen und das kommt über die drei Tage mit Sicherheit nochmal auf 100 Euro.
Das Motto find ich supergut, arbeite grad an einem ählichen Projekt und das »echt«-Signet ist auch super gelungen. Nur spiegeln die Workshopthemen das spannende Thema nicht grad wieder.
hoffe ich konnte etwas konstruktives Beitragen
wünsche trotz meiner Kritik gelungene Typotage
CLMNZ
hab die HP gefunden ... oben ist unglücklich verlinkt
http://www.tage-der-typografie.de/
TYPOSITION.
Auf der Eröffnungsveranstaltung der 12. Tage der Typografie, am 5. November, wird es drei ganz echte Vorträge geben. Jetzt für die Eröffnungsveranstaltung und die Workshops anmelden!
»Typo 2010 echt voll geil« – Victor Malsy
Bis in die 1980er Jahre zählte das Fach Typografie in den Studiengängen Grafik-Design oder Visuelle Kommunikation zu jenen Fächern, die mehr aus Pflichtgefühl denn aus Leidenschaft belegt wurden.
In jenen Jahren studierte man Grafik-Design, um eine berühmte Kinderbuchillustratorin oder ein noch berühmterer Fotograf zu werden. Diese Zeiten sind lange vorbei. Für das Fach Typografie müssen Studierende heute nicht mehr motiviert werden. Leidenschaftlich wird heute von jedem noch so kleinen Schreibtisch aus typografiert. Doch was befindet sich unter dem Schreibtisch? (Victor Malsy)
Victor Malsy war & ist: Volksschüler & Chorknabe in Froschhausen; Realschüler & Bauzeichner in Offenbach; Krankenpflegeschüler in Langen & Kiedrich; Zivildienstler in Egelsbach; Krankenpfleger, Fachoberschüler, Student, Jongleur, Typograf, Stipendiat & Vater in Bremen; Professor & Partner von Philipp Teufel in Düsseldorf & Willich.
»Schreiben und Schriftentwurf: die Niederländische Tradition seit 1912«
Mathieu Lommen stellt die Sondersammlung von Schriftproben und Schriftentwürfen der Universität von Amsterdam vor. (Mathieu Lommen)
Er ist Kurator für Grafische Gestaltung an der Universität von Amsterdam (Sondersammlungen). Und er publiziert über Buch- und Schriftentwurf.
Einige seiner Publikationen: Irma Boom: biography in books (2010); Letterrij: Rijksoverheid Serif en Sans (2008); Bram de Does: typographer & type-designer (2003); Dutch typefounders’ specimens, mit John A. Lane (1998).
»ECHT!?«– Alessio Leonardi
Geldscheine und Parmaschinken sollte man nicht fälschen. Was Buchstaben und Schriften angeht, da sieht es der Gesetzgeber etwas lockerer. Alessio Leonardi wird versuchen zu erklären, warum das auch so in Ordnung sein kann. In ECHT!
In Florenz geboren, lebt und arbeitet seit 20 Jahre in Berlin als Kommunikationsdesigner, Schriftentwerfer, Comic-Zeichner. Er schreibt gerne Artikel und redet auf Konferenzen, hat inzwischen schon einige Bücher und Comics publiziert und ist frisch gebackener Professor für Visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Illustration an der HAWK in Hildesheim.
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