Book_BABEL2014

Das globale Alphabet

Kulturelle Brücken durch Schriftdesign

Author: Alex Staudt

Globalisierung und Digitalisierung führen zu einer neuen kulturellen und sprachlichen Annäherung. Multikulturelle Kommunikation spielt also eine immer größere Rolle in unserem Alltag. Viele Wörter sind international geworden und werden fast von jedem verstanden, aber sogar Wörter wie »Pizza«, »Schokolade« oder »Kaffee« sind nicht mehr zu erkennen, sobald sie in einem fremden Alphabet geschrieben sind.

Das lateinische, kyrillische, hebräische und arabische Alphabet sehen auf dem ersten Blick ganz unterschiedlich aus, dabei bleibt die Tatsache verborgen, dass sie eigentlich einen gemeinsamen historischen Ursprung teilen.

Diese Tatsache hat die Designerin Yuliana Gorkorov dazu motiviert, die Alphabete in neuen Schriften so wieder zu vereinen, dass sie gleichzeitig durch Menschen aus verschiedenen Kulturen gelesen werden können.

Die 29-Jährige ist in der Ukraine geboren, in Israel aufgewachsen und lebt nun seit neun Jahren in Deutschland. Dadurch beherrscht sie das kyrillische, hebräische, lateini­sche und auch das arabische Alphabet.

Schon während Ihres Bachelor Studiums an der Folkwang Universität der Künste hat sie angefangen, die Gemeinsamkeiten der Schriften zu untersuchen. Ihre Master Arbeit, das Buch »Das globale Alphabet«, präsentiert die Ergebnisse ihrer fünfjährigen Arbeit: fünf Schriften, jede Schrift verbindet die Alphabete auf eine andere Art und Weise miteinander.

So werden z.B. bei BABEL2014 die Formen von ähnlichen Lauten in einem Zeichen vereint. Wenn man als Beispiel das BABEL2014-Zeichen für A nimmt, bleibt es für alle Alphabete gleich, muss für Arabisch und Hebräisch nur um 90° gedreht werden.

In Akrofont hingegen löst sich Yuliana von der Formen der Buchstaben und vereint ähnliche Laute durch Piktogramme von internationalen Wörtern. In diesem Fall, wird der Laut A durch ein Piktogramm von Avocado repräsentiert.

In den letzten Jahre wurde das Projekt mehrfach ausgezeichnet und ausgestellt und letztens wurde es als »Best in Show, Student« und als »Judges Choice« von Jury-Mitglied Natasha Jen bei TDC64 geehrt.

Nun hofft Yuliana, dass ihre Schriften den Weg aus der Akademie in die Alltagswelt schaffen, und als kulturelle Brücke dienen. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter hier.