Augmented Conspiracy

Autor: stllfrdnbrgr

Vor 50 Jahren, am 20. Juli 1969, landeten die ersten Menschen auf dem Mond – alles fake? Zahlreiche Verschwörungstheorien begleiten seither die Mission der Apollo 11. Das Bachelorprojekt Augmented Conspiracy von Stella Friedenberger zeigt mittels Augmented Reality ein Kippbild zwischen Echtheit und Fälschung und spielt mit Möglichkeiten der Manipulation.

1976 veröffentlichte der bis dato erfolglose Autor Bill Kaysing sein Buch We Never Went to the Moon: America’s Thirty Billion Dollar Swindle und begründete die Verschwörungstheorien um die Apollo Mondlandungen. Früher blieben solche Gruppen jedoch eher unter sich, seit der 1990 Jahren finden sie im Internet zusammen. In den vergangenen Jahrzehnten entstand eine vollkommen neue Infrastruktur der Wahrnehmung, der Kommunikation und der Koordination. Unser Leben verlagert sich zunehmend in das Digitale. Im Alltag nehmen wir unsere Umwelt immer öfter und intensiver durch Smartphones, Tablets und andere technische Geräte wahr; man könnte von der Ausbildung eines neuen Sinnes sprechen – eine Art alltäglich gewordene Erweiterung unserer Wahrnehmung. Was hat die Digitalisierung für Auswirkungen auf die Gestaltung unseres Lebens, gesellschaftlicher Wirklichkeiten und Meinungsbildung? Wie verändern sich unsere Wahrnehmungsgewohnheiten in Zeiten des Internet of Things und welche Herausforderungen bringt das mit sich?

Wenn wir sagen »da steht es schwarz auf weiß!« geht es unter anderem um Druckerschwärze aber vor allem um die Glaubhaftigkeit, die ein klassisches Printmedium wie das Buch mit sich bringt. Wenn etwas »schwarz auf weiß« gedruckt in einem analogen Buch geschrieben steht, gibt uns das Sicherheit. Wenn jedoch ein digitales Bild in unsere analoge Welt eingeblendet wird, löst das in uns das genaue Gegenteil aus. Man stelle sich einmal vor es wäre umgekehrt – wenn der digitale Layer die Wirklichkeit ergänzt oder sogar Potenzial hat mehr Wahrheit zu liefern als die analoge Realität! In Augmented Reality geht die analoge Welt mit der digitalen Hand in Hand und dieses Bild ist nicht nur eine interdisziplinäre Nische, sondern vor allem eine romantische Vorstellung innerhalb eines aktuellen Zeitgeistes. Wie viel Technologie hält die Realität aus? Wie viel Realität hält die Technologie aus? Gibt es digital-analoge Balance? Vielleicht löst die digitale Zukunft die analoge Vergangenheit nicht gleich ab, sondern nimmt sie erst einmal mit auf eine Reise. Gestern und morgen sind eins.

Die Augmented-Reality-Buch-Installation, entstanden als Bachelorarbeit im Fachbereich Kommunikationsdesign/Editorial Design an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und wurde in der Kategorie »Beste Kommunikation« für den Giebichenstein Designpreis nominiert. Als Installation wurde die Arbeit bisher vorrangig in Ausstellungskontexten gesehen, könnte aber auch in Bibliotheken und Büchereien ausgestellt sein. Eine angestrebte Veröffentlichung setzt zusätzlich eine mobile App voraus, mithilfe welcher man das digital-analoge Wechselspiel auch zu Hause via Smartphone oder Tablet erfahren kann.

Augmented Conspiracy

Gestaltung: Stella Friedenberger
Publikation:
Umfang: 164 Seiten

Format: 17,5 × 24,5 cm
Sprache: Englisch
Druck: HPIndigo
Bindung: Fadenheftung, Schweizer Broschur
Veredelung: geschwärzter Rücken des Buchblocks, schwarzer Schnitt
Installation:
Umfang: Bildschirm, Webcam mit Schwenkarm, Tisch mit Plot

AR-Software: Unity, Vuforia

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