Buchkunst des frühen 20. Jahrhunderts in Deutschland

Buchkunst des frühen 20. Jahrhunderts in Deutschland

Wie ein fruchtbarer Regen nach langer Dürre…

Author: Clara Weinreich

Ende des 19. Jahrhunderts setzte in Deutschland als Teil einer Erneuerungsbewegung des Kunsthandwerkes eine Reform des Buchgewerbes ein. Träger der Bewegung, die ausgehend von Schrift und Typographie dem Buch eine einheitliche, zeitgemäße Gestaltung geben wollte, waren neben Literaten, Wissenschaftlern und Verlegern auch nicht kommerziell arbeitende Privatpressen, die – passend zum aktuellen Gutenberg-Jahr – im Mittelpunkt der Ausstellung stehen.

Inspiriert durch englische Pressen, v. a. die Kelmscott oder Doves Press, wurden sie Anfang des 20. Jahrhunderts von Bibliophilen wie Willy Wiegand und Harry Graf Kessler sowie jungen Künstlern wie Walter Tiemann, Rudolf Koch, F. H. Ehmcke, den Gebrüdern Kleukens und F. H. Ernst Schneidler gegründet. Durch ihre hohen Qualitätsansprüche sowie ihre Zusammenarbeit mit Verlagen beeinflussten sie auch allgemein die Entwicklung der modernen Buchgestaltung.

Neben Werken etwa der Janus- und Ernst Ludwig Presse, der Bremer und Cranach-Presse sind in der Ausstellung auch die englischen Vorbilder durch maßgebliche Drucke vertreten. Zudem werden die Anfänge der Buchkunstbewegung durch Publikationen etwa des Insel- und Eugen Diederichs Verlags, die schon früh Künstler, z. B. Melchior Lechter, E. R. Weiß oder Marcus Behmer, für die Gestaltung ihrer Bücher gewinnen konnten, beleuchtet und in einem ›Ausblick‹ Pressendrucke der Zeit nach 1945 gezeigt.

Wann?
9.5.2018 bis 10.2.2019
Täglich 10 bis 18 Uhr

Wo?
Universitätsbibliothek Heidelberg
Plöck 107-109
69117 Heidelberg