Questions? Looking for answers in the middle of somewhere

Verlosung

Autor: Julia Kahl

In diesem Buch werden Fragen gestellt und gestaltet – dazu wurde es gerade aus 109 Einsendungen mit dem Förderpreis für junge Buchgestaltung prämiert. Eine Einführung von Juliane Hohlbaum:

Als Prof. Sereina Rothenberger und Prof. David Bennewith GrafikdesignerInnen zu Vorlesungen an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe einluden, bemerkten sie, dass die Studierenden zögerten, Fragen zu stellen. Sie waren überzeugt, dass dies nicht an mangelnder Neugierde lag, sondern vor allem daran, dass die Studierenden glaubten, sie könnten eventuell die »falschen« Fragen stellen. Deshalb beschlossen Rothenberger und Bennewith ein Seminar anzubieten, bei dem es darum ging, Fragen zu stellen – eine wertvolle Fähigkeit, auch für GrafikdesignerInnen. Im Mai 2015 luden sie Marietta Eugster, Elisabeth Klement und Laura Pappa, Vier5 und Honza Zamojski in Otl Aichers »Institut für analoge Studien« in Rotis (Deutschland) ein. In einer zweiten Auflage des Seminars im November 2017 trafen Studierende dann Wayne Daly, Veronica Ditting, Manuel Krebs (Norm), Vinca Kruk (Metahaven) und Monika Maus zum Gespräch, ebenfalls in Rotis.

Zwei Tage lang wurden die eingeladenen DesignerInnen auf vielfältige Weise von den Studierenden befragt. Deren Aufgabe war es, zu lernen, Fragen zu konzipieren, zu stellen und zu gestalten. Jedes Interview im Buch “Questions” wurde von einer Gruppe Studierender entworfen, die das Gespräch sowohl konzeptionell entwickelten als auch durchführten. Teil der Aufgabe war es ausserdem, für jedes Interview eine eigene Schrift zu entwerfen, die auf der 1989 erschienenen »Rotis« von Otl Aicher basiert.

Ein studentisches Team, bestehend aus Friederike Spielmannleitner, Simon Knebl und Béla Meiers, fasste anschließend die Interviews beider Seminardurchläufe zusammen und gestaltete das Buch. Die sehr unterschiedlichen Inhalte der Interviews sind auffällig in zwei Abschnitte gegliedert, einen für jeden Besuch in Rotis. Die Farbgebung repräsentiert die verschiedenen saisonalen Atmosphären – ein Marshmallow aus Winterlila und Frühlingsgelb – ist auch eine Hommage an die Farbtöne, die das Team in Aichers Werk gefunden hat. Beide Abschnitte werden durch ein Kapitel illustrativer Collagen verbunden, die einen atmosphärischen Einblick in die Reisen nach Rotis geben.

Die von Studierenden aller Altersgruppen produzierten Arbeiten sind vielleicht der zeitgemäßeste Einblick, den man in den Bereich Grafikdesign haben kann, da die Arbeiten jeweils die momentane Neugier und Vorlieben der Studierenden widerspiegeln. Es ist interessant zu hinterfragen, inwiefern es bereits einen sichtbaren Unterschied zwischen den Designs von 2015 und 2017 gibt.

Friederike Spielmannleitner, Simon Knebl und Béla Meiers beantworteten einige Fragen zum Buch:

Wieso habt ihr euch entschieden, die Seminarergebnisse zu publizieren?
Da die eingeladenen Designer/innen viel Interesse und Zeit mitbrachten, bot sich für die teilnehmenden Studierenden die Chance, einen freien und experimentellen Umgang mit dem Format Interview zu erarbeiten. Diese stellenweise unkonventionelle, aber sehr intensive Auseinandersetzung mit den Gästen, ihrer gestalterischen Praxis und ihren Positionen als Designer/innen oder Künstler/innen führte zu einem sehr diversen Ergebnis. Vor allem die Experimentierfreudigkeit in der Art und Weise wie die Interviews geführt wurden, aber auch in der späteren Gestaltung des Textmaterials, macht die Ergebnisse auch für Aussenstehende interessant. Somit entwickelte sich recht schnell der Gedanke, die in den beiden Seminaren entstandenen Interview-Booklets zu einer Publikation zusammenzufassen.

Wie war es für euch sowohl Autoren als auch Designer des Buchs zu sein, wo seht ihr Vor- und wo vielleicht Nachteile?
Zunächst einmal war es für uns spannend die Möglichkeit zu haben, das Projekt aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Da wir alle drei einen anderen Bezug zu dem Projekt, bzw. zu den Seminaren hatten, ermöglichte es uns diese Diversität im späteren Gestaltungsprozess zu nutzen und die verschieden Blickwinkel zu berücksichtigen.
Ebenfalls war es eine Hilfe uns in die anderen Teilnehmer/innen hineinversetzen zu können, deren Herangehensweise und Gestaltung besser zu verstehen und dies somit in die Buchgestaltung einfließen zu lassen. Einen Nachteil sehen wir darin nicht, manche Diskussionen wurden dadurch sogar intensiver und haben zu einem stärkeren Ergebnis geführt.

Könnt ihr ein wenig über die Diskussionen und Entscheidungen erzählen, die ihr im Umgang mit dem »bereits gestaltetem« Material getroffen habt? (Die vorhandenen Broschüren der Seminarteilnehmer)
Die Diskussion darüber, wie wir mit dem vorhandenen Material umgehen wollen, war am Anfang des Projektes komplett offen. Uns wurde aber recht schnell bewusst, dass die Kombination so vieler Autor/innen und Gestalter/innen und der damit entstandene Mix aus inhaltlichen und gestalterischen Positionen sehr wertvoll ist. Zum einen zeigt er wie unterschiedlich Gestalter/innen arbeiten und zum anderen ist er ein sehr kontemporärer Einblick ins Grafikdesign. Daher war es uns wichtig die Gestaltung der einzelnen Interviews nicht zu verändern, diese aber so zu strukturieren, dass es Lesern und Leserinnen erleichtert wird sich im Buch zurecht zu finden.

Wie habt ihr entschieden, was ihr den Interviews »extra« hinzugeben wollt?
Ein Teil unsere Arbeit lag sicherlich darin, das ganze Material zu einer Einheit – einem Objekt – zu formen. Von dieser Idee und dem Gedanken den Inhalt zu strukturieren waren dann auch unsere Diskussionen und Entscheidungen hinsichtlich des »Extra-« Materials geprägt. Ganz konkret haben wir uns entschieden eine eigene Schrift – basierend auf einem Entwurf von Otl Aicher – für Cover, Inhaltsverzeichnis und Vorwort zu zeichnen um dem ganzen einen Rahmen zu geben. Des weiteren haben wir eine Art Stempel gestaltet, der alle wichtigen Details der Interviews enthält und diese von einander trennt. Das Buch ist in zwei Teile unterteilt, 2015 und 2017, diese werden durch ein Kapitel illustrativer Collagen ergänzt, die einen atmosphärischen Einblick in die Aufenthalte in Rotis geben.

Questions? – Looking for answers in the middle of somewhere ist nun bei Spector Books erhältlich. Slanted verlost 3 Exemplare des Buches. Um an der Verlosung teilzunehmen, schreibt eine Email mit dem Betreff »Questions?« und Angabe eurer Postadresse (für den Versand) bis 01. Juli 2019, 11 Uhr (UTC+1) an verlosung@slanted.deDer Gewinner wird nach Ablauf der Frist ausgelost und per Email kontaktiert. Wer an der Verlosung teilnimmt, erklärt sich damit einverstanden, News von Slanted zu erhalten und erkennt die Datenschutzbestimmungen an. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wir wünschen euch viel Glück!

Questions?
Looking for answers in the middle of somewhere.

Autoren: Massimiliano Audretsch, Lorena Castro, Timothée Charon, Adrian Dickhoff, Matthias Gieselmann, Laurine Haller, Johannes Hucht, Bruno Jacoby, Desiree Kabis, Rana Karan, Simon Knebl, Janosch Kratz, Calvin Kudufia, Béla Meiers, Yannick Nuss, Sun Young Oh, Tatjana Pfeiffer, Kathrin Rüll, Simon Schelsky, Henrik Schmitz, Ioanna Spanachi, Tatjana Stürmer, Marcel Strauß, Henriette Wehking, Hendrik Whelan, Jannis Zell, Roman Zimmermanns, Shuaitong Zong
Herausgeber/innen: David Bennewith & Sereina Rothenberger, Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, Deutschland
Design: Béla Meiers, Simon Knebl, Friederike Spielmannleitner
Verlag: Spector Books
Umfang: 496
Sprache: Englisch
Format: 120 × 190 mm
Veröffentlichung: February, 2019
ISBN: 9783959052818

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